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Kursänderung in Bad Wörishofen

22.05.2015

Stadt setzt große Pläne nicht um

Die Grund- und Mittelschule Bad Wörishofen sollte mit zahlreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen aufgewertet werden. Doch aus dem Konzept des Jahres 2009 wurde bislang nur der Mensa-Neubau verwirklicht.
Bild: Markus Heinrich

Stadtrat zieht Förderantrag für die Grund- und Mittelschule aus dem Jahr 2009 zurück. Realität wurde seither nur die Mensa. Die Stadt werde aber auch weiterhin in die Schule investieren, stellt der Zweite Bürgermeister klar

Große Pläne waren mit dem Umbau der Pfarrer-Kneipp-Grund- und Mittelschule zu Ganztagsschulen verbunden. Der Stadtrat hat sie nun beerdigt. Einstimmig hat das Gremium den 2009 gestellten Zuschussantrag für die geplanten Baumaßnahmen zurückgezogen. Die Regierung von Schwaben hatte darum gebeten. Verwirklicht wurde bis heute nur der Neubau der Mensa. Dafür habe man neben den üblichen Fördermitteln noch 15 Prozent extra bekommen, berichtete Stadtbaumeister Roland Klier.

Nicht umgesetzt wurde die geplante Zusammenführung der bislang getrennten Bereiche der Musikschule. Die Einrichtung sollte in zwei Geschosse des sogenannten Altbaus auf dem Schulgelände einziehen. Das hätte zusätzlichen Platz für die Grund- und Mittelschule geschafft, sagte Klier. Zudem wären Schule und Musikschule damit baulich getrennt. Auf diese Weise wäre es möglich geworden, einzelne Trakte abzuschließen und damit die Sicherheit in der Schule zu erhöhen. Bislang muss der gesamte Gebäudekomplex praktisch ganztägig geöffnet bleiben, verdeutlichte Klier. Ebenfalls bedeutsam: Der Umbau wurde als Voraussetzung dafür gesehen, die Grund- und Mittelschule in Ganztagsschulen umwandeln zu können. Das hat bekanntlich aber auch so geklappt, die Ganztagsklassen sind längst Realität. 2009 wollte man auch die durch den Umbau frei werdenden Räume sanieren und die Einrichtung auf den neuesten Stand bringen. Ebenfalls sollte das Lehrerzimmer vergrößert werden. Durch die Zusammenlegung von Grund- und Mittelschule war dieses als zu klein kritisiert worden (wir berichteten). Eine gemeinsame Lehrerkonferenz sei nicht möglich, hieß es damals. Die Stadt wollte das Lehrerzimmer um die Bibliothek erweitern, um mehr Platz zu schaffen. Für die gemeinsame Lehrerkonferenz war ein Mehrzweckraum eingeplant, der in der übrigen Zeit für größere Veranstaltungen genutzt werden könnte.

Im Nordtrakt sollte der Kiosk nach Westen umgesiedelt werden. So hätte ein Stuhllager für die Aula entstehen können. Auch die Schultoiletten sollten saniert werden. Für die Musikschule hätte die Umsiedlung nach der damaligen Darstellung ebenfalls Vorteile gebracht, zum Beispiel, was die Raumgrößen angeht. Unter anderem wurde daran gedacht, die Räume auf den neuesten akustischen Stand zu bringen. Ebenfalls geplant war, das Schulgelände für Fußgänger und Radfahrer zu sperren. Umgesetzt wurde von alldem bislang nichts. Die Regierung von Schwaben sei mittlerweile der Ansicht, dass die damalige Planung „zwischenzeitlich überholt“ sei. Sie müsse wohl erneut schulaufsichtlich geprüft werden, berichtete Klier. Zudem blockiere Bad Wörishofen Gelder, die womöglich an anderer Stelle gebraucht würden.

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Den Förderantrag zurückzunehmen, mache Sinn, urteilte Zweiter Bürgermeister Stefan Welzel (CSU), der die Sitzung anstelle des urlaubenden Paul Gruschka (FW) leitete. „Das heißt aber nicht, dass wir an der Schule nichts mehr machen“, stellte Welzel klar. Auch derzeit sei man wieder dabei, die Infrakstruktur auf dem Schulgelände zu verbessern. Bekanntlich entsteht ein Teil des Pausenhofs neu, weil durch den Bau der Dreifachturnhalle Fläche verloren geht. „Die Schule ist für uns ein Standortfaktor“, sagte Welzel. SPD-Fraktionssprecher Stefan Ibel berichtete zudem, dass das damalige Konzept auch von den beiden Schulen nicht mehr verfolgt würde. „Es ist einen sanften Tod gestorben“, urteilte Ibel.

Ob die Rücknahme des Förderantrags mit den Schulleitungen abgestimmt ist, wollte Schulreferent Jochen Reisberger (FW) wissen. Stadtbaumeister Klier sagte, das Programm sei „damals kommuniziert worden“. Zudem investiere man jährlich rund 50000 Euro in verschiedene Ausbesserungsarbeiten an der Schule.

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