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Heimkehrer II

24.12.2011

Im Land der wunderschönen Polarlichter

Die Dirlewanger Geigerin Magdalena Deigendesch kommt als Austauschstudentin von Island ins Unterallgäu zurück

Reykjavík Kurze Tage, lange Nächte, kühle Temperaturen, viel Wind und auch viel Niederschlag – will man dort freiwillig leben? In einem Land, das vor Kurzem während der Finanzkrise für Negativ-Schlagzeilen gesorgt hat? Magdalena Deigendesch aus Dirlewang lebt nun seit Mitte August in der Isländischen Hauptstadt Reykjavík, sie hat die schönen Sommermonate mitbekommen, aber auch den rauen Winter, der seit einiger Zeit dort herrscht. „Es hat schon Minusgrade hier“, erzählt sie per Internettelefon, „aber ich habe inzwischen einen Pulli aus isländischer Schafswolle, der wärmt wunderbar und an das Kratzige gewöhnt man sich.“

Geschneit hat es im Gegensatz zum Unterallgäu bereits sehr viel, nachdem es aber Energie im Überfluss gibt, werden die Haupteinkaufsstraßen und deren Gehwege beheizt. Dort, wo keine Heizungen unterhalb der Straßen verlaufen, werde aber überhaupt nicht geräumt und gestreut, „da geht man am besten nur mit Schlittschuhen raus“, berichtet die Austauschstudentin und lacht. Island liege zwar nördlich, aber nicht so weit, wie viele glauben, es sei schließlich immer noch südlich des Polarkreises. Es wird zwar sehr früh dunkel und die Morgendämmerung beginnt erst ab 10 Uhr, aber „man gewöhnt sich daran“, behauptet sie.

Wunderschön seien auch die berühmten Polarlichter. „Kein Wunder, dass viele Isländer immer noch an Geister und Feen glauben“, man müsse sich die Welt bei diesem Naturschauspiel ja magisch erklären. „Man sieht sie ständig, aber sie verzaubern mich jedes Mal aufs Neue!“

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Magdalena Deigendesch studiert seit 2008 Geige an der Musikhochschule in Stuttgart. Ihre Professorin ist Halb-Isländerin, über sie lief dann der Kontakt zur dortigen Kunstakademie. „Isländisch zu lernen in viereinhalb Monaten ist unmöglich“, weiß sie inzwischen, und das trotz Isländisch-Kurs an der Uni. „Aber ich hab’s versucht!“ Das Vokabular sei einfach, die Grammatik aber unglaublich kompliziert. Im Alltag dort sei das aber selten ein Problem gewesen, denn die meisten Isländer würden hervorragend Englisch sprechen, berichtet Magdalena „Horstdóttir“, wie sie – benannt nach dem Vornamen ihres Vaters Horst – auf isländisch heißt.

Die Adventszeit in der Fremde zu verbringen sei interessant, erzählt sie weiter, die Isländer hätten komplett andere Bräuche als die „Festland-Europäer“. Es gibt weder Nikolaus noch Weihnachtsmann noch Christkind, dafür aber eine Hexe namens Gryla, der nachgesagt wird, dass sie am liebsten unartige Kinder fresse. „Man schenkt sich und seinen Freunden zu Weihnachten eigentlich nur Kleidung“, so Magdalena Deigendesch. „Das finde ich eine gute Entschuldigung um Shoppen zu gehen!“ Auch wenn es keine Christkindelmärkte gibt, ist die Stadt doch voller Lichterketten, jedoch nicht kitschig, sondern geschmackvoll, findet sie.

Zu Weihnachten fliegt sie nach Hause nach Dirlewang und natürlich ist die Vorfreude groß, endlich wieder daheim bei Eltern und Geschwistern zu sein.

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