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Babenhausen

23.08.2019

Kita in Babenhausen soll auf Schlossareal ziehen

Bürgermeister Otto Göppel, Kindergartenleiter Reinhold Jungwirth und Alexander Graf Fugger (von links) trafen sich zu einem Ortstermin vor einem Teil des ehemaligen Ökonomietrakts.
Bild: Settele

Neubau in Babenhausen ist offenbar vom Tisch. Ehemaliger Ökonomietrakt soll Platz für bis zu 165 Kinder bieten

Dass die Kindertagesstätte „Guter Hirte“ aus allen Nähten platzt, darüber herrscht Einigkeit im Babenhauser Marktrat. Wie berichtet, können einige der benötigten Betreuungsplätze in der kommenden Zeit nur dank einer Ausnahmegenehmigung angeboten werden, unter anderem in Interimsräumen. Diese läuft aber Ende August 2022 endgültig aus. Und wie geht es dann weiter? Zuletzt schien die rasche Planung und Umsetzung eines möglichen Neubaus unerlässlich. Doch nun nimmt die Angelegenheit eine für viele überraschende Wende: Nach mehrwöchigen Vorbesprechungen mit Einbindung des Fürstlichen Hauses und der Kita „Guter Hirte“ soll der ehemalige Ökonomietrakt auf dem Fuggerareal zu einer Betreuungseinrichtung mit bis zu 165 Plätzen umgebaut werden.

Auf Nachfrage bestätigt Bürgermeister Otto Göppel (CSU), dass ein derartiger Beschluss in einer nicht öffentlichen Sitzung gefasst wurde – zwar nicht einstimmig, aber mehrheitlich. Er persönlich stehe voll hinter dieser Entscheidung, zumal es keinen zentraleren Ort in Babenhausen gebe und er kein anderes derzeit erwerbbares Gelände kenne – und die Zeit dränge. Zugleich sieht Göppel in dem Standort durchaus Positives, nicht zuletzt, was den Kontakt zwischen Bürgerschaft und dem Hause Fugger anbelangt.

Kindergarten in Babenhausen: Der Schlosspark bietet sich an

Dem stimmt Alexander Graf Fugger zu. Bei einem Ortstermin erläutert er das Vorhaben in dem L-förmigen ehemaligen Ökonomietrakt. Dieser reicht vom Brauereigebäude, das abgerissen werden soll, in Richtung Süden bis an den Schlosspark. Allein im Dachgeschoss ließen sich mit einem entsprechend sanierten Dachgestühl unvergleichbare Räume einrichten, sagt er. Außerdem könne der ehemalige Gemüsegarten buchstäblich zum Kinder-Garten werden und der Schlosspark biete sich für zahlreiche Aktivitäten an. Die abgebrochene Orangerie könnte möglicherweise eine Auferstehung feiern.

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Da es sich beim Fuggerschloss und damit auch dem Ökonomietrakt um ein „Kulturgut mit nationaler Bedeutung“ handelt, rechnet Graf Fugger mit nicht unerheblichen Zuschüssen aus dem Topf des Denkmalamts, aber auch von anderen Stellen. Gleichzeitig werde das historische Gebäude vor dem Verfall bewahrt und mit Leben erfüllt – und erlebe so eine Art „Revitalisierung“.

Bauherr wird das Haus Fugger sein und die Gemeinde dann praktisch langfristiger Mieter. Dies bestätigt Bürgermeister Göppel, der zudem von einem „Investitionszuschuss“ seitens der Kommune spricht. Der Leiter der Betreuungseinrichtung, Reinhold Jungwirth, kommt geradezu ins Schwärmen, wenn er über das zukünftige Domizil „seines“ Kindergartens spricht. Nach seinen Worten bleiben die drei anderen gemeindlichen Kindergärten in ihrer jeweiligen Struktur erhalten. Lediglich die Übergangsgruppen, die in nächster Zeit provisorisch im Kinderhaus „Hand in Hand“ und in Räumen neben der Bücherei untergebracht werden, sollen wieder integriert werden. Der Zeitplan ist eng, denn die Einweihung soll schon in der ersten Hälfte des Jahres 2022 stattfinden.

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