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Unterallgäu

23.10.2020

Steigende Corona-Zahlen im Unterallgäu: Kommt die Infektpraxis zurück?

Im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Baufirma Riebel in Mindelheim war im Frühjahr die Infektpraxis beheimatet.

Plus Im Frühjahr hat im Unterallgäu eine Infektpraxis geöffnet, die dann bei sinkenden Corona-Zahlen wieder geschlossen wurde. Kommt sie nun bald zurück?

Öffnet mit den steigenden Corona-Infektionszahlen auch wieder die Infektpraxis im Unterallgäu? „Wir haben die Infrastruktur da und können jederzeit hochfahren“, sagt Dr. Max Kaplan, der Ärztliche Koordinator für die Abstimmung der ambulanten ärztlichen Versorgung mit der Kassenärztlichen Vereinigung.

Das Problem sei allerdings das Personal für die Infektpraxis: Ärzte arbeiten in der Regel in der eigenen Praxis, dazu käme neben dem normalen Bereitschaftsdienst dann auch noch die Arbeit in der Infektpraxis. „Das ist eine nicht unerhebliche Belastung“, sagt Kaplan. Gleiches gilt für Medizinische Fachangestellte, die in der Infektpraxis gebraucht würden und dann in den „normalen“ Praxen fehlten.

So ist Dr. Max Kaplans Corona-Fahrplan für die Infektpraxis im Unterallgäu

Kaplan selbst hält deshalb eine stufenweise und „ressourcenschonende“ Vorgehensweise für sinnvoll: Zunächst werde dabei auf die vorhandenen ambulanten Strukturen – also hausärztliche und spezialärztliche Praxen – zurückgegriffen. Bei einer Befragung vor rund vier Wochen hatten die meisten Ärzte in der Region signalisiert, dass sie die Lage derzeit schultern können, wenn auch die Anzahl der Infektpatienten steige.

Dr. Max Kaplan leitet die Bereitschaftspraxis des Landkreises.

Um die Arztpraxen vor Ort zu entlasten, klärt Kaplan gerade ab, dass symptomarme Patienten, die dennoch befürchten, an Covid-19 erkrankt zu sein, künftig einen Abstrich am Testzentrum machen können und dazu nicht mehr zum Arzt müssen. Das Testzentrum befindet sich derzeit am Bauhof in Mindelheim, soll aber ab 2. November nach Erkheim verlegt werden, weil der Bauhof für den Winterdienst Platz braucht. Eine weitere Entlastung der Hausärzte soll die Bereitschaftspraxis darstellen, die Patienten in der sprechstundenfreien Zeit behandelt – geht es nach Kaplan künftig auch Infektpatienten.

Der Mediziner appelliert an alle Bürger, sich an die Corona-Regel zu halten

Der Mediziner aus Pfaffenhausen appelliert aber auch noch einmal an alle Bürger. Jeder könne einen Teil dazu beitragen, damit das medizinische System nicht überlastet wird – und zwar, indem man sich an die wichtigsten Corona-Regeln „Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften“ hält, so Kaplan. „Damit könnten wir vermeiden, dass wir in zwei Wochen dastehen wie viele unserer Nachbarländer.“

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