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Deutschlandlauf

01.08.2017

Zwei Tage muss er noch durchhalten

Endspurt für Konrad Vogl. Der Ultraläufer hat beim Deutschlandlauf Bayern erreicht. Am Donnerstag steht die letzte Etappe auf dem Programm.
Bild: Marc Grill

Der Reichlinger Konrad Vogl steht kurz vor dem Ziel. Das wird aber auch Zeit

Wenn der Reichlinger Ultraläufer Konrad Vogl am heutigen Dienstagabend ins Ziel kommt, hat er es fast geschafft: Am Donnerstag erreichen die Teilnehmer des Deutschlandlaufs die Zugspitze. Oben, am Münchner Haus, ist dann das Ziel. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. „Ob wir hoch laufen oder in Garmisch einen Marathon laufen und dann mit der Seilbahn symbolisch hochfahren, ist noch nicht sicher“, sagt Konrad Vogl. Eines aber ist für ihn sicher: Diese letzten 24,28 Kilometer werden ihn nicht mehr von seinem großen Ziel, den Deutschlandlauf zu beenden, abhalten.

Es war der härteste Deutschlandlauf bisher, den die Teilnehmer zu bewältigen hatten. „Bislang waren es meist um die 1100 Kilometer“, sagt Konrad Vogl, nachdem er am Sonntagabend sein Quartier in Dornstadt kurz vor Ulm bezogen hatte. Doch in diesem Jahr sind es offiziell schon über 1300 Kilometer, und da es immer wieder kurzfristige Änderungen gab, dürften es schon eher fast 1400 Kilometer sein, die die Läufer in den 19 Tagen zurückgelegt haben, wenn sie auf der Zugspitze ankommen. Doch das allein macht das Rennen nicht so hart. „Bislang ist es immer auf Asphalt und an den Straßen entlang gegangen“, so Vogl weiter, doch „diesmal laufen wir auch querfeldein.“ Die Geislinger Steige beispielsweise wurde über Feld- und Waldwege überquert, sogar durch Wiesen mussten die Teilnehmer laufen. Mal ganz abgesehen davon, wie schwer es ist, den Weg zu finden, „muss man sich immer wieder auf den unterschiedlichen Untergrund einstellen“. Es sei ganz schwer, hier einen guten Rhythmus zu finden, und „das macht auch die Zeiten, die wir laufen, relativ langsam“.

Inzwischen merkt man Konrad Vogl auch die Erschöpfung an: Zwei Wochen lang war er – egal, wie lange die Strecke war – munter und fröhlich am Telefon. Am Sonntagabend spürt man die Erschöpfung. „Der Körper läuft jetzt wirklich auf Reserve. Momentan hält mich nur der Gedanke aufrecht, dass wir schon nah am Ziel sind.“ Und je näher man der Heimat komme, umso mehr wünsche man sich, endlich anzukommen. Mit diesem Wunsch ist der Reichlinger Ultraläufer nicht allein. Wurde anfangs in den Turnhallen, in denen die Läufer übernachten, noch miteinander geredet und gefachsimpelt, so wurde es – je länger der Lauf dauerte – immer ruhiger. Inzwischen versuche jeder nur noch zu regenerieren, Kraft zu tanken für den nächsten Tag – und zu schlafen. Denn, auch wenn die Strecken nun kürzer sind: Die Erschöpfung lässt sich nicht mehr abstreiten. „Gerade bei den Trails muss man extrem aufpassen, um nicht jetzt noch umzuknicken“, sagt Vogl – nicht nur der Körper wird müde, auch der Kopf wird leer.

Und beiden – Kopf und Körper – will Vogl ab Freitag erst mal Ruhe gönnen. „Eigentlich wäre schon bald eine deutsche Meisterschaft, bei der ich mitlaufen wollte“, erzählt er. „Doch darauf werde ich verzichten. Wenn mich mein Körper hier durchbringt, dann hat er sich auch die nötige Erholung verdient.“ Und eine deutsche Meisterschaft gebe es auch im nächsten Jahr wieder – der Deutschlandlauf dagegen wird so bald wohl nicht mehr wiederholt. (mm)

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