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Großbrand

02.03.2020

Die Saison startet mit einem herben Verlust

Die über 350 Jahre alte Sölde aus Siegertshofen steht seit 2009 im Bauernhofmuseum in Illerbeuren. Am Samstagabend geriet das Haus in Brand und wurde schwer beschädigt. Der Schaden wird auf rund 750.000 Euro geschätzt.
Bild: Thomas Weigert

Nach Funkenflug brennt die Sölde Siegerthofen im Bauernhofmuseum ab. Ob sie zu retten ist, ist unklar

Passend zum ersten Öffnungstag nach der Winterpause schien gestern die Sonne auf das Schwäbische Bauernhofmuseum Illerbeuren. Über dem Tag, der als fröhlicher Start in die neue Saison gedacht war, lag allerdings ein dunkler Schatten: In der Nacht zuvor war die über 350 Jahre alte Sölde Siegertshofen nahezu abgebrannt. Auslöser könnte ausgerechnet ein Brauchtum gewesen sein, mit dem an diesem Wochenende vielerorts der Winter ausgetrieben wurde – das Illerbeurer Funkenfeuer, das etwa 200 Meter neben dem strohgedeckten Bauernhaus abgebrannt wurde. Möglicherweise ließ eine Windböe die Funken bis aufs Strohdach fliegen. Die Kriminalpolizei Memmingen ermittelt noch, der Schaden wird auf etwa 750.000 Euro geschätzt.

Laut Bürgermeister Hermann Gromer ist die Gemeinde Veranstalter des Funkenfeuers, das traditionell auf dem Platz neben dem Museumsgelände stattfindet. Deswegen waren ohnehin einige Feuerwehrleute vor Ort, zu Hilfe eilten aber auch die umliegenden Wehren aus Kronburg, Kardorf, Lautrach, Legau und Memmingen, insgesamt waren etwa 120 Kräfte bei strömendem Regen im Einsatz. Sie brachten den Großbrand schnell unter Kontrolle und verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf weitere Häuser in der so genannten Baugruppe Mittelschwaben, in der die Sölde steht. Verletzt wurde niemand.

Von einem „herben Verlust“ für das älteste Freilichtmuseum Süddeutschlands sprach Museumsleiter Bernhard Niethammer gestern. Die Sölde steht zwar erst seit 2009 in Illerbeuren, sie zählt dort aber zu den ältesten Gebäuden. Zudem war das Haus baugeschichtlich ein wichtiges Zeugnis, lässt sich an ihm doch beispielhaft der Übergang vom hölzernen zum steinernen Haus ablesen. Gebaut wurde es in der Holzkonstruktion, in die man dann Steinwände mauerte. „Dieser Prozess wird mutmaßlich in Zukunft nicht mehr so nachvollziehbar sein“, bedauert Niethammer angesichts des großen Brandschadens. Ob man den Hof, in dem Wohn- und Stallteil unter einem Dach waren, überhaupt wieder herrichten kann, sei noch nicht abzusehen. „Wir müssen abwarten, bis die Polizei das Gebäude freigibt“, sagt Niethammer. Bis dahin bleibt die gesamte Baugruppe aus Sicherheitsgründen gesperrt, etwa bis Ende April werde das dauern, schätzt er. Das erste Ziel sei nun, die Brandruine so weit abzusichern, dass die Gebäude in unmittelbarer Nähe wieder zugänglich sind.

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