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Politik

29.11.2017

Weiter Streit ums Bauland

Stadträtin Lutzenberger beharrt darauf: In Mindelheim gibt es 100 Hektar Baugrund. Bürgermeister Stephan Winter hatte dem widersprochen

Obwohl Bürgermeister Stephan Winter die Darstellung der Bürgerinitiative Lautenwirtswiese widerlegt hat, beharrt Stadträtin Hannelore Lutzenberger darauf, im Norden von Mindelheim stünden laut Flächennutzungsplan eine Million Quadratmeter Wohnbauflächen zur Verfügung.

Bürgermeister Stephan Winter hatte der Bürgerinitiative mit Hinweis auf den rechtsgültigen Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2003 eine falsche Darstellung vorgeworfen. Winter zufolge sind 350 000 Quadratmeter für den Wohnungsbau vorgesehen, nicht eine Million.

Lutzenberger bezieht sich auf die Stadtratssitzung vom 29. Mai 2017. Damals habe der Bürgermeister erklärt, seit dem Jahre 2001 bestehe ein rechtsverbindlicher Flächennutzungsplan, der die Ausweisung von Wohnbauflächen im Norden der Stadt vorsieht. Begrenzt würden die Wohnflächen im Norden durch die B16, im Osten durch die Bahnlinie Mindelheim – Günzburg und im Westen durch die Krumbacher Straße. „Das sind genau die Grenzen, die eine Fläche von einer Million Quadratmeter einschließen“. Von der vorgesehenen Erweiterung des Wohngebietes im Norden habe die Stadt im April 2002 sogar ein Bild veröffentlicht.

Die immer wieder beschworene Wohnungsnot gibt es laut Lutzenberger in dieser Form nicht. „Wenn man sich die Mühe macht, die genehmigten und die im Genehmigungsverfahren befindlichen Bauanträge zusammen zu zählen, wird man feststellen, dass es schon bald ausreichend Wohnungen geben wird“, erklärte sie. Im Sommer sei die Zahl der Wohnungssuchenden in Mindelheim mit 300 angegeben worden. Viele Baustellen im Stadtgebiet zeugten von reger Bautätigkeit, eine Vielzahl von neuen Wohneinheiten sollte entstehen. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Baumaßnahmen: Sebastianscarrée (23 Wohneinheiten), Arthur- Maximilian-Miller-Straße (36 WE), Krachstraße (19 WE), Bleichstraße (64 WE), Nassenbeuren (12 WE), Kleinhannsstraße (10 WE), Gustav-Müller-Straße (11 WE).

Ferner befinden sich weitere Wohnungen im baurechtlichen Genehmigungsverfahren. Das sind: Landsberger Straße (16 WE), Dr.- Jochner-Weg (130 WE), Krumbacher Straße Nord (115 WE) und Rechbergstraße (14 WE).

„Insgesamt kommt man somit auf eine Zahl von 450 Wohnungen, ohne die Lautenwirtswiese zu bebauen.“ Die grüne Wiese am Lautenwirtsgässchen werde also nicht zur Lösung eines sozialen Brennpunkts bebaut, sondern um wirtschaftliche Interessen zu bedienen.

Der Mietwohnungsbau ist auch ein großes Anliegen der Bürgerinitiative. Voraussetzung für den Mietwohnungsbau sind günstige Grundstückspreise. Diese lassen sich aber in einer exklusiven Wohnlage nicht verwirklichen.

Zwei „kleinere Ungenauigkeiten“ auf dem Flyer der Bürgerinitiative räumt Hannelore Lutzenberger ein. Die Gebäude der südlichen Baureihe seien derzeit etwas kürzer als 30 Meter geplant – es bestehe aber ein Spielraum bis zu 30 Meter Länge. Mit Bundesjugendspielen sei die „Knaxiade“ der Grundschule gemeint gewesen. (mz)

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