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Kriegsende

25.04.2015

Keine Hitler-Altlast im Archiv

Kneippstadt entzog die Ehrenbürgerwürde bereits 1946

Von einem Ehrenbürger Hitler wollte man in Bad Wörishofen nach dem Zweiten Weltkrieg nichts mehr wissen. Der erste frei gewählte Gemeinderat nach dem Ende der Nazi-Herrschaft hat Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde in einer öffentlichen Sitzung am 12. Juni 1946 entzogen.

Das geht aus Dokumenten hervor, welche das Rathaus gestern zur Verfügung stellte. Neben Hitler wurde auch Reichspräsident Paul von Hindenburg und dem Kommissarischen Bayerischen Ministerpräsidenten Franz von Epp mit dem selben Beschluss die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Das Trio wurde einst gemeinsam am 24. März 1933 mit dieser hohen Wertschätzung der Kneippstadt bedacht. Am 9. Juni 1933 erhielt zudem der Gauleiter Wahl die Ehrenbürgerwürde. Auch diese erkannte der Gemeinderat im Jahr 1946 wieder ab.

Bad Wörishofen geht damit in diesem Bereich unbelastet in das Gedenken für die Opfer der Nationalsozialisten. Bekanntlich werden im Mai an der Bahnhofstraße vor dem Reisbergerhaus Stolpersteine für die Eheleute Glasberg in den Gehweg eingelassen. Die Glasberg-Erben, die heute in den USA leben, nannten das ein wunderbares Zeichen der Bürger von Bad Wörishofen in Erinnerung an die Großeltern, teilte Familiensprecherin Nancy Meyer mit. Die Glasbergs wurden 1944 von den Nazis in Auschwitz ermordet.

Auch Türkheim hatte Hitler mit amtlicher Bekanntmachung im Jahr 1945 die Ehrenbürgerwürde aberkannt. In Mindelheim steht so ein Beschluss offenbar noch aus.

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