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Bad Wörishofen

12.04.2018

Europas Nummer eins wird noch größer

Thomas Maier hat gut lachen: Sein Unternehmen, die Josef Maier GmbH & Co,. KG ist im europäischen Wildfleischhandel die Nummer ein. Nun woll der Betrieb im Gewerbegebiet von Bad Wörishofen enorm wachsen.
Bild: Markus Heinrich

In Bad Wörishofen werden pro Jahr rund 5800 Tonnen Wildfleisch zerlegt, das entspricht 2500 Rehen pro Tag. Nun investiert das Unternehmen Josef Maier einige Millionen Euro in den größten Ausbau seit 20 Jahren.

In Sachen Wildfleisch ist Bad Wörishofen der Mittelpunkt Europas. Hier sitzt das Unternehmen Josef Maier, besser bekannt als Maier Wild. Thomas Maier, der Inhaber von Europas führendem Wildverarbeiter und -importeur, hat an dem Standort Großes vor. Der Betrieb soll um mehr als ein Drittel wachsen. Er werde zwischen 12 und 14 Millionen Euro investieren, sagte Maier gestern gegenüber der Mindelheimer Zeitung. Der Bauausschuss hat jetzt die Weichen für das Großprojekt gestellt. Um Zukunftssicherheit für den Betrieb zu schaffen, investiert Maier zusätzliches Geld, um Planungssicherheit per Bebauungsplan zu erreichen. Der Ausschuss hat dessen Aufstellung nun beschlossen.

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Zwei der benötigten Grundstücke liegen derzeit außerhalb eines Bebauungsplanes. Das Landratsamt hätte die Erweiterung auch so genehmigt, sagt Bernhard Oberstaller vom Bauamt der Stadt. Aber Maier geht auf Nummer sicher, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert. Maier will eine neue Halle bauen, etwa 75 Meter lang, 29 Meter breit und 12 Meter hoch. Sie soll direkt an das große Kühllager des Unternehmens an der Leonhard-Oberhäußer-Straße angebaut werden.

Maier wird für den Ausbau auch das ehemalige Gelände der Kneipp-Werke nutzen, das ihm zwischenzeitlich gehört. Dort sollen Parkplätze entstehen, mindestens 50 müssen es laut Bauausschuss sein. Denn auch die Zahl der Mitarbeiter soll steigen.

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Derzeit beschäftigt Maier etwa 100 Menschen am Standort Bad Wörishofen. In der Hauptsaison kommen noch einmal etwa 120 Metzger hinzu. In Bad Wörishofen steht die modernste Wild-Zerlegeanlage Europas. Nach Maiers Angaben liegt die Kapazität bei 60 Tonnen am Tag. Das entspricht nach Rechnung des Unternehmens 2500 Rehen oder etwa 1200 Wildschweinen oder rund 800 Hirschen. Die Tiere liefern Jäger, Jagdgenossenschaft, Händler oder staatliche Stellen.

Die Produktionsmenge von Josef Maier ist in den vergangenen zehn Jahren gewaltig gestiegen, von 1500 Tonnen auf zwischenzeitlich 6000 Tonnen, im Vorjahr waren es 5800 Tonnen.

Mit seinem Wildfleisch machte Maier im Jahr 2017 nach eigenen Angaben einen Umsatz von etwa 50 Millionen Euro. Abnehmer gibt es weltweit. Das Unternehmen hält Beteiligungen an den Marktführern in Polen und Ungarn. Mit der Erweiterung wird Maier nun der Entwicklung des Betriebes gerecht. Seit der Gründung im Jahr 1973 wurde Maier Wild Schritt für Schritt ausgebaut. Die nun im Raum stehende Erweiterung ist allerdings die mit Abstand größte Investition der vergangenen 20 Jahre. Maier tätigt sie selbstständig. Die 2011 geschlossene Fusion mit dem Tiefkühl-Giganten Geti Wilba besteht nicht mehr. Seit 2015 ist Josef Maier wieder ein Familienunternehmen.

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