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Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland

27.10.2009

Schwerelose Stunden

Bad Wörishofen "Jazz goes to Kur" hat noch nie einen Unterschied zwischen weißer und schwarzer Musik gemacht - "guter Jazz muss es ganz einfach sein", so die Devise. Cécile Verny enttäuschte ihr Publikum nicht. Mit großer Ausdruckskraft servierte sie Gegensätzliches getreu ihrem neuen Album "The bitter and the sweet". Dass sie sich heute wohlfühlt zwischen den Kulturen, den unterschiedlichen Musikstilen, machte die an der Elfenbeinküste geborene und in Frankreich aufgewachsene Sängerin bereits bei ihrem Eingangslied, einem afrikanischen Wiegenlied, deutlich. So süß klang Jazz selten. Obwohl man keinen Text verstand, zog ihre warme Stimme die Zuhörer fast hypnotisch an und versetzte sie in eine wohlige Atmosphäre. Cécile Verny bewegte sich in vielen Sprachen, in jeder Musikrichtung stilsicher. Stets gefühlvoll begleitet von Andreas Erchinger am Klavier und Keyboard, viele Songs stammten auch aus seiner Feder, Bernd Heitzler am Bass und Thorsten Krill an Drums und Percussion.

"Diese Frau und ihre Musiker haben mich extrem überrascht. Bei jedem Lied nahmen sie die Zuhörer mit auf eine zauberhafte, musikalische Reise," bilanzierte Stadtrat Steffen Karpstein. Und die musikalische Reise hatte es in sich. Die afrikanische Jazzsängerin verzauberte mit Liebesliedern wie "I will give my love an apple" ebenso wie mit vertonten Gedichten wie "The fly" (Die Fliege) von William Blake oder dem Regenlied, Stefan Zweigs Übersetzung eines Gedichtes von Paul Verlaine. Gegen Ende überforderten die rasanten Rhythmuswechsel allerdings teils das Publikum.

Einladung ins traute Heim

Musikalisch wie textlich fesselten Kitty Hoff & Forêt-Noire die Gäste beim Abschlusskonzert nicht minder. "Lass uns starten, bevor das Leben verglüht", sang Kitty Hoff und startete voll durch. Ihre Musicalausbildung stellte die Berlinerin gleich mehrfach unter Beweis. So steppte sie auf einem Quadratmeter Bühne, spielte Akkordeon, Piano und Melodica, entlockte einer Säge singende Töne und zauberte sogar - Kitty Hoff bot eine regelrechte Jazzshow. Ihr "Zuhause" ist die Bühne und gleichzeitig der Titel ihres neuen Albums. Heimelig fühlte sich auch das Publikum im Kino-Jazzkeller in Bad Wörishofen und die deutschen Chansons voller Wortwitz trafen ins Schwarze. Die Band Forêt-Noire (Beat Lee Burns am Schlagzeug, Perkussion; Phil Marone an den Gitarren; Marq Wenzel am Piano und Moe Jaksch am Kontrabass) vermochte brillant ihre "Chefin" in Szene zu setzen. Ein beswingter, kurzweiliger Abend, der jede Minute eine Überraschung parat hielt.

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