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Wohnen

26.06.2019

Bad Wörishofen ebnet Weg für bezahlbare Mietwohnungen

Die Stadtentwicklung von Bad Wörishofen steht nun im Mittelpunkt eines Konzeptes.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Am nördlichen Stadtrand von Bad Wörishofen ist ein Projekt auf dem Weg, das ein drängendes Problem der Stadt ein wenig mildern soll.

Wohnen wird in Bad Wörishofen seit Jahren immer teurer. Der Markt für hochpreisige Eigentumswohnungen boomt, günstige Mietwohnungen sind dagegen mittlerweile Mangelware. Nun kommt Bewegung in diesen Markt. Die Stadt Bad Wörishofen hat am nördlichen Stadtrand Grund angekauft und an die Wohnbaugesellschaften von Bad Wörishofen und Mindelheimer weiterverkauft.

Diese werden dort insgesamt 54 Mietwohnungen mit Preisbindung bauen, berichtete Bernhard Oberstaller vom Bauamt am Montagabend im Stadtrat. Die Ratsmitglieder genehmigten einstimmig den dazu nötigen Bebauungsplan „Hahnenfeld“ mit 1,7 Hektar Fläche.

Es geht um das Gebiet am Waldrand, zwischen Erlenweg, Gärtnerweg und Hahnenfeldstraße, im Norden begrenzt durch die Lindenallee. Sechs Mehrfamilienhäuser samt Tiefgarage wollen die Wohnbaugesellschaften errichten. Für den Rest des Gebiets werden weitere mehrgeschossige Häuser erlaubt, auch für den bestehenden Garagenhof, wo laut Oberstaller eine Wohnanlage entstehen soll.

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So soll das neue Baugebiet Hahnenfeld am Nordrand der Stadt aussehen.
Bild: Reiser/Mohrenweis/Stadt

Ganz unkompliziert wird die Bebauung nicht werden. Durch die Nähe zum Wald gilt Windwurfgefahr für Teile des Baugebiets. Dort müssen die Gebäude verstärkt werden, war in der Sitzung zu erfahren. Weil der Wald und auch ein kleiner Teil des Baugebietes zudem europäisches Schutzgebiet (FFH) für die seltene Bechsteinfledermaus ist, muss noch ein Gutachten erstellt werden, ob sich Bauvorhaben und Fledermaus-Lebensraum vertragen, schilderte die Landschaftsarchitektin Kathrin Mohrenweis.

Der SPD hat es zu lange gedauert, bis etwas passiert

SPD-Fraktionssprecher Stefan Ibel begrüßte das Vorhaben. Er selbst habe einen fraktionsübergreifenden Antrag mit auf den Weg gebracht, der bezahlbaren Mietwohnraum zum Ziel hatte. „Ich bin sehr froh, dass sich nach vier Jahren endlich was tut“, so Ibel.

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Bürgermeister Paul Gruschka (FW) wiederum erinnerte daran, dass der nötige Stadtratsbeschluss im Dezember 2016 gefasst wurde, es also längst nicht vier Jahre gedauert habe. Ibel sagte, die 54 Wohnungen seien natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der Stadtrat müsse an dem Thema dranbleiben. Die Wohnungen seien aber wichtig auf dem Weg, in „unserer Stadt wieder ein soziales Gleichgewicht herzustellen“. Er dankte ausdrücklich auch den Investoren, die sich hier engagieren. „Der Bedarf ist übergroß und wird weiter wachsen“, ist Ibel überzeugt. „Wir waren uns damals im Stadtrat alle einig“, sagte Gruschka zu dem Projekt.

So groß sollen die geplanten Wohnungen werden

„Ich bin froh, dass sich in Sachen Wohnbau etwas tut“, sagte auch Stadtentwicklungsreferent Daniel Pflügl (Grüne). „Unsere Bemühungen tragen Früchte.“ Pflügl lobte auch, dass man sich „intensive Gedanken zur Begrünung“ gemacht habe. Einen „ganz klaren Akzent für bezahlbares Wohnen“, nannte CSU–Fraktionssprecher Stefan Welzel das Projekt. Man müsse das Thema weiter verfolgen. Es sei auch ein Zeichen, dass „wir trotz hoher Bodenpreise in Bad Wörishofen den Verkaufspreis so attraktiv gestalten konnten“, dass die Bauherren dies an die Mieter weitergeben können. Ausschließen sollte man im Bebauungsplan noch die Gartengestaltung mit Schotter forderte Welzel.

Die geplanten Wohnungsgrößen reichen laut Oberstaller von rund 40 bis über 100 Quadratmeter. So sollen Alleinstehende wie Familien Passendes finden. Über die künftige Verkehrsbelastung machte sich Alwin Götzfried von der FW-Fraktion Gedanken. Er befürchtet, dass die Hahnenfeldstraße damit nicht fertig wird. (m.he)

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