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Mindelheim

03.11.2020

Mindelheimer Künstlerin Nina Schmid stellt neue Werke aus

Nina Schmid hat im Frühjahr eine große Spendenaktion für die Mindelheimer Tafel organisiert und so anderen Menschen durch die Corona-Krise geholfen. Sie bleibt positiv – auch wenn ihre Ausstellung anders ausfällt als geplant.
Bild: tisch

Plus Nina Schmids Bilder sind ab 4. November im Mindelheimer Salon zu sehen – allerdings wegen Corona nicht wie gewohnt.

Nach Dieter Tegeder im September und Franz Epple im Oktober wäre Nina Schmid die nächste Künstlerin gewesen, die im Salon im November ausstellen sollte. Nun hat die Corona-Krise wieder ihre langen Schatten geworfen und Christel Klemenjak, Vorsitzende des Vereins, hat sich entschlossen, alle Veranstaltungen bis Jahresende abzusagen. Dennoch wird es Kunst im Salon geben, wunderschöne Kunst sogar: die Bilder von Nina Schmid.

Künstlerische Stockstarre nach Lockdown im Frühjahr

Ein Blick zurück: Als im März der Lockdown kam, sei sie zunächst in eine künstlerische Schockstarre gefallen, sagt Nina Schmid. „Dabei war der Lockdown an sich gar nicht das Problem, ich weiß wie schön ich es Zuhause habe.“ Auch den Rückhalt ihrer Familie habe sie gespürt und durchaus die freie Zeit genießen können.

Dennoch hat sie zunächst nicht gemalt, sondern sich in andere Projekte gestürzt. Knapp acht Wochen hat sie vor allem eines gemacht: Anderen Menschen durch die Krise geholfen. Sie initiierte mehrere große Spendenaktionen für die Tafel, sammelte die Waren ein und lieferte sie aus. „Und es ist so viel mehr geworden als erwartet“, freut sie sich noch heute darüber und lobt das Engagement der Mindelheimer. (Mehr dazu auch unter: Spendenaktion: 7300 Euro für die Tafel Mindelheim)

Auf der Suche nach der "alten" Kreativität

In ihrer Familie hat sie geholfen, so gut es ging, und nebenbei Möbel restauriert und Wände bemalt, natürlich bunt – ganz ohne Kreativität war dann selbst diese erste Phase nicht. Schließlich hat sie angefangen, zu ihren künstlerischen Wurzeln zurückzukehren, und sich in das Malen von kleinen Formaten gestürzt. Es war gerade diese diffizile, hohe Konzentration erfordernde Arbeit, die sie wieder innerlich beruhigt hat. Gern hört sie dazu Klassik, fokussiert sich auf das kleinste Detail in ihren Bildern. Sie ist akribisch und verleiht ihren Bildern doch stets die Leichtigkeit der Kunstfertigkeit, die eben keine Mühe, nur Genauigkeit kostet. Wunderbar ausdrucksstark ihre Kohlezeichnungen mit Stadtansichten von Mindelheim und der Burg, die in den vergangenen Monaten entstanden sind.

Nina Schmid hat einen unverkennbaren Duktus.
Bild: Tina Schlegel

Obwohl Nina Schmid bei der letzten Mitgliederausstellung des Kunstvereins im März noch mit einem Affen zu sehen war, der eine Maske trug – Bildtitel: „Keep Smiling“ – hat sich die Krise nicht in ihren Bildern abgezeichnet. Schmid hat keinen düsteren Blick auf ihre Umgebung geworfen und so wird ihr Affe, der inzwischen nach Kanada verkauft ist, zum Sinnbild, zur vorausahnenden Metapher für das was kommen sollte, und blieb bislang doch allein.

Mit Kohlestift und Pastellkreide: Nina Schmid interpretiert Abstrakte Kunst auf ihre Weise

Stattdessen hat die Künstlerin einiges Neues ausprobiert, das Zeichnen mit Kohlestiften und Pastellkreide, abstrakte Bilder, in welchen sie sich von ihren sonst so mit großer Detailliebe verfolgten Motiven zu lösen versucht. „Es fällt mir ungeheuer schwer, oft denke ich, da fehlt noch etwas, aber dann kommt der Punkt, wo ich weiß, es ist fertig.“ Auch einen Teppich hat sie bemalt und natürlich auch wieder fotografiert – Aufnahmen für ein Langzeit-Projekt: Fotografisch die Zeit während und irgendwann eben auch nach Corona dokumentieren.

In den Bildern der Mindelheimer Künstlerin Nina Schmid kommt ihre Heimatstadt häufig vor.
Bild: Tina Schlegel

Allein diesem Projekt liegt so viel Hoffnung inne, dass die Frage unmittelbar sich aufdrängt: Lenkt die Hoffnung den gegenwärtigen Blick? Macht sie ihn wehmütig, sehnsüchtig? Für Nina Schmid sind die Herausforderungen, die solche Themenstellungen für Ausstellungen oder große Aufträge oder durch das Ausprobieren neuer Techniken mit sich bringen, ein besonderer Reiz. Oft wechselt dabei zwar die Begeisterung über das eigene Werk mit der großen Selbstkritik, mit Zweifeln, doch stets obsiegt die Überzeugung, die Aufgaben zu meistern. Aufgeben ist keine Option. Ihre Vielseitigkeit, ihre Fähigkeit, sich neue Ausdrucksweisen anzueignen und sich in ihre Werke zu vertiefen und gerade die jüngsten Werke zeugen von einer hohen künstlerischen Reife. Da gehen Idee, Konzeption, technische Fähigkeiten und die Liebe zur Malerei Hand in Hand.

Auch das Allgäu ist immer wieder Thema in Nina Schmids Werken
Bild: Tina Schlegel

Ausstellung: Nina Schmids neueste Werke sind ab 4. November im Salon zu sehen. Wer interessiert ist, kann die Künstlerin kontaktieren. Auf Nina Schmids Homepage kann man sich einen wunderbaren Eindruck über ihr Schaffen machen: www.ninaschmid.de.

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