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Streik

20.05.2015

Erzieher ziehen heute vors Rathaus

32 Kita-Mitarbeiter legen zwei Tage die arbeit nieder. Eltern und Bürgermeister zeigen Verständnis

„Richtig gut – aufwerten jetzt!“ – unter diesem Motto steht der aktuelle Arbeitskampf der Mitarbeiterinnen im Sozial- und Erziehungsdienst. Regional streiken die Kindertagesstätten des Marktes Türkheim an diesem Mittwoch und am Donnerstag.

Für heute Morgen ist um 8 Uhr eine Kundgebung vor dem Türkheimer Rathaus angesetzt, zu der auch ein Vertreter von Verdi-Allgäu erwartet wird. So Susanne Werner und Martina Dempf vom Personalrat der Türkheimer Kitas im Namen der Streikenden in einer Presseerklärung. Die Erzieherinnen würden sich freuen, wenn auch Eltern und Kinder sowie die ganze Bevölkerung sie bei ihren Tarifforderungen unterstützen und zur Kundgebung kommen würden.

Vor allem ginge es um eine deutliche Aufwertung ihres Erzieherberufes. Dies, so Susanne Werner vom Personalrat der Türkheimer Kitas, sei vor allem durch eine deutlich höhere Eingruppierung in den Gehaltstabellen erreichbar. Vor dem Hintergrund des Erzieherinnenmangels sei dies auch im Interesse der Eltern und Arbeitgeber. Nur über eine angemessene Bezahlung könnten junge Menschen für den Erzieherberuf gewonnen werden. Zudem seien die Anforderungen in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Die wachsende Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund, ein höherer und oft ganztägiger Betreuungsbedarf bei Kindern und ein wachsendes Bedürfnis der Eltern nach Austausch und Beratung sowie die Vernetzung mit Fachdiensten und Frühförderstellen und die Umsetzung der Inklusion in den Kitas seien Herausforderungen, die es so vor Jahren noch nicht gab. Diese Erweiterung des Aufgabengebietes von Erzieherinnen müsse sich auch in der Bezahlung bemerkbar machen. Für die Mitarbeiter der Türkheimer Kitas sei die zweitägige Beteiligung am Streik notwendig, um sich mit den bundesweit streikenden Kolleginnen solidarisch zu zeigen und ein öffentliches Zeichen zu setzen. Der Beschluss beim Streik mitzumachen, fiel übrigens einstimmig. Alle 32 pädagogischen Mitarbeiterinnen beim Markt Türkheim waren dafür und streiken mit.

„Der Markt Türkheim ist bei der Bezahlung der Mitarbeiter an den Tarifvertrag Öffentlicher Dienst gebunden. Dieser vom Bundesinnenminister mit der „Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände“ und Verdi ausgehandelte Vertrag ist aus Mitarbeitersicht finanziell wirklich nicht besonders attraktiv. Somit habe ich Verständnis für die Forderungen der Mitarbeiter gegenüber den Verhandlungspartnern in Berlin“ so Bürgermeister Sebastian Seemüller.

Die Leitungen der einzelnen Einrichtungen hätten auch mit vielen Eltern gesprochen. Durch die rechtzeitige Ankündigung hätten alle für einen „Plan B“ gesorgt mithilfe von Oma, Nachbarn und befreundeter Eltern. „Die Kinder können also ohne Notgruppe betreut werden“, so Seemüller.

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