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Unterallgäu

21.03.2019

So sicher ist das Unterallgäu

Bei einer Pressekonferenz in Kempten stellten Kriminaldirektor Albert Müller, Polizeipräsident Werner Stößner und Pressesprecher Christian Ec kel (von links) die Kriminalitätsstatistik für das JAhr 2018.
Bild: baus

Während im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West die Zahl der Straftaten sinkt, steigt sie im Landkreis Unterallgäu an.

Wie sicher eine Region ist, lässt sich vor allem anhand der Zahlen ausdrücken, die das Polizeipräsidium Schwaben-Süd-West in Kempten nun bei der Vorstellung der Kriminalstatistik präsentiert hat. So viel sei schon vorweggenommen: Die Region ist nach wie vor eine der sichersten in Deutschland. Hier ein Überblick über die wichtigsten Daten:

Zwei große Erfolge ...

... konnte Polizeipräsident Werner Strößner verkünden: Trotz einer wachsenden Zahl von Betrugsanrufen sind nicht mehr Menschen auf Tricks wie den „falschen Polizeibeamten“ oder den vermeintlichen Enkel hereingefallen. Und auch die Zahl der fehlgeschlagenen Einbrüche ist gestiegen. Beides führt die Polizei auch auf die Präventionsarbeit der vergangenen Jahre zurück.

Alle fünf Minuten ...

... schellt durchschnittlich das Telefon in der Polizei-Einsatzzentrale in Kempten – 107 000 Notrufe sind es pro Jahr, die dort eintreffen. Weil die Beamten aber nicht nur ausrücken, wenn ein Notruf eingeht, wurden insgesamt 120000 Einsätze gezählt. Durchschnittlich brechen die Polizisten laut Polizeipräsident Werner Strößner alle viereinhalb Minuten zu einem Einsatz auf. Insgesamt hat das Präsidium 42253 Straftaten registriert. Während das rund 940 weniger sind als 2017, ist die Zahl der Straftaten im Unterallgäu von 4308 auf 4415 gestiegen.

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Fast drei Viertel aller Straftaten ...

... klärt die Polizei im Präsidiumsbereich durchschnittlich auf, genauer liegt die Aufklärungsquote bei 71,6 Prozent. Dieser Wert steigt im Bereich des Polizeipräsidiums seit zehn Jahren an und liegt über dem bayernweiten Wert von 66,7 Prozent. Laut Strößner belegt die Quote die engagierte und akribische Ermittlungsarbeit der Beamten. Außerdem hätten in vielen Fällen Hinweise aus der Bevölkerung zu den Tätern geführt. Im Unterallgäu sieht die Aufklärungsquote folgendermaßen aus: Bei der Polizeiinspektion Bad Wörishofen hat sie sich weiter verbessert auf nun 67,4 Prozent, bei der Polizeiinspektion Mindelheim liegt sie bei 72,2 Prozent, bei der Polizeiinspektion Memmingen (Land) bei 77 Prozent, bei der Kriminalpolizei Memmingen bei 67,3 Prozent und der Autobahnpolizei Memmingen bei 75,6 Prozent.

Leicht angestiegen ...

... sind die Zahlen im Bereich der Gewaltkriminalität auf 1501 Delikte. Die Polizeidienststellen im Unterallgäu erfassten 154 entsprechende Straftaten. Dazu zählen Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub sowie gefährliche und schwere Körperverletzung. Laut Albert Müller, Leiter des Sachgebiets Kriminalitätsbekämpfung, bewegen sich die Zahlen in der Region in diesem Bereich jedoch seit Jahren auf niedrigem Niveau. Außerdem sei die Aufklärungsquote mit 85,5 Prozent überdurchschnittlich hoch. Etwa ein Drittel der Täter stand unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen.

Um fast ein Drittel ...

... sind die Fallzahlen bei der Straßenkriminalität im vergangenen Jahr gesunken. Dazu zählen beispielsweise Sachbeschädigungen, Raub und Diebstahl, aber auch exhibitionistische Handlungen. „Das ist ein massiver Rückgang, auf den wir sehr stolz sind“, so Albert Müller, Leiter des Sachgebiets für Kriminalitätsbekämpfung. Zugenommen habe dabei lediglich die Zahl der Sachbeschädigungen an Fahrzeugen. Weniger zufrieden ist die Polizei bei der Aufklärungsquote in diesem Bereich: Sie liegt bei 23,2 Prozent. Bundesweit ist die Gefahr, Opfer von Straßenkriminalität zu werden, rund doppelt so hoch wie in der Region. Im Unterallgäu wurden 493 Fälle von Straßenkriminalität gezählt.

Zum zweiten Mal in Folge ...

... ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Region gesunken. Müller führt dies auf die verstärkten Präventionsaktionen zurück, die die Polizei in den vergangenen Jahren gestartet hat. „Trotzdem wird das nach wie vor ein Schwerpunkt unserer Arbeit bleiben, da diese Taten ein massives Eindringen in den privatesten Bereich der Bürger bedeuten. Sie haben zum Teil massive Folgen für die Opfer.“ 750000 Euro Beuteschaden und 160000 Euro Sachschaden sind im vergangenen Jahr bei 360 Wohnungseinbrüchen entstanden. Fast die Hälfte der Einbrüche schlug fehl - vor allem dank technischer Sicherungen an den Häusern, aber auch durch aufmerksame Nachbarn, die potenzielle Täter schon beim Ausbaldowern abgeschreckt hätten. Mit Abstand am häufigsten, nämlich 88 mal, schlugen die Einbrecher im Landkreis Neu-Ulm zu, gefolgt vom Unterallgäu mit 58 Wohnungseinbrüchen.

Mehr als drei Viertel ...

... der mehr als 23000 ermittelten Tatverdächtigen, nämlich 77,1 Prozent sind Männer. Bei sogenannten Rohheitsdelikten liegt ihr Anteil bei 80,7 Prozent, bei schwerem Diebstahl sogar bei 87,5 Prozent. 68,2 Prozent der Straftaten haben deutsche Erwachsene verübt. Gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung sind Jugendliche mit 18,7 Prozent überproportional vertreten.

Am häufigsten ...

... unter allen Delikten ist die Diebstahlskriminalität mit einem Anteil von 22,7 Prozent. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 9583 Diebstähle angezeigt und davon 3711 aufgeklärt. Im Unterallgäu wurden 913 Diebstähle registriert und damit 19 weniger als 2017. Am zweihäufigsten sind Vermögens- und Fälschungsdelikte mit 15,3 Prozent, gefolgt von Straßenkriminalität mit 15,3 Prozent, Rauschgiftkriminalität mit 8,8 Prozent, Gewaltdelikten mit 3,6 Prozent und Sexualdelikten mit 1,5 Prozent. Letztere seien „anteilsmäßig zwar gering“, so Strößner, „aber für uns ist es immer noch zu viel“.

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