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Mindelheim

28.01.2020

Wie das Corona-Virus der Firma Grob zu schaffen macht

Die Firma Grob betreibt ein Werk im chinesischen Dalian.
Bild: Grob

Plus Die Firma Grob aus Mindelheim hat drei Standorte in China. Den Ausbruch der neuen Lungenkrankheit bekommt das Unternehmen zu spüren.

Die Ausbreitung des Corona-Virus in China sorgt nahezu täglich für neue Schlagzeilen. Zuletzt wurde der Fall eines Mannes aus dem Landkreis Starnberg bekannt, der sich mit der neuartigen Lungenkrankheit angesteckt hat. Und auch in Mindelheim ist sie ein Thema.

Immerhin unterhält die Firma Grob in China drei Standorte: ein Werk in Dalian sowie Service- und Vertriebsniederlassungen in Peking und Shanghai. Hinzu kommen Kunden im ganzen Land. „China ist seit zehn Jahren einer der größten Zielorte für unsere Maschinen und Anlagen“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsleitung, German Wankmiller. „Die Situation macht uns große Sorgen. Das belastet uns sehr.“

Insgesamt rund 800 Mitarbeiter sind an den drei Standorten des Unternehmens beschäftigt, hinzu kommen weitere etwa 70 Kollegen aus Deutschland, die momentan in China sind und dort Kunden betreuen.

Wie das Corona-Virus der Firma Grob zu schaffen macht

Bei Grob in Mindelheim wächst die Sorge, dass die deutschen Mitarbeiter nicht mehr ausreisen dürfen

Geht es nach Grob, tun sie das allerdings nicht mehr lange. „Wir haben schließlich eine Fürsorgepflicht für sie“, so Wankmiller. Die Abteilung „Travelmanagement“ suche deshalb gerade nach Wegen, wie die Mitarbeiter schnellstmöglich nach Deutschland zurückgeholt werden können. Das ist insofern schwierig, als natürlich nicht nur die Grob-Mitarbeiter großes Interesse daran haben, das Land zu verlassen, und deshalb viele Flüge bereits ausgebucht sind.

Doch die Zeit drängt: Weil die chinesische Regierung beinahe täglich neue Städte unter Quarantäne stellt, wächst die Sorge, dass über kurz oder lang auch deutsche Grob-Mitarbeiter betroffen sein könnten und China bis auf Weiteres nicht verlassen dürfen. „Die Situation eskaliert gerade“, sagt Wankmiller. „Wir schicken keine Leute mehr rüber.“ Auch Besuche chinesischer Kunden und Mitarbeiter in Deutschland wurden vorsichtshalber abgesagt.

Für die chinesischen Mitarbeiter hat das Mindelheimer Betriebsarzt-Team Leitlinien erstellt, wie sie sich am besten verhalten, um eine Ansteckung zu verhindern. Es geht um Hygienehinweise, aber auch Schutzmaßnahmen wie das Tragen eines Mundschutzes. Mehr könne das Unternehmen gegenwärtig nicht tun.

Das Corona-Virus und seine Folgen werden sich auch auf das Geschäft von Grob auswirken

Wankmiller rechnet damit, dass die Erkrankung und ihre Folgen das Unternehmen noch länger beschäftigen werden – auch in geschäftlicher Hinsicht. „Wir lassen jetzt ja quasi die Arbeit stehen und liegen und gehen“, sagt er. Dabei brauchten die Kunden die Maschinen ja.

In diesem Dilemma steckt das Unternehmen nicht zum ersten Mal. Vor sieben Jahren grassierte das Sars-Virus in China. „Das hat sich über Monate hingezogen und das Geschäft massiv beeinflusst“, sagt Wankmiller. Damals sei die Situation aber noch schwieriger gewesen, weil die chinesische Regierung den Ausbruch der Krankheit lange Zeit verharmlost und sich mit Informationen sehr zurückgehalten habe. Glücklicherweise sei damals aber keiner der deutschen Mitarbeiter ernsthaft erkrankt. Darauf hofft Wankiller nun auch dieses Mal. (baus)

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