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Bedernau

30.11.2018

Ein Bauer mit Meisterbrief und Meisterpreis

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Der 24-jährige Michael Simon aus Bedernau wird einmal den elterlichen Hof übernehmen. Für den jungen Landwirtschaftsmeister ist die Branche durchaus zukunftsfähig.
Bild: StMELF

Landwirt Michael Simon aus Bedernau hat sich für den Meisterbrief entschieden und wurde ausgezeichnet. Er liebt seinen Beruf aus mehreren Gründen.

66 frisch gebackene Landwirtschaftsmeister und -meisterinnen haben bei einer Feier im Mindelheimer Forum ihre Meisterbriefe bekommen. Allesamt junge Menschen, die offenbar an eine Zukunft in der Landwirtschaft glauben, sonst hätten sie schließlich nicht noch einmal die Schulbank gedrückt.

Einer von ihnen ist Michael Simon aus Bedernau, der in Mindelheim nicht nur den Meisterbrief bekam, sondern auch noch den Meisterpreis des Landwirtschaftsministeriums. Er verriet seine Gründe, warum er sich für diesen Weg entschieden hat, obwohl die Landwirtschaft doch regelmäßig von Krisen eingeholt wird.

Der Bedernauer liebt die Abwechslung im Alltag eines Bauern

24 Jahre jung ist Michael, der zuhause mitarbeitet und den Hof auch in seine Meisterarbeit miteinbezogen hat. Und da sind wir schon beim ersten Grund, warum er sich für die Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister entschieden hat. „Es ist ein unheimlich abwechslungsreiches Betätigungsfeld, das den Umgang mit Menschen, Tieren und High-Tech beinhaltet.“ Ein Blick zeigt, was er meint: Auf dem Hof stehen vier Traktoren, jede Menge moderner Maschinen.

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Nach der Schule absolvierte er das Berufsschulgrundjahr, eine Fremdlehre und schließlich noch ein Jahr im elterlichen Betrieb. Mit 19 hatte er die erste Phase der landwirtschaftlichen Ausbildung durchlaufen. Nach einem Jahr Pause entschied er sich, weiterzumachen. Die letzten zwei Jahre gehörten der Fortbildung. Glück hatte er, dass er den Meisterbrief in Mindelheim machen konnte.

Besonders Spaß habe ihn das sogenannte Meisterprojekt gemacht. Mit den 30 Kälbern auf dem Hof probierte er aus, wie junge Rinder gesund groß gezogen werden können.

Dabei hat Simon herausgefunden, es besser sei, wenn diese den ganzen Tag Zugang zum Fressen haben und nicht zu bestimmten Zeiten gefüttert werden und dann große Mengen fressen müssen.

Der junge Meister gönnt seinen Tieren viel Bewegung und Luft. Der Laufstall ist nach Süden offen. „Kühe sind eigentlich aus ihrer Entwicklung Kälte gewöhnt“, weiß er. „Im Winter bekommen sie ein dickeres Fell.“ Wärme über 15 Grad würde sie stressen. Auch die meisten der 85 Milchkühe auf dem Simon- Hof können sich frei bewegen. Im Laufstall in Bedernau gibt es sogar eine „Kratzmaschine“, an der sich die Tiere bei Bedarf das Fell streicheln lassen können.

Auch beim Futter geht man eigene Wege. So pflanzen die Simons Luzerne, eine eiweißhaltige Pflanze an, um möglichst wenig industrielles Kraftfutter verfüttern zu müssen.

Der 24-Jährige ist seinen Eltern dankbar, dass sie in den Bauernhof in Bedernau regelmäßig investiert haben

Michael ist seinen Eltern dankbar dafür, dass sie in den vergangenen Jahren immer wieder investiert haben, sodass er einmal einen Betrieb mit Zukunft übernehmen kann. „Oft scheitert die Hofübergabe auch an der Angst vor den Investitionen und den damit verbundenen Schulden“, meint der junge Meister.

Und da gibt es noch weitere Gründe, warum er den Weg in der Landwirtschaft weitergehen will. Der Hof sei schon seit 1860 in Familienbesitz. „So etwas kann man nicht ohne Weiteres aus der Hand geben“, betont er. Positiv sei auch, dass seine Eltern noch relativ jung seien, und so betreibe man zu dritt den Hof, der einem Unternehmen gleicht. Der Tag beginnt 5.15 Uhr. Nach sieben Uhr sei man mit der Stallarbeit inklusive Melken fertig. Dann könne man sich den anderen Arbeiten zuwenden. Neben den Kühen hält man auf dem 75 Hektar großen Hof auch noch 200 Mastschweine.

Und die Arbeit geht auf dem Hof nicht aus, aber das Wichtigste sei, dass man sein eigener Herr auf dem Hof ist. Und das ist natürlich auch einer der Gründe, in der Landwirtschaft zu bleiben. Dazu komme noch, dass man Familie und Beruf unter einen Hut bringen könne.

Außerdem könne man heute auch einiges regeln, was früher undenkbar war. Dazu gehört zum Beispiel der Urlaub, auf den man auch als Bauer nicht verzichten müsse.

Seine Freizeit genießt Michael übrigens im heimischen Schützenverein und am Wochenende werden regelmäßig für den SV Bedernau die Stiefel geschnürt.

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