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Gemeinderat I Ramminger Gemeinderat leitet Ermittlungen ein. Proben sollen Aufschluss geben

28.02.2015

Wie kommt der Schmutz ins Abwasser?

Eine außerordentlich einberufene Sitzung lässt immer aufhorchen. So nun auch die Sondersitzung zum Thema Abwasserbelastung in Rammingen. Die Gemeinderatsmitglieder der Bürgerliste hatten diese beantragt, um das weitere Vorgehen bezüglich der erhöhten Wassermenge und der stark gestiegenen Schmutzfracht im Ramminger Abwasser zu besprechen. Die Situation verschärft haben immer wieder Aussagen von Bürgermeister Anton Schwele, dass es sich um rechtswidrig eingeleitete Rindergülle handele.

„Der Bürgermeister hat uns Landwirten in Rammingen mit diesen Vorwürfen schwer belastet, obwohl es nicht bewiesen ist, dass es sich um Rindergülle handelt“, echauffierte sich Gemeinderat Alfred Waltenberger von der Bürgerliste und selbst Landwirt zu Beginn der Sitzung. Er forderte im Namen aller Landwirte eine Entschuldigung seitens des Bürgermeisters und die Aufhebung dieses Generalverdachtes.

„Fakt ist, die Belastung ist da, wie auch jüngste Proben wieder bestätigen“, antwortete Bürgermeister Anton Schwele. Er sei nach einer Probenentnahme im Oktober 2014 erstmals vom Kläranlagenpersonal über die Problematik informiert worden. Bei der Bürgerversammlung sei er dann damit erstmals an die Öffentlichkeit getreten. Das sei seine Pflicht gewesen. Solch eine Situation hätte es schon einmal in Rammingen gegeben und da hätte sich das Problem nach einer ebenfalls öffentlichen Bekanntgabe von alleine bereinigt. Und so habe er sich das auch wieder erhofft. Schwele gab zu, dass seine Wortwahl, widerrechtlich eingeleitete Rindergülle sei die Ursache gewesen, nicht ganz glücklich gewesen sei. „Ich hätte ,mutmaßlich Rindergülle‘ sagen müssen“, entschuldigte sich Schwele indirekt.

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Wieder hohe Spitzenwerte bei Messungen

Stadtbaumeister Robert Joder informierte die Räte über die jüngsten Kontrollmessungen über fünf Tage hinweg. Wieder habe es am Sonntag, 22. Februar, eine unerklärlich hohe Spitze bei den Werten gegeben und das bei Regenwetter an diesem Tag. Diese Probe habe die VG Türkheim eingefroren und sie könne jederzeit untersucht werden. Das sei aber nicht Aufgabe der VG, sondern der Gemeinde Rammingen selbst. „Die Schnittstelle der Zuständigkeit der VG liegt bei der Außenkante des Pumpwerkes und beläuft sich ausschließlich auf die Druckleitung nach Türkheim“, so Joder, der damit klar die Kompetenzen unterstrich.

Gemeinderat Thomas Scharpf von der Bürgerliste führte die erhöhte Schutzfracht im Ramminger Abwasser auf eine bereits seit Langem defekte Rückschlagklappe zurück. Er verteilte selbst erstellte Grafiken, wie die Pumpstation in Rammingen funktioniere oder eben nicht, sowohl unter den Gemeinderäten als auch unter den zahlreichen Zuhörern. Seiner Meinung nach werde das Abwasser stark aufgequirlt ähnlich eines Milchshakes und fließe aufgrund der defekten Rückschlagklappe immer wieder zwischen Druckleitung und Speicherbecken hin und her.

„Das ist eine üble Unterstellung. Die Anlage ist in Ordnung“, konterte Schwele. Die stark erhöhte Schmutzfracht liege weder an den Rückschlagklappen noch am Elektroschieber, der seit 14 Jahren in Betrieb sei. Auch Gemeinderat Hans Zitzler von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Rammingen stärkte dem Bürgermeister den Rücken. „Die von Herrn Scharpf vorgelegten Grafiken sind total verkehrt. Das kann ich als Fachmann auf den ersten Blick beurteilen“, so Zitzler, der ein Heizungs- und Sanitärgeschäft betreibt.

Als die Diskussionen immer mehr in technische Details ausuferten, brachte Gemeinderat Scharpf auch noch eine seinerseits beurteilte „Abmahnung des Kreisobmannes Gerhard Miller“ gegen den Bürgermeister ins Spiel. Miller habe Schwele aufgefordert, seine Behauptungen, es sei Rindergülle, sofort einzustellen, sonst werde er rechtliche Schritte einleiten. Schwele wehrte sich auch in diesem Punkt. Er habe zwei gute Gespräche mit dem Kreisobmann geführt, von einer Abmahnung könne nicht die Rede sein.

Schwer taten sich unterschiedliche Gemeinderäte, die Diskussion wieder auf eine Ursachenprüfung und -beseitigung zurückzuführen. Abschließend beschloss der Rat mit 11:2 Stimmen sowohl die jüngsten Proben untersuchen zu lassen als auch behördliche Ermittlungen einzuleiten. „Das ist nun kein Spaß mehr!“ mit diesen Worten beendete der Bürgermeister den Tagesordnungspunkt.

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