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Kaufering/Prag

03.12.2018

Floorball-WM: Falkenberger und der Nervenkrimi

Knapper Sieg für die deutsche Floorball-Nationalmannschaft bei der WM gegen Lettland: der Kauferinger Maximilian Falkenberger (links) im Laufduell.
Bild: Matthias Kuch

Das letzte Gruppenspiel für die deutsche Nationalmannschaft wird bei der Floorball-WM zur absoluten Zitterpartie. Mittendrin: zwei Spieler aus Kaufering.

Es war nur eine Frage der Höhe des Siegs. Denn unter die 4215 Zuschauer in der Prager O2-Arena hatte sich mit Dr. Christoph Israng der deutsche Botschafter in Tschechien gemischt. Und der ist hauptberuflich Glücksbringer. Sympathisch verhalten, aber klar in der Aussage hatte er der deutschen Floorballnationalmannschaft nach dem dritten Gruppenspiel gegen Lettland seinen Zauber erklärt. „Er sagte uns, dass deutsche Mannschaften eigentlich immer gewinnen, wenn er in offizieller Mission ist. Es konnte also nix passieren“, berichtet Nationalspieler Maximilian Falkenberger aus Kaufering.

Als der 25-jährige Polizist im Floorballtrikot von diesem kleinen internen WM-Erlebnis berichtet, strahlt er über das ganze Gesicht. Kein Wunder, denn tatsächlich zeigte der große Videowürfel in der Arena einen 5:4-Erfolg für Deutschland an. Nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Tschechien (5:10) und die Schweiz (1:13) also der erste Sieg, den sich die deutsche Mannschaft sprichwörtlich erkämpft hat.

Die Letten sind bei Standards stark

Gegen körperlich starke Letten sah das Team um den Kauferinger-Bundesligaspieler Falkenberger und die beiden ehemaligen Red Hocks Tino von Pritzbuer (er stammt aus Kaufering) und Julian Rüger nach einem sehr guten Anfangsdrittel im mittleren Spielabschnitt allerdings schon wie der ausgemachte Verlierer aus. Die körperlich überlegenen Letten nutzten einfache Fehler eiskalt aus, die sich allen voran bei Standardsituationen ergaben. Mit 1:3 lag Deutschland zu diesem Zeitpunkt hinten. „Wir hatten zwar aus meiner Sicht über die gesamte Spielzeit die Kontrolle, aber lagen trotzdem hinten. Da musste etwas passieren“, schätzt Falkenberger ein, der in der Floorball-Bundesliga Kapitän der Red Hocks Kaufering ist.

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Was passierte, betraf den als Flügelspieler in der dritten Reihe eingesetzten Kauferinger direkt. Denn er musste zuschauen. „Keine einfache Situation, denn es ist viel schwerer, bei einem solchen Spiel zuzuschauen. Man will einfach aufs Feld und sich mit reinhauen.“ Reingehauen haben sich am Ende alle, denn bis zum letzten Auswechselspieler – inklusive dem Red-Hocks-Star – haben alle Reservisten das Team nach vorn geschrien und unterstützt, als ginge es um den WM-Titel.

Die Auswechselspieler feuern ihr Team lautstark an

„Das war großartig. Kaum kamen wir raus, hatten wir ein paar Hände auf den Schultern. Aber das ist der Charakter unserer Mannschaft, dass macht uns diesmal wirklich stark“, pflichtete Janos Bröker bei. Der Bundesliga-Spieler des TV Lilienthal sollte eine der prägenden Figuren des Spiels werden. Denn Deutschland drehte mit der Reduzierung auf zwei Reihen richtig auf. Innerhalb von zehn Minuten machten Erik Schuschwary (MFBC Leipzig), Benjamin Borth (Rychenberg-Winterthur, Schweiz) und Janos Bröker (Lilienthal) aus einem Zwei-Tore-Rückstand eine 4:3-Führung. Selbst der Ausgleich der verzweifelt kämpfenden Letten, die tagszuvor noch die favorisierten Tschechen geschlagen hatten, brachte das Team nicht aus der Spur. Bröker passte zwei Minuten vor dem Ende auf Borth, und der verwandelte zum 5:4.

Sehen Sie hier die Highlights Deutschland gegen Lettland


Ein Sieg, der aus deutscher Sicht wohl nur sehr wenig am Tabellenbild ändern wird. Denn nur für den Fall, dass Tschechien am Dienstagabend gegen die Schweiz einen Punkt holt oder gewinnt, rutscht Deutschland an den Letten vorbei auf Platz drei. Bleibt Deutschland Vierter, trifft das Team am Mittwochmorgen im Play-off-Match um den erträumten Viertelfinalplatz auf die starken Slowaken.

Maximilian Falkenberger: „Wir haben es uns als Mannschaft heute bewiesen, dass wir solche Spiele gegen starke Gegner gewinnen können. Und das war für Mittwoch extrem wichtig – egal, wie der Gegner heißt.“ Der Botschafter will übrigens wieder kommen. Ob schon am Mittwoch, steht noch nicht fest.

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