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21.01.2015

Großkalibrige Erbstücke

Wer Schusswaffen erbt, muss Sorgfalt walten lassen.
Bild: Stoll/Archiv

Funde aus Bad Wörishofen treten letzte Reise an. Landratsamt warnt vor Straftaten durch Unwissenheit

Die Besitzer hatten sich nach einem Bericht der Mindelheimer Zeitung bei der Polizei gemeldet. Wer seine Waffe selbst dort abgibt, macht sich nämlich strafbar. Hintergrund: Eine Waffe führen, darf nur, wer dazu berechtigt ist. Enteignet würden die Besitzer nicht, macht Maier deutlich. Es gebe keine Pflicht, sich von der Waffe zu trennen. Dann allerdings kann es schnell teuer werden, erläutert Hubert Stolp, der Waffenrechtsexperte am Landratsamt. „Manche wollen aus einer Waffe eine Dekowaffe machen“, berichtet er. Selbst umbauen sei allerdings strafbar. Also muss ein Büchsenmacher damit beauftragt werden, anschließend folgt die Abnahme durch das Beschussamt. Die Kosten überstiegen in der Regel den Wert alter Waffen.

Waffenbesitzer erhalten erneut Besuch von Kontrolleuren

Handelt es sich um wirklich wertvolle Waffen, würde im Gegenzug niemand auf die Idee einer Dekowaffe kommen, sagt Stolp. Damit wäre sie entwertet. Solche Waffen können an Berechtigte verkauft werden oder auch im Besitz von Erben verbleiben, wenn diese Sachkunde nachweisen. Dafür sind Prüfungen notwendig, die ebenfalls Geld kosten. Nicht zuletzt müssen Waffen sachgerecht verwahrt werden. „Schon da sagen viele, bevor ich einen Tresor kaufe, gebe ich die Waffe lieber ab“, berichtet Stolp.

In jedem Fall sollten sich Erben von Waffen so schnell wie möglich beim Landratsamt oder bei der Polizei melden, rät Stolp. Denn schon der Transport des Erbstücks nach Hause könnte Probleme verursachen. Auch wer eine geerbte Waffe verkaufen will, sollte sich umgehend melden. Das Landratsamt kann schnell feststellen, ob diese legal war. Wer seine Waffe loswerden will, informiert ebenfalls das Landratsamt. Die Waffe wird dann abgeholt. Vom Landratsamt aus gehen regelmäßig Transporte zum Landeskriminalamt (LKA). Für über 90 Prozent der Waffen ende dort der Weg mit der Vernichtung, sagt Stolp. Nur seltene Exemplare etwa würde das LKA für Schulungszwecke behalten. Beim Rest werde Holz von Metall getrennt, das Metall dann in Gießereien eingeschmolzen. „Gewehre zu Pflugscharen also“, sagt Stolp und schmunzelt. Obwohl jährlich 50 bis 100 Waffen im Landratsamt landen, gibt es im Unterallgäu immer noch mehr als 25000 registrierte Waffen, sagt Stolp. Die Behörde überprüft derzeit alle Waffennummern, um das nationale Waffenregister mit den Erkenntnissen zu aktualisieren, berichtet Stolp. Bis 2017 muss diese umfangreiche Aufgabe erledigt sein. Nach den Tresorkontrollen, die mitterweile abgeschlossen sind, werden also erneut viele Waffenbesitzer Besuch vom Landratsamt bekommen.

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