1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Neues Schmuckstück für Dirlewang

Projekt

16.12.2017

Neues Schmuckstück für Dirlewang

Das alte Polizeigebäude in Dirlewang soll in ein Dorfgemeinschaftshaus umgewandelt werden.
Bild: Adelwarth

Die Gemeinde will das baufällige alte Polizeigebäude in ein schmuckes Dorfgemeinschaftshaus verwandeln.

Wenn alles gut geht, dann hat Dirlewang bald ein Dorfgemeinschaftshaus. Dem „alten Polizeigebäude“ an der Mindelheimer Straße ist der Verfall von außen deutlich anzusehen und eigentlich hatte der Marktgemeinderat bereits überlegt, das Gebäude abzureißen und neu zu bebauen. „Das Objekt ist in einem schlechten Zustand“, erläuterte Bürgermeister Alois Mayer den interessierten Bürgern bei einem Informationsabend.

Da das Projekt vom Amt für ländliche Entwicklung gefördert werden soll, kam Ende 2016 der Denkmalschutz und machte die notwendige Begehung. „Im Erd- und Obergeschoss war die Sache fast klar, dass wir abreißen und neu bauen“, erzählte das Gemeindeoberhaupt im Sitzungssaal des Rathauses. „Doch dann sind wir die Treppe zum Dachboden hoch und nach wenigen Sekunden war für die Denkmalschützer klar: ‚Da wird gar nichts abgerissen.’“ Der Dachstuhl unterliegt dem Denkmalschutz, lautete das endgültige Fazit. Damit blieben dem Gemeinderat nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder das Gebäude sanieren oder zusehen, wie es nach und nach verfällt. Letzteres war für die Räte jedoch keine Lösung. Durch eine große Sanierung soll nun ein neues Schmuckstück in die Marktgemeinde gezaubert werden.

Zahlreiche Gäste kamen zur „Bürgerwerkstatt“ um sich zu informieren und ihre Ideen darzulegen. „Wir möchten mit dem neuen Dorfgemeinschaftshaus allen die Möglichkeit geben, sich aktiv ins Dorfleben einzubringen“, sagte Bürgermeister Mayer. Die derzeitigen Pläne schauen vielversprechend aus. Das zweigeschossige Gebäude soll mit einem kleinen Veranstaltungsraum im Erdgeschoss, mehreren Gruppenräumen, einem Archiv für die Vereine sowie einem Aufzug ausgestattet werden. Im Obergeschoss ist ein großer Mehrzweckraum geplant. „Die Besonderheit soll dabei auf dem sichtbaren Dachstuhl liegen“, betonte der Rathauschef. „Wenn der freigelegt wird, dann werden wir alle sehen, welche Wirkung er hat“, ist sich Mayer sicher. Immerhin wurde das Haus 1720 gebaut und diente bis 1730 als Rathaus. Der Dachstuhl ist also schon fast 300 Jahre alt. Die erste Kostenschätzung für das Vorhaben liegt bei etwa einer Million Euro. Davon seien 800000 Euro für die Bauarbeiten und etwa 200000 Euro für die Einrichtung und Ausstattung geplant. „Wenn alles gutgeht, dann bekommen wir die maximale Förderung von 330000 Euro vom Amt für ländliche Entwicklung“, so Mayer. Somit müsste die Marktgemeinde 670000 Euro selber stemmen. Bereits Ende Februar sollen die Pläne fertig sein, um noch 2018 Fördermittel beantragen zu können. „Unser Ziel wäre es, spätestens Ende 2018 mit der Sanierung zu beginnen und im Herbst 2019 soweit fertig zu sein“, sagte der Bürgermeister. Wie genau die einzelnen Räume genutzt werden können, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. „Wir werden bei der nächsten Gemeinderatssitzung die Vorschläge der Bürger berücksichtigen. Eine Mehrfachnutzung der Räume ist möglich und auch gewünscht“, so Mayer. Ein Senioren- und Jugendtreff könnte dort verwirklicht werden und auch sportliche Aktivitäten wären denkbar. „Ganz egal ob Gymnastik, Zumba oder Turnen. Auch die ersten Proben des Theatervereins oder der Faschingsgesellschaft könnten anfangs dort stattfinden. Es ist alles möglich.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Beheizt werden soll das Gemeinschaftshaus – wie Mayer auf Nachfrage von Werner Frey erläuterte – mit einer großen Heizungsanlage, die auch den benachbarten Kindergarten, die neue Krippe und wenn möglich auch das Heimathaus versorgen soll. Peter Schorer wollte wissen, wie es mit der Finanzierung dieses Großprojekts aussieht. „Wir haben zwei Millionen Euro in freier Rücklage, da wir die letzten Jahre gute wirtschaftliche Verhältnisse hatten. Die Finanzierung ist abgedeckt und kein Darlehen nötig“, freute sich Bürgermeister Mayer.

Dass dieses Projekt nur mit einer gewissen Portion Eigenverantwortlichkeit funktionieren wird, solle jedem klar sein, so das Gemeindeoberhaupt. „Die Nutzung ist mietfrei, das Haus muss aber von allen dementsprechend behandelt werden“. Für private Feiern wie Geburtstage, Hochzeiten oder Kommunionen ist das Dorfgemeinschaftshaus allerdings nicht vorgesehen und auch eine Bewirtung, nach der sich Anton Blaschko erkundigt hatte, ist nicht geplant. „Es soll keine öffentliche Nutzung geben. Solche Räumlichkeiten gibt es in der Gemeinde genug“, sagte Mayer.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_0720.tif
Bad Wörishofen

Der Mann, der gerne Gutes tut

ad__starterpaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket