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Tourismus
24.07.2020

Die Seeanlage ist kein Wohnmobilstellplatz

Wohnmobile verstellen in Schondorf regelmäßig den Blick von der Seestraße auf den Ammersee.
Foto: Thorsten Jordan

Auch in Schondorf und Finning ist der Camping-Boom mittlerweile zu spüren. Doch die rollenden Urlaubsquartiere sind nicht überall beliebt. Welche Schritte die Gemeinden jetzt unternehmen

Schondorf und Finning sind bei Campern derzeit beliebt. Inzwischen gibt es auch eigene Apps, die den Campern in Deutschland den Weg zu günstigen Übernachtungsmöglichkeiten weisen. Auch Stellplatzempfehlungen für Schondorf und Finning sind dort geführt. „Jeden Tag stehen vier bis fünf Camper in der Seestraße“, berichtete Bettina Hölzle (CSU) bei der jüngsten Schondorfer Gemeinderatssitzung unter dem Punkt Verschiedenes. Auch am Parkplatz des Friedhofes nehme das Wildcampen überhand.

Einige Anwohner haben sich schon bei ihr beschwert, führte Hölzle in der Sitzung weiter aus. Außerdem würden die Schondorfer Stellplatzmöglichkeiten in der Camper-App in der Seestraße als besonders gut angepriesen, da die Nähe zum Kinderspielplatz und den sanitären Anlagen in der Seeanlage als positiv bewertet würde. Auch würde in der Seeanlage munter gegrillt, sei ihr von Bürgern berichtet worden. Hölzle forderte, dem Wildcampen einen Riegel vorzuschieben und Schilder aufzustellen. Außerdem sollten professionelle Stellplätze für Wohnmobile ausgewiesen werden.

Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) meinte, dass es nichts nütze, nur ein Schild aufzustellen. Er verwies auf die überarbeitete Satzung über die Benutzung der Seeanlagen, die im vergangenen Jahr neu beschlossen worden ist. Laut dieser Satzung dürfen dort beispielsweise Kraftfahrzeuge nicht fahren oder parken, es darf nicht campiert oder genächtigt werden, Partys sind nicht erlaubt und die Rasenfläche darf nach 22 Uhr nicht benutzt werden. Der Bürgermeister schlug vor, die Satzung in der Anlage mittels dreier Schilder bekannt zu machen. Dies könne entweder mit Piktogrammen oder in Schriftform geschehen. „Bisher haben wir darauf verzichtet“, sagte er.

Luzius Kloker (Grüne) sagte, dass bei seinen Gesprächen mit Schondorfern kein richtiger Grund genannt worden sei, warum die Camper stören. „Einfach mal dagegen“ sei die Haltung. Aus der CSU-Fraktion wurde aber ein rasches Handeln gefordert. Bürgermeister Herrmann schlug daher vor, die Parkzeit in dem betroffenen Abschnitt der Seestraße auf vier Stunden zu begrenzen. Das könnte vom Parkwächter kontrolliert werden.

„Die Leute im Camper drehen einfach die Parkscheibe weiter“, wandte dagegen Wolfgang Schraml (FWS) ein. Da kein Gemeinderat fehlte, ließ Herrmann zunächst abstimmen, ob über diesen Punkt, der nicht auf der Tagesordnung stand, in der gleichen Sitzung entschieden werden soll. Dies wurde mit großer Mehrheit bejaht. Für Verbotsschilder mit den Inhalten der Seeanlagensatzung sprachen sich zwölf Gemeinderäte aus, fünf votierten dagegen. Für die Zeitbegrenzung von vier Stunden im Abschnitt der Seestraße beginnend etwas oberhalb der Seeanlage bis zum Strandbad Forster war eine Mehrheit von 13 Gemeinderäten. Zusätzlich noch Schilder mit dem Hinweis „Camper oder Wohnmobile verboten“ aufzustellen, war der Mehrheit von 11:6 Gemeinderäten doch zu viel. Dieses Schild kommt aber an den nördlichen Parkplatz am Friedhof, wurde mit 13:4 Stimmen beschlossen. Außerdem sollen in der App die Verbote bekannt gemacht werden, was eine Gemeinderätin übernommen hat. Beschafft werden die Schilder so schnell wie möglich. Bürgermeister Herrmann rechnet hier mit zwei bis drei Wochen Lieferzeit.

Auch in der Gemeinde Finning gibt es derzeit Klagen über viele Wohnmobile, die die Parkplätze am Windachspeicher nutzen. Rainer Tief wies kürzlich in einer Gemeinderatssitzung auf auffallend viele Camper hin, die wohl auch über die App informiert sind. Bürgermeister Siegfried Weißenbach hat sich inzwischen mehrmals selbst dort umgesehen. Auf dem unteren Parkplatz sei niemand gestanden und bei der Windachseealm stehe ab und zu mal ein Camper. Das sei aber nicht weiter störend, meint er.

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