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Türkheim

23.10.2018

Waaghaus-Sanierung wird viel teurer

Zwischen 1,7 und 1,9 Millionen Euro wird die Sanierung des historischen Waaghauses in der Türkheimer Ortsmitte kosten, davon muss die Gemeinde rund 700 000 Euro aus eigener Kasse übernehmen. Ursprünglich war der Gemeinderat von einem Eigenanteil von 350 000 Euro ausgegangen.
Foto: Wilhelm Unfried

Der Anteil der Gemeinde Türkheim wird sich auf mindestens 700 000 Euro verdoppeln. Bürgermeister Christian Kähler: Sanierung ist „alternativlos“

Die von dem Architekturbüro Kern vorgelegten detaillierten Zahlen, was eine Sanierung des Waaghauses wohl kosten wird, ließ im Marktrat die alten Grabenkämpfe über den Sinn einer Sanierung des ehrwürdigen Hauses wieder aufleben. Während Gudrun Kissinger-Schneider (Grüne) nochmals auf die Bedeutung eines sanierten Waaghauses für das soziale Leben im Markt hinwies, blieben die Vertreter der Freien Wähler bei ihrer Kritik: Ein Neubau käme viel billiger.

Doch zunächst zu den Zahlen. Architekt Peter Kern bezeichnete die vorgelegten Zahlen als sehr realistisch, man habe bei den Materialien eher das gehobene Segment gewählt.

Je nach Variante werden 1,7 bis 1,9 Millionen Euro fällig

Kurzum: Die Sanierung wird je nach Variante 1 oder 2 zwischen 1,7 und 1,9 Millionen kosten. Dazu komme noch ein Teil der Außenanlage. Kämmerer Claus-Dieter Hiemer errechnete daraus nach Abzug aller Fördertöpfe eine Summe von rund 700 000 Euro plus X (Anteil an den noch ausstehenden Außenanlagen), für die der Markt aufkommen und die Mittel bereit stellen müsse.

Bürgermeister Christian Kähler warb aber trotz der Kostensteigerung, am Anfang war man von einem Anteil des Marktes von rund 350 000 Euro ausgegangen, für dieses Projekt. Und erklärte nochmals die Zwickmühle, in der die Gemeinde stecke: „Das denkmalgeschützte Gebäude gehört nun ganz einfach der Gemeinde.“ Und Eigentum verpflichte.

Man könne das Haus nicht verfallen lassen. Und das Gerede vom Verkauf, wolle er auch nicht mehr hören, denn man habe lange einen Käufer gesucht und keinen gefunden. Und daher sei die Sanierung des Waaghauses „alternativlos“, so Kähler.

Hier erhielt er Unterstützung von Roswitha Siegert (CSU): „Seit zehn Jahren versuchen wir das Haus anzubringen, bisher sind alle Interessenten abgesprungen!“ Der Bürgermeister stellte dann den Wertgewinn dagegen: Türkheim erhalte einen sozialen Mittelpunkt. In dem Gebäude würden viele Vereine Unterkunft finden und das Haus beleben. Dadurch werde der Zusammenhalt gestärkt. Und weiter gebe es derzeit gute Zuschüsse, man wisse nicht wie es damit in Zukunft aussehe.

Freie Wähler sehen ihre Befürchtungen bestätigt

Gudrun Kissinger Schneider pflichtete dem bei und verwies nochmals darauf, dass es in Türkheim für den sozialen Bereich keine Anlaufstelle gebe. Sie meinte weiter, dass man bei der Detailplanung sicher noch über Einsparungen sprechen könne.

Otto Rinninger (Freie) sah seine Befürchtungen, dass die Sanierung teurer werde, bestätigt. Er bezweifelte auch, dass man schon am Ende angekommen sei. Am Ende werde man bei Sanierungskosten sein, mit denen man drei Neubauten bekommen könne.. „Verkaufen oder neu bauen sei immer noch besser“ als der eingeschlagene Weg.

Und Fraktionskollege Franz Haugg setzte drauf: „Die Kosten laufen aus dem Ruder, und es traut sich hier niemand das Vorhaben zu stoppen.“

Und 3. Bürgermeister Josef Vogl orakelte: „Wir werden die zwei Millionen sicher überschreiten.“ Man müsse aussteigen. Und das mit den Zuschüssen wollte er so nicht sehen, denn auch die Zuschüsse seien auch Steuergelder.

Eine andere Sicht hatten Roswitha Siegert und Georg Meir. Siegert erinnerte an die heißen Diskussionen um den Umbau die Sanierung des Schlosses zum Umbau als Rathaus. „Heute sind wir froh, dass wir diesen Schritt gegangen sind“, meinte sie. Und Meir erinnerte an einen ähnlichen Fall. Er sei vor 20 Jahren für einen Abriss des Pfarrheimes in Irsingen gewesen. Heute sehe er dies anders.

Architekt: Ein Neubau käme auch nicht viel billiger

Architekt Kern meinte, dass ein Neubau mit dem geplanten Volumen von fast 500 Quadratmetern auch nicht viel billiger komme. Irmgard Schäffler (SPD) bemängelte das Parkplatzangebot, dies reiche nicht aus. Und auch sie frage sich, ob nun bei den Kosten das „Ende der Fahnenstange“ erreicht sei?

Das Thema wird den Marktrat noch länger beschäftigen. In einer der nächsten Sitzungen müssen sich die Räte zwischen Variante 1 und 2 entscheiden.

Hier der Kommentar von Redakteur Alf Geiger zum aktuellen Stand beim Waaghaus: Was ist den Türkheimern ihr Waaghaus wert?

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