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Geschichte
20.04.2012

Wie arme Flüchtlinge die neue Heimat bereichert haben

2 Bilder

Erinnerungen an die Vertreibung verblassen

Unterallgäu/Pfaffenhausen Vor gut 65 Jahren wurden Millionen Deutsche aus ihren Heimatgebieten im Osten vertrieben und kamen in den Westen. Auch im Unterallgäu galt es, viele tausend Flüchtlinge, aufzunehmen und zu integrieren. Wohnraum zu beschaffen, Arbeit anzubieten und die Versorgung sicherzustellen, waren riesige Herausforderungen. Doch trotz großer Probleme und auch manch heftiger Widerstände bei den Einheimischen, gelang über die Jahre hinweg die Eingliederung. Die Flüchtlinge waren meist mobil und zogen oft rasch dorthin, wo sie Arbeit fanden. Viele Vertriebene blieben aber auch dort, wo sie gelandet oder gestrandet waren. Sie schlugen hier Wurzeln. Gemeindliche Einrichtungen, wie eigene „Flüchlingsgärten“ sowie öffentliche Programme von der Notküche für Flüchtlinge bis zum „Lastenausgleich“ unterstützten die oft bettelarmen Familien. Doch die Flüchtlinge brachten auch manch Wertvolles mit in ihre „neue Heimat“ ein: Ihre Bräuche, andere Essgewohnheiten, Unternehmungsgeist, Fleiß, Handwerkskünste, ihre Kultur, viel Musikalität und vor allem frisches Blut.

Als die ersten Bauernsöhne ein „Flüchtlingsmädchen“ gegen manchen Widerstand heirateten, brach allmählich das Eis. Die Flüchtlinge in den Orten hielten weiterhin zusammen und lebten zum Teil auch gerne ihre Traditionen. Anfänglich gab es sogar eigene „Flüchtlingsbälle“.

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