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Türkheim

26.05.2020

Der ungewöhnlichste Zaun im Unterallgäu

Wohin mit ausrangierten Fahrrädern? Die Türkheimerin Gusti Wachter hatte da eine besondere Idee: sie errichtete an einer Gartenseite einen Zaun aus alten Fahrrädern. Nicht nur als Dekoration, sondern auch ein gutes Beispiel für Recycling, mit einem Erlebnis in Vietnam als Hintergrund.
Bild: Sabine Schaa-Schilbach

Plus Gusti Wachter aus Türkheim hat eine besondere Verwendung für ausrangierte Fahrräder. Jetzt ist Türkheim um eine nette Kuriosität reicher.

Wer in Türkheim spazieren geht, kann immer mal wieder Erstaunliches entdecken. Wie beim Haus von Gusti Wachter in der Jakob-Sigle-Straße. Acht ausrangierte Fahrräder, von antik bis noch gebrauchsfähig, ersetzen dort seit wenigen Tagen den Gartenzaun. Sie sind an jeweils ein altes ausrangiertes Heizungsrohr gekettet, eines macht sogar „Vorderrad-Handstand“.

Wie kam Gusti Wachter auf diese ausgefallene Idee? Ihr Garten war auch ohne die Fahrräder schon ein Hingucker: ein rotes hölzernes Boot liegt im Vorgarten vor Anker, und auf der Wiese unter den Bäumen findet sich genug Raum für kleine und große Keramik-Tiere und eine Horde Gartenzwerge. Gusti Wachter liebt es, ihren Garten in ein Kunstwerk zu verwandeln. Und sie liebt das Reisen. Zusammen mit ihrer Schwester war sie mehrmals unterwegs in Asien: Laos, Kambodscha, Vietnam. In Vietnam hat dann auch die Geschichte mit dem Fahrradzaun ihren Anfang genommen.

Ein Kurierfahrer wies den Frauen in Vietnam den entscheidenden Weg

Vor einem guten Jahr im Winter in Vietnam unterwegs, kamen die beiden Frauen in Kontakt mit einem einheimischen Kurierfahrer. Mit dessen Hilfe konnten sie Lebensmittel besorgen und die mitgebrachten Geschenke für vietnamesische bedürftige Kinder in eine passende Institution bringen. Als Dank wurden die Schwestern in ein Café eingeladen, ein Café mit „einem wunderbaren Zaun aus Fahrrädern, alle in der gleichen Farbe gestrichen.“ So etwas wollte sie bei sich zuhause auch haben. Das stand für Gusti Wachter fest.

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Die Hilfe in Türkheim war groß, nur ein einziges Fahrrad musste Gusti Wachter kaufen

Die Idee war geboren. Zurück in Türkheim ging es dann an die Verwirklichung. „Inzwischen wusste jeder, dass ich alte Fahrräder sammle“, sagt Gusti Wachter. Ein ausrangierter Drahtesel von der Nachbarin. Ein altes Exemplar, das beim Entrümpeln anfiel. „Eines bekam ich auch vom Wertstoffhof. Nur ein einziges habe ich gekauft: ein goldfarbenes Kinderfahrrad für vier Euro, beim großen Bayerischen Flohmarkt im letzten August.“ Bis der Fahrräder dann als Zaun aufgestellt wurden, sollte es noch dauern.

Dann, in einer „Hauruck-Aktion“, war es Mitte Mai soweit: Türkheim ist um eine weitere kreative Sehenswürdigkeit reicher. Gusti Wachter sagt: „Inzwischen haben wir bei unserer letzten Reise nach Vietnam dort einen weiteren Fahrradzaun entdeckt. Es ist doch besser, etwas wieder einem Zweck zuzuführen, als ausrangierte Räder im Keller vor sich hin rosten zu lassen oder in der Natur zu entsorgen oder zur Schrottpresse zu geben.“

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