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Verein

19.07.2016

Aus für den Kneippverein

Weil sich kein Leiter findet, kommt das Ende. Dabei gäbe es eigentlich Grund zu feiern

Eigentlich hätte der Kneippverein Mindelheim heuer allen Grund zur Freude. 90 Jahre alt wird der Verein, der sich der Ideen von Pfarrer Sebastian Kneipp verschrieben hat. Nach Feiern ist dem Vorstand und den 70 Mitgliedern derzeit aber nicht zumute. Der Verein löst sich zum Jahresende auf.

Edeltraud Neubauer steht dem Verein seit rund 20 Jahren vor. Schon vor zwei Jahren hat sie auf einer Mitgliederversammlung deutlich gemacht, dass sie die Aufgabe gerne in jüngere Hände übergeben würde.

Auf der Weihnachtsfeier 2015 hat sie vor rund 20 Anwesenden noch einmal den Ernst der Lage beschrieben. Bereitfinden mochte sich aber niemand, die Aufgabe als Vorsitzender zu schultern.

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Am 12. Februar fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Auch hier ging es um den Vorsitz. Und auch hier kam es zu keiner Lösung. Neubauer kann das sogar nachvollziehen. Fast alle Mitglieder sind 70 und älter. Da mag man keine solche Aufgabe mehr übernehmen.

Dem Kneippverein fehlt der Nachwuchs. Damit war das Ende des Vereins besiegelt. Zum Jahresende läuft für die Mitglieder dann auch der Bezug der Kneipp-Blätter aus, die vom Kneippbund erstellt werden.

Drei Kneipp-Becken gibt es in Mindelheim. Die Wassertretanlagen am Landratsamt und im Neubaugebiet im Norden der Stadt gehen auf den Kneippverein zurück. Die dritte Anlage steht in der Nähe des Freibades. Um sie kümmern sich die Stadt und der Landkreis weiter.

Der Kneippverein hat Kurse in Tanz- und Wassergymnastik angeboten. Zum Teil können diese jetzt unter dem Dach des TSV Mindelheim fortgeführt werden.

Nachwuchsprobleme haben auch andere Kneippvereine, sagt Neubauer. Landsberg zum Beispiel habe auch keinen neuen Vorsitzenden mehr gefunden. Dass es gleichwohl schade ist, dass Jüngere hier keine Verantwortung übernehmen wollen oder können, sagt sie auch. Ganz will sie die Hoffnung aber nicht aufgeben angesichts der vielen, die die Kneippbecken nutzen. Jederzeit könne der Verein wieder gegründet werden. Er sei nicht einmal ein eingetragener. (jsto)

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