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Dießen

25.09.2019

Wie die Gemeinde Dießen das Klima schützen will

Die Marktgemeinde Dießen will ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Kommunale Fahrzeuge könnten schon bald mit dem alternativen Kraftstoff GTL betankt werden anstatt mit Diesel.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

In Sachen Klimaschutz will die Gemeinde Dießen mit gutem Beispiel vorangehen. Wie kann vor Ort Kohlendioxid eingespart werden? Erste Maßnahmen sollen schon ganz schnell umgesetzt werden.

Die Marktgemeinde Dießen steht in Sachen Klimaschutz in den Startlöchern. So beschäftigt sich eine Projektgruppe innerhalb der Verwaltung mit dem Thema. Wie Bürgermeister Herbert Kirsch und Verwaltungschef Karl Heinz Springer mitteilten, will die Arbeitsgruppe dem Gemeinderat im Oktober erste Vorschläge zur Reduzierung der CO2-Bilanz machen. So soll zum Beispiel der kommunale Fuhrpark so schnell wie möglich auf den alternativen Kraftstoff GTL umgerüstet werden.

Künftig soll kein Diesel mehr in die Kommunalfahrzeuge

Im Klimaschutzkonzept des Landkreises Landsberg aus dem Jahr 2013 musste sich der Landkreis als Region mit einem Energieverbrauch outen, der über dem Bundesdurchschnitt liegt. Auch da möchte die Gemeindeverwaltung ansetzen. Ein erster Schritt zu einer günstigeren Klimabilanz soll der Treibstoffwechsel sein, weitere Schritte sollen folgen, wie zum Beispiel die konsequente energetische Sanierung von Gemeindeimmobilien und deren Nachrüstung mit Fotovoltaikanlagen. Ganz oben auf der To-do-Liste stehen dabei das historische Rathaus, der Jugendtreff, gemeindliche Kindergärten oder die Feuerwehrhäuser. Im Fokus, so Springer, stehe auch die Wiederaufforstung von landwirtschaftlichen Flächen, die nicht mehr genutzt werden. Flächen, die von der Gemeinde verpachtet werden, sollen zukünftig nach Möglichkeit biologisch bewirtschaftet werden – bei gleichzeitigem Verzicht auf Pestizide. Auch die Ausweisung von Blühflächen steht nach wie vor auf der Agenda.

Im Oktober sollen erste Vorschläge im Gemeinderat behandelt werden

Zwar werde das aus Erdgas gewonnene GTL als Ersatz für Diesel, der bisher noch nahezu alle Fahrzeuge des Bauhofs, des Wasserwerks und der Feuerwehr antreibt, die Gemeinde hinsichtlich der CO2-Einsparung nicht sehr weit nach vorne bringen, räumte Springer ein. Bemerkenswert sei jedoch, dass bei der Verbrennung von GTL im Vergleich zu Diesel weit weniger Feinstaub und Tenside entstehen. Dabei sei der Treibstoff nahezu geruchslos. Ob und in welcher Form die Umstellung auf GTL erfolgen wird, darüber soll der Gemeinderat im Oktober anhand einer konkreten Beschlussvorlage entscheiden. Darin sollen Kosten und Nutzen der Umstellung genau aufgezeigt werden.

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„Wir möchten mit unseren Vorschlägen Impulse geben“, betonte Verwaltungsleiter Karl Heinz-Springer. Angedacht ist eine kommunale GTL-Tankstelle, die auf Leasing-Basis finanziert werden soll. Den kompletten Austausch der kommunalen Fahrzeugflotte gegen Elektro- oder Wasserstofffahrzeuge sieht die Projektgruppe aus ökologischen Gründen und aus Kostengründen derzeit nicht. „Erst wenn diese Technologien ausgreift sind, sollten wir sukzessive umsteigen.“

Ein weiterer Aspekt des Dießener Klimaschutzpakets könnte auch eine Modernisierung der kommunalen Hochbehälter sein. „Laut Wassermeister Michael Deininger könnte in der Wasserversorgung bis zu 30 Prozent Energie eingespart werden“, erläutert Springer.

LED-Leuchten in öffentlichen Gebäuden?

Auch kleinere Maßnahmen sollen Bestandteil des kommunalen Klimaschutzpakets sein. So sollen zum Beispiel die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung in Sachen Raumbelüftung geschult werden. Systematische Müllvermeidung soll ein Thema sein, oder auch die Umstellung auf LED-Beleuchtung im Rathaus und in anderen kommunalen Gebäuden. Für Dienstfahrten sollen die Verwaltungsangestellten nach Möglichkeit das E-Bike nutzen.

Inwieweit die Marktgemeinde in Sachen Klimaschutz mit örtlichen Umweltschutzinitiativen oder projektbezogen mit Nachbargemeinden zusammenarbeiten wird, könnte in den nächsten Monaten auch ein Thema sein, räumt Karl Heinz Springer ein. Schließlich werde in der Nachbargemeinde Utting ja bereits GTL als Treibstoff für den kommunalen Fuhrpark genutzt.

Lesen Sie auch den Kommentar: Klimaschutz: Vor Ort handeln

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