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Bad Wörishofen

23.11.2019

Datenschutz stoppt Regelung für Ehrenkurgäste

Die Kurstadt Bad Wörishofen hat treue Gäste.
Foto: Ulrich Wagner

Plus Bad Wörishofens treuste Gäste müssen künftig selbst für Ehrung aktiv werden.

Wer als Gast Bad Wörishofen die Treue hält, wird belohnt – mit dem Status als Ehrenkurgast. 657 Ehrenkurgäste hat Bad Wörishofen derzeit, die vom Kurbeitrag befreit sind. Treue soll sich ja auch Auszahlen. Für den Ehrenkurgaststatus ist die Zahl der Übernachtungen in der Kneippstadt ausschlaggebend. Diese wird deshalb fortlaufend erfasst und gespeichert, damit Ehre erhält, wem Ehre gebührt. Doch damit ist jetzt Schluss. Die Datenschutzgrundverordnung bedeutet das Aus für die Bad Wörishofer Tradition. Zudem hegt der Kommunale Prüfungsverband Zweifel daran, dass die Beitragsbefreiung rechtlich einwandfrei ist.

Was das bedeutet, erklärt Bad Wörishofens stellvertretende Kurdirektorin Cathrin Herd auf Nachfrage unserer Redaktion. Demnach werde es nach dem 31. Dezember 2019 keine neuen Ehrenkurgäste mehr in Bad Wörishofen geben. Die Stadt darf nach der Datenschutz-Regelung nicht mehr unbegrenzt speichern, wie oft Gäste in Bad Wörishofen übernachtet haben. Das wäre auch technisch künftig nicht mehr möglich, wie sich nun zeigt. Denn aktuelle Software bietet diese Funktion gar nicht mehr an.

Man werde aber noch Ehrungen, die unmittelbar anstehen, abarbeiten, kündigt Herd an. Wer schon Ehrenkurgast ist, wird diesen Status auch behalten.

Bad Wörishofen führt den Treuepass ein

Bad Wörishofen will aber auch künftig nicht darauf verzichten, treue Gäste zu ehren. Deshalb wurde gemeinsam mit den Vertretern der Beherbergungsbetriebe eine neue Regelung ausgearbeitet. Ab 2020 wird es den „Bad Wörishofener Treuepass“ geben. Er wurde vor Kurzem im Stadtrat vorgestellt. Ab einem Aufenthalt von fünf Nächten in Bad Wörishofen erhalten Gäste der Darstellung zufolge einen Eintrag mit dem „Kneipp-Treuestempel“. Das übernimmt der Vermieter. Es werde künftig der einzige Nachweis über getätigte Übernachtungen in Bad Wörishofen sein. Das bedeutet: Wer den Treuepass verliert, verliert auch die Treuepunkte. Ehrungen gibt es gemäß der Treuepass-Regelung ab zehn Einträgen. Dafür gibt es dann ein Präsent des Kur- und Tourismusbetriebes, das aus einem Gutschein für zwei Mal Kaffee und Kuchen besteht. Wer 25 Einträge vorweisen kann, erfährt eine Ehrung durch den Kur- und Tourismusbetrieb: die silberne Kneipp-Nadel. Dazu gibt es ein Geschenk. Wer 40 Einträge angesammelt hat, den besucht der Bürgermeister. Als Auszeichnung für diese treuen Gäste gibt es dann die goldene Kneipp-Nadel und ein Geschenk.

Es steht noch eine weitere wichtige Entscheidung an

Um geehrt zu werden, müssen die Gäste allerdings selbst aktiv werden. Der bisherige Automatismus endet. Es wird ein Formular zur Gästeehrung geben, welches von den Gästen ausgefüllt und zusammen mit dem Treuepass an der Gäste-Information im Kurhaus vorgelegt werden muss. Dort wird die Ehrung dann bestätigt. Das Formular werde ab 2020 an der Gäste-Info oder über die Internetseite der Stadt erhältlich sein.

Noch eine wichtige Entscheidung steht im Frühjahr 2020 an: Kurbetrieb und die Vermieter prüfen einen Wechsel der Gästekarte. Man erhofft sich dadurch geringere Kosten für Kurbetrieb und Vermieter, den Wegfall zahlreicher Schnittstellenprobleme, eine hohe Identifikation mit der dann eigenen Karte „für Bad Wörishofen und Kneipp“, wie es heißt, zudem eine einfachere Handhabung. Eine neue Karte könnte dann auch personifiziert werden.

Man müsse den Wechsel allerdings gut überlegen, er sei mit Aufwand und Kosten für Kurbetrieb und Vermieter verbunden. Die Entscheidung soll im Frühjahr 2020 fallen, andernfalls müsse man viel Geld in Systemupdates investieren. Um Doppelbelastungen vor allem für kleinere Betriebe zu vermeiden, soll die Verpflichtung zur elektronischen Meldung aller Beitragspflichtigen mit mehr als zehn Betten erst zum 1. Januar 2021 in Kraft treten.

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