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Mindelheim / Unterallgäu

16.04.2015

Ein Garten zum Genießen

Heidi Müller und Lucia sind schon fleißig.
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Heidi Müller und Lucia sind schon fleißig.
Bild: Verena Kaulfersch

Was ist jetzt zu tun? Experten geben Tipps fürs Frühjahrs-Fitnessprogramm für Rasen, Beete und Co.

Ärmel hochkrempeln und raus ins Freie: Diesem Motto sind bei einer Arbeitsaktion im Kreislehrgarten in Bad Grönenbach jetzt mehr als 20 Helfer aus den Unterallgäuer Obst- und Gartenbauvereinen gefolgt. Auch im grünen Reich zuhause ist für Hobbygärtner einiges zu tun. Fachberater Markus Orf gibt Tipps fürs Frühjahrs-Fitnessprogramm:

Frühjahrsputz

Laub, das über den Winter liegen geblieben ist, muss raus aus den Beeten. Das gilt ebenso für alte Wurzeln, trockene Gräser und Unkraut, denen Heidi Müller, Lucia Sinner und Martina Reisch im Lehrgarten den Garaus machen. „Damit die Rosen auch Luft haben“, lockern die Frauen von den Gartenbauvereinen in Markt Wald, Wolfertschwenden und Woringen gleichzeitig den Boden auf. Das verbessert die Belüftung des Erdreichs und stellt darum eine wichtige Voraussetzung für das spätere Ansäen und das Pflanzenwachstum dar. Behutsam sollte man laut Orf im Umfeld von Stauden vorgehen, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Jetzt sei auch die richtige Zeit, Rasenflächen zu vertikutieren.

Düngen

Damit alles wächst und gedeiht, muss der Nährstoffgehalt stimmen. Ist der Boden vorbereitet, steht deshalb Düngen auf dem Aufgabenzettel. Optimal ist dafür laut Orf Kompost geeignet, der eine deutlich günstigere Zusammensetzung aufweise als Torf. Die richtige Menge seien drei Liter pro Quadratmeter. Einen erhöhten Stickstoffbedarf – etwa im Gemüsegarten – können Hobbygärtner durch den Einsatz von Hornspänen als organischem Dünger abdecken. Soll’s etwas schneller gehen, dann rät Orf zur gemahlenen Form, da hier die allmähliche Zersetzung vor der Aufnahme entfalle.

Rückschnitt

Keine Scheu vor dem Griff zur Gartenschere: Auch das ist ein Gebot im Frühjahr. „Die Rosen dann schneiden, wenn die Forsythien blühen. Das ist eine klassische Regel“, sagt Orf. Bruno Binzer und Peter Kraus aus Buxheim sind schon dabei. Abgestorbene, schwache oder zu dicht stehende Triebe alljährlich zu entfernen, ist bei Edelrosen ein Muss und „Strauchrosen lichtet man ein bisschen aus, sodass die Form des Strauchs erhalten bleibt“, sagt Binzer. Je nach Gruppe variiert die Herangehensweise. Ein fachgerechter Rückschnitt, auch an Sträuchern wie Lavendel, Flieder und Buchs oder an Stauden, dient laut Orf der Verjüngung und Gesundheit der Pflanzen und fördert kräftiges Wachstum. Frostschäden, Krankheitsherde oder welke Stellen sollte man abschneiden. Der Experte warnt aber davor, Gewächse mit Blick auf eine gewisse Kontur zu stutzen: „Das ist nicht pflanzengerecht.“

Anpflanzen

 Bis zu den Eisheiligen (Mitte Mai) ist Vorsicht geboten: „Da müssen wir mit Nachtfrost rechnen. Wenn man Rasen angesät und die Keimphase eingesetzt hat, ist alles kaputt.“ Verschiedene Gewächse kann ein Temperatursturz aber nicht schrecken – Hornveilchen oder Primeln etwa fühlen sich Orf zufolge schon wohl. Und auch im Gemüsebeet tut sich etwas: „Feldsalat zum Beispiel ist unproblematisch: Der verträgt sogar Schnee.“ Hart im Nehmen sind auch Wurzelgemüse-Sorten wie Rettich, Radieschen oder Gelbe Rüben. „Damit kann man schon anfangen“, sagt Inge Wölfle vom Böhener Gartenbauverein.

Über Arbeitseifer und Aufgabenliste sollte man aber eins nicht vergessen, betont Orf: „Der Garten ist auch zum Genießen da.“

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