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Bad Wörishofen
03.08.2021

Was wird aus Bad Wörishofens Musiktalenten?

Wer ein Instrument erlernen will, hat es in der Corona-Pandemie schwerer. Gleiches gilt auch für die Musikschulen in ihrem Bemühen um neue Schülerinnen und Schüler.
Foto: Bernd Feil

Bad Wörishofens Musikschule muss in der Corona-Pandemie neue Wege gehen, um Schülerinnen und Schüler zu gewinnen. Stadtrat erhöht Gebühren.

Unterricht in der Corona-Pandemie war eine Herausforderung – und ist es weiter. Bei der Musikschule in Bad Wörishofen kann man davon ein Lied singen. Vor Corona war es leicht, mit künftigen Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen. Diese Möglichkeiten gibt es längst nicht mehr. Die Verantwortlichen müssen neue Wege gehen, um Musiktalente anzusprechen. Der Unterricht, den sie in Bad Wörishofen dann erhalten können, wird allerdings teurer. Das hat der Stadtrat nun beschlossen.

„Die Musik spricht für sich allein, vorausgesetzt, wir geben ihr eine Chance.“ Das Zitat stammt vom weltbekannten Geiger Yehudi Menuhin, der bereits im Alter von vier Jahren seine einmalige Laufbahn als herausragender Musiker begann. Um die Sprache der Musik zu erlernen, können sich Buben und Mädchen bereits jetzt für das neue Schuljahr in Bad Wörishofens Musikschule anmelden. Das funktioniert am schnellsten über die Website musikschule-bw.de.

"Musik macht das Gemeinschaftliche aus", sagen die Leiter von Bad Wörishofens Musikschule

Die Leiter der Musikschule, Magnus Blank und Klaus-Jürgen Herrmannsdörfer freuen sich besonders darüber, wieder Präsenzunterricht anbieten zu können. Sie sagen unisono: „Musik macht das Gemeinschaftliche aus. Wie schön waren die letzten Proben endlich wieder miteinander musizieren zu können.“

Hoffnungsvoll ins neue Schuljahr (von links): Klaus-Jürgen Herrmannsdörfer (Leiter), Melanie Schiefele, Max Greifenhagen, Patrick Henrichs, Markus Orf, Zsolt Gazsarovszky, Magnus Blank (Leiter), Ingrid Baum, Beate Münnich, Winfried Probst, Melanie Hafner, Edit Gazsarovszky und Kathrin Lapsit-Hanel sind Lehrkräfte an Bad Wörishofens Musikschule.
Foto: Maria Schmid

Dass das gelang, zeigten Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler bei den erfolgreichen Veranstaltungen während der Sommerkonzerte im Juli dieses Jahres. War es doch während des Lockdowns in der Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten nicht möglich, diese Gemeinsamkeiten zu genießen. So hatte zum Beispiel die JazzKur Big Band der Irmgard Seefried Sing- und Musikschule vor dem Konzert nur die Möglichkeit zu drei gemeinsamen Proben. Dazu musste die Band auch noch in den großen Saal des evangelischen Gemeindezentrums der Erlöserkirche ausweichen. Der Unterricht für Schülerinnen und Schüler fand fast ausschließlich online statt – und das bereits seit März 2020.

Teilweise musste die Musikschule Bad Wörishofen in der Pandemie ganz schließen

Teilweise musste die Schule ganz schließen. Ob es im September bei Präsenzunterricht bleibt? Das stehe derzeit „in den Sternen“, kommentieren Blank und Herrmannsdörfer. Jetzt gehe es um die Anmeldungen. Freie Plätze gebe es noch genügend. Vor Corona kamen die Grundschüler in Bad Wörishofen im Unterricht automatisch in Kontakt mit der Musikschule. Das geht nun seit fast zwei Jahren nicht mehr. Nun muss die Initiative von den Kindern oder Eltern kommen. Bei der Musikalischen Früherziehung für Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren kommt die Musikschule beispielsweise auch in die Kindergärten und die Kita St. Anna. Auch für die musikalische Grundausbildung der Grundschulkinder gibt es noch reichlich Plätze.

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Die Lehre aus dem Lockdown: Online-Unterricht ist weiterhin ein Zusatzangebot. Die Musikschule nutzt ihn zum Beispiel bei Urlaub, Quarantäne oder wenn der Präsenzunterricht nicht möglich ist. Blank und Herrmannsdörfer hoffen, dass trotz der Delta-Variante des Covid 19, die Normalität des Unterrichts weiter möglich sein wird. Dieser Unterricht wird nun etwas teurer.

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Foto: Maria Schmid

Seit drei Jahren habe es keine Erhöhung gegeben, betonten die Leiter. Jetzt liege sie – und nicht in allen Bereichen – bei knapp zwei Prozent. Der Stadtrat hat die Erhöhung jüngst beschlossen. Darüber gab es keine Diskussion. „Ziel ist eine Kostendeckung von 50 Prozent“, sagte Geschäftsleiter Martin Aicher im Rat. Derzeit liege die Musikschule sogar etwas über diesem Wert. „Es wäre gut, diesen Vorsprung zu halten“, betonte Aicher. Es stünden Tariferhöhungen für die Beschäftigten bevor. Die neue Satzung tritt am 1. September in Kraft.

Wen die Gebührenerhöhungen in Bad Wörishofen treffen - und wen nicht

Die Erhöhungen betreffen bei Weitem nicht alle Bereiche. Einzelunterricht für Jugendliche wird zumeist teurer. 22,5 Minuten kosten künftig 504 statt 495 Euro, wenn man seinen Wohnsitz in Bad Wörishofen hat. Alle anderen zahlen 684 statt 675 Euro pro Jahr. Am teuersten für Jugendliche ist der 45-minütige Einzelunterricht mit künftig 1008 statt 990 Euro oder 1368 statt 1350 Euro für Auswärtige. Zum Vergleich: Bei den Erwachsenen liegt dieser Preis bei 1620 Euro oder 2214 Euro für Auswärtige. Der 45-minütige Unterricht für Jugendliche in Zweiergruppen wird ebenfalls etwas teurer. Die Jahresgebühr steigt von 492 auf 504 Euro oder von 654 auf 684 für Auswärtige. Die musikalische Grundausbildung beispielsweise kostet weiterhin 216 Euro oder 282 Euro für Auswärtige.

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