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Kommunalpolitik

08.01.2019

Bezahlbares Wohnen im Mittelpunkt

Musikanten der Kapelle „Milch-Harmonie“ bliesen den Freien Wählern beim Dreikönigstreffen in Kammlach zünftig den Marsch. Über das große Interesse an der Traditions-Veranstaltung freuten sich mit Landrat Hans-Joachim Weirather auch KKWB-Geschäftsführer Florian Schuster und Vorstand Stefan Drexel.
Bild: Issing

Beim traditionellen Neujahrsempfang beschwören die Freien Wähler den Zusammenhalt

„Lasst die Finger von der Bundespolitik“, riet Stefan Drexel, Vorstand des Vereins der Freien Wähler im Unterallgäu seinen im Bayerischen Landtag mitregierenden Kollegen. Strikt wandte er sich gegen alle Bestrebungen der Freien Wähler, in den Bundestag einzuziehen. „Wir sind angetreten, um in den Gemeinden eine vernünftige Sachpolitik zu betreiben, und das sollte auch so bleiben“, machte Drexel beim traditionellen Dreikönigstreffen deutlich.

Ob der mit dem Referat „Die Freien Wähler zwischen Aufbruch und Verantwortung“ angekündigte Landtagsvizepräsident Alexander Hold auch so denkt, erfuhren die Gäste nicht. Der als „Fernsehrichter“ bekannte Politiker hatte sich kurzfristig krank entschuldigt. In die Bresche sprang zunächst Florian Schuster. Der Geschäftsführer der Landkreiswohnungsbau Unterallgäu (LKWB) prognostizierte, dass das Thema „bezahlbarer Wohnraum“ die Städte und Gemeinden im Unterallgäu angesichts einer starken Wirtschaftskraft und vermehrten Zuzugs vor große Herausforderungen stelle. Mit Nachdruck plädierte Schuster deshalb für Kooperationen mit kommunalen Wohnungsunternehmen sowie Wohnungsbaugenossenschaften.

Die LKWB, wie auch die Mindelheimer Genossenschaft, so der Geschäftsführer leisten mit ihrer Neubautätigkeit, wie auch mit ihren Bestandsinvestitionen einen wesentlichen Beitrag zu bezahlbarem Wohnen. Mit einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 5,12 Euro pro Quadratmeter seien diese Bauträger auch Garanten für eine funktionierende Mietpreisbremse im Kreis.

Landrat Hans-Joachim Weirather blies in dasselbe Horn. Er beschwor den Geist der Gemeinsamkeit und wertete angesichts zunehmender Wohnungsnot die Landkreiswohnungsbau als „einen Schatz, den man weiter hüten werde“. Stark machte sich der Landkreischef auch für Europa. An diesem „Friedensprojekt“ müsse man weiter arbeiten, keineswegs dürfe man es infrage stellen, forderte er.

Mit großem Interesse lauschten die Freien Wähler der von Weirather vorgetragenen Leistungsbilanz des Landkreises 2018, wie auch den Plänen für 2019. So will der Kreis demnächst 75 Millionen Euro für die beiden Klinikstandorte in Mindelheim und Ottobeuren ausgeben. Um die medizinische Versorgung der Patienten bemüht, will man in Funktions-Diagnostik, in den Brandschutz, in neue Operationssäle sowie moderne Gebäude für den Intensivbereich investieren.

Recht deutlich wurde der Landrat bei der Frage „Fusion mit dem Klinikum in Memmingen“: „Wenn unsere Wunschbraut sich weiterhin ziert und wir vergebens vor dem Fenster stehen und um ihre Gunst buhlen, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns nach den schönen Töchtern anderer Mütter umzuschauen“, sagte er. Weirather verwies im Lauf seiner Rede auch auf den Aktionsplan „Leichte Sprache“ für Menschen mit Behinderung und kündigte an. „Künftig wird das Landratsamt mehr in verständlicher Sprache informieren“.

Eine wichtige Aufgabe sieht Weirather in der Palliativ-Versorgung durch den Hospizverein St. Elisabeth, an dessen Personalkosten sich der Landkreis gerne beteiligt.

Ganz europäisch gab sich zum Entrée des Dreikönigstreffens auch die Kapelle „Milch-Harmonie“. Mit der Eurovisionsmelodie blies sie den Freien Wählern zünftig den Marsch.

Schließlich meldete sich noch Kammlachs Bürgermeister Josef Steidele zu Wort. Der Rathauschef informierte über geplante Bauvorhaben. Höchste Priorität habe weiterhin die Wasserversorgung in Unterkammlach. Derzeit wird ein Brunnen-Standort erkundet. Ist er gefunden und stellt sich die benötigte Menge Wasser ein, wird im Frühjahr mit der Bohrung begonnen. Steidele kündigte zudem den Bau eines neuen Hochbehälters mit einem Fassungsvermögen von 500 Kubikmeter Wasser und auch eine Sanierung der Versorgungsleitung nach Unterkammlach an. Den veränderten Verhältnissen angepasst wird auch das Wasserschutzgebiet. Solange die Baumaßnahmen laufen, werden die Einwohner mit Trinkwasser aus den Brunnen der Mang-Werke versorgt. In die Wasserversorgung investiert die Gemeinde 3,2 Millionen Euro. Vom Wasserwirtschaftamt wurde ihr eine angemessene, finanzielle Förderung zugesagt.

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