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Bezirksmusikfest

08.05.2018

Ein halbes Jahrhundert Kirchdorfer Geschichte

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Als Schirmherr wünschte Bad Wörishofens Bürgermeister Paul Gruschka dem Bezirksmusikfest in Kirchdorf einen guten – und trockenen – Verlauf.

Ihren 50. Geburtstag feiern die Kirchdorfer Musikanten mit Gästen und Freunden aus der ganzen Region. Warum Schirmherr Bürgermeister Paul Gruschka seinen Regenschirm am liebsten zuhause lassen würde

Die Kirchdorfer Musikanten sind eine Bank, wenn es darum geht, Blasmusik auf hohem Niveau zu erleben. Seit 50 Jahren gibt es den rührigen Verein nun schon – und natürlich wird dieses Jubiläum mit viel Musik gefeiert.

Mit einem Festabend stimmten die Musikanten gemeinsam mit viel Lokalprominenz auf das anstehende Bezirksmusikfest ein. Vom 30. Mai bis zum 3. Juni wird der Ort zum Mittelpunkt der heimischen Blasmusikszene.

Das 48. Bezirksmusikfest des ASM war auch zugleich ein geschichtsträchtiges Jubiläum der Kirchdorfer Musikanten, die auf ein halbes Jahrhundert seit ihrer Gründug zurückblickten
Video: Reinhard Stegen

Der Festabend war geprägt von der Vorfreude auf dieses Großereignis. Nach einem Stehempfang im Kurhaus von Bad Wörishofen empfingen die Musikanten um ihre Vorsitzende Birgit Weber ihre Gäste mit dem 1. Satz aus der English Folksong Suite von Williams. Andreas Schuster, der Bezirksvorsitzende des Allgäu-Schwäbischen-Musikbundes, betonte dann in seiner Rede, dass es im Jahr 1968 keinesfalls selbstverständlich gewesen sei, eine Blaskapelle zu gründen.

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Dennoch hätten die Unterallgäuer genau dies reichlich getan, unter anderem in Kirchdorf. Schuster würdigte die Verdienste des Vereins und im Besonderen die Leistung von Tom Liebchen, der mittlerweile Ehrendirigent der Kirchdorfer Musikanten ist. Liebchen hat die Kapelle geprägt und sie auf das heutige musikalische Niveau gebracht.

Das betonte auch Schuster, der daran erinnerte, dass aus der anfänglich kleinen Blaskapelle ein symphonisches Blasorchester in Oberstufenqualität geworden ist. Maßgeblich für diese Entwicklung sei auch die rege Teilnahme der Kirchdorfer an allen Wertungsspielen des Bezirks 10 in den vergangenen 20 Jahren gewesen. Schuster oblag es auch, das mittlerweile 48. Bezirksmusikfest offiziell für eröffnet zu erklären.

Die Schirmherrschaft hat Bad Wörishofens Bürgermeister Paul Gruschka übernommen. Er betonte, dass sich die Kirchdorfer Musikanten in vielfältiger Weise im Dorf aber auch in der Stadt Bad Wörishofen engagierten. Gruschka lobte auch die Arbeit der städtischen Sing- und Musikschule.

Diese leiste einen wesentlichen Beitrag zum Gedeihen der Blaskapellen in der Kernstadt und in den Stadtteilen. Gruschka betonte außerdem, dass Bad Wörishofens Kapellen einen hohen Stellenwert bei den Gästen der Kurstadt genießen würden. Die regelmäßigen Konzerte sind aus dem Unterhaltungsprogramm der Kneippstadt nicht wegzudenken.

Dass er am liebsten ein Schirmherr ohne Regenschirm sein würde, sagte Gruschka auch noch und teilte so die Hoffnung der Organisatoren auf bestes Wetter für die Festtage. Nach dem Sankt-Florians-Choral von Thomas Doss setzten sich Theresa Reuther und Kirchdorfs Ehrenvorsitzender Ludwig Högg zu einem unterhaltsamen Zwiegespräch auf eine Gartenbank auf der Kursaal-Bühne.

Bei diesem Hoigata ging es natürlich um ein halbes Jahrhundert Vereinsgeschichte, garniert mit einigen Anekdoten. Passend zum Anlass erfreuten die Musikanten dann mit der Musikfestpolka von Anton Müller, bevor Minister Franz Pschierer ans Rednerpult trat, der Präsident des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes. Pschierer würdigte die Bedeutung der Blaskapellen für die Gesellschaft, insbesondere für Brauchtum und Heimatpflege. Ihn freue es, dass sich nicht nur die Musikalität, sondern auch das Auftreten der Blaskapellen so vorteilhaft entwickelt habe.

Dass es mittlerweile einen sehr hohen Anteil an Mädchen und Frauen in den Kapellen gebe, würdigte Pschierer ebenfalls. Der Präsident nutzte den feierlichen Rahmen, um verdiente Musiker auszuzeichnen. Johannes Bogner, Wilhelm Strobel und Benno Wolfegg erhielten Urkunden und Abzeichen für 50 Jahre aktives Musizieren. Auch Pschierer hofft auf fröhliche Festtage in Kirchdorf. Besonders freut er sich auf seinen Auftritt mit dem Bezirks-Oldie-Blasorchester im Festzelt.

Einen weiteren Schwenk in die Gepflogenheiten des Jahres 1968 unternahm die stellvertretende Landrätin Marlene Preißinger. Mit einem Schmunzeln erzählte sie den Festgästen, dass sie sich bereits als junges Mädchen sehr zur Blasmusik hingezogen fühlte, was damals allerdings überhaupt nicht üblich war. Kirchdorfs Vorsitzende Birgit Weber teilte mit den Festgästen die Vorfreude auf das Bezirksmusikfest. Dass es soviel Zuspruch und Hilfsbereitschaft gebe, freue sie besonders. Geschenke gab es noch dazu: ein ASM-Wappen von Minister Pschierer und einen Geburtstagsscheck von der stellvertretenden Landrätin. Höhepunkt des Bezirksmusikfestes wird der große Festumzug am 3. Juni durch den Ort sein.

Doch schon davor gibt es viel zu erleben, etwa ein großes Böllerschießen am 31. Mai, der Partyabend mit den „Muckasäck“ am 30. Mai, der Auftritt von „Allgäu Power“ am 1. Juni oder der Stimmungsabend mit den „Lederrebellen“ am 2. Juni. (mz, m.he)

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