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Porträt

12.10.2019

Mit dem Fahrrad 5000 Kilometer durch das Land der Mangas

Natascha Machner aus Türkheim ist seit Juni in Japan von Norden nach Süden mit dem Fahrrad unterwegs. Es ist auch ein Land der vielen Brücken. Mutter Andrea Merbold, hält zuhause in Türkheim den Kontakt zu ihrer Tochter.
Bild: scaa

Plus Natascha Machner mit einer Ausnahmeleistung. Ihre Mutter erfährt zuhause in Türkheim meist erst hinterher von brenzligen Situationen.

Ein halbes Jahr Auszeit vor ihrer beruflichen Festanstellung hat sich Natascha Machner (28) aus Türkheim genommen. Seit Juni 2019 ist sie mit dem Fahrrad in Japan unterwegs, von der Insel Hokkaido im Norden bis zur Insel Kyushu im Süden. So hat sie bisher 5000 Kilometer zurückgelegt. Es sollen aber insgesamt 8000 Kilometer werden. Das Besondere daran: sie ist auf sich selbst gestellt, da allein unterwegs mit Navi vorne an der Lenkstange.

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Anfang Oktober hat sie in der Stadt Fukuoka im Süden Japans ihre Schwester Fabienne Machner (29) getroffen, für einen Tag. Fabienne Machner ist beruflich in Japan. Sie arbeitet für ein japanisches Reisebüro, das Individualreisen im Land der aufgehenden Sonne organisiert. Sie ist für die deutsche Kundschaft zuständig und pendelt zwischen den Kontinenten.

Cosplay weckte die Begeisterung der Türkheimerinnen für Japan

Die Begeisterung fürs Japanische begann bei beiden Schwestern früh. Das lief über Comic-Geschichten, die in Japan Mangas heißen und auch bei uns besonders bei jungen Leuten längst bekannt und beliebt sind. Dabei geht es nicht nur ums Lesen oder Filme gucken, sondern in den „Cosplay“-Fanclubs werden die Abenteuer der Manga-Helden nachgestellt. Man versucht, diesen Helden so ähnlich wie möglich zu werden, Kostüme werden selber genäht, Perücken geknüpft, Accessoires hergestellt. Stoffe werden selbst gefärbt und bedruckt, alles so authentisch wie möglich. Ein durchaus zeitaufwendiges Hobby und es sind auch in Deutschland nicht wenige, die so ihre Freizeit verbringen.

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Echte Expertinnen für einen fremden Kulturkreis

Für die beiden Schwestern geht die Japan-Liebe weit über diese Freizeitgestaltung hinaus. Natascha Machner, die in Wien Medieninformatik und Ingenieurwesen studiert hat, bekam ein einjähriges Stipendium für Japan, mit Sprachkurs und Programmierarbeit bei Fujitsu. Ihre Schwester sattelte nach einem Publizistik- und Kommunikationswissenschafts-Studium, ebenfalls in Wien, noch eines für Japanologie drauf. Beide sind also nicht nur Japan-afin, sondern kennen sich aus, mit Sprache, Kultur und Mentalität in diesem uns ja recht fremden Kulturkreis.

Deshalb macht sich ihre Mutter Andrea Merbold (58) auch keine großen Sorgen und nimmt es gelassen, wenn ihre jüngste Tochter alleine mit dem Fahrrad ein fremdes Land erkundet. Und auch die Mama hat ja das Fahrrad-Gen: „Mich kennen alle hier in Türkheim mit dem Radl“, sagt sie. Sie freut sich, dass ihre beiden Töchter so selbstständig sind. „Ich find´s schön. Aber ich war ja schon mit den beiden in Australien, als sie gerade erst anderthalb und knapp drei Jahre alt waren.“ Über das Internet hält sie den Kontakt nach Japan.

Und von brenzligen Situationen für Natascha erfährt sie erst, wenn alles schon vorbei ist. Sie erzählt: „Einmal war sie mit ihrem Radl auf einem ausgewiesenen Campingplatz auf einem Berg. Außer ihr war kein Mensch da, aber ein Bär trieb sich in einiger Entfernung herum. Sie dachte sich wohl nichts weiter dabei, aber dann wurde ihr doch von Rangern eine Hütte zugewiesen, mit Dach und einer Tür zum Zumachen.“ Es wird sicher noch viel Spannendes zu erzählen geben, wenn Natascha zum Jahresende zurück in die Heimat kommt.

Extreme Leistungen vollbringen auch andere Unterallgäuer, wie Sie hier lesen können:

Von Pfaffenhausen nach München - und das zu Fuß

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