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Türkheim

21.10.2019

Wissenschaft zum Anfassen in Türkheim

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Der Kosmologe, Mathematiker und theoretische Physiker Josef M. Gaßner erläuterte den Zuhörern seines Vortrags, was das Universum mit ihnen zu tun hat. Die Orange veranschaulichte dabei die Sonne.

Rund 2000 Besucher gewinnen bei den Türkheimer Wissenschaftstagen einen veränderten Blick auf die Welt und können beim Mitmachtag der Schulen selbst aktiv werden.

„Woher kommen wir und wohin gehen wir“? Eine Frage, welche die Menschheit schon seit Jahrtausenden beschäftigt. Bei den zweiten Türkheimer Wissenschaftstagen versuchten hochkarätige Referenten, das Rätsel von der Entstehung des Lebens zu entschlüsseln. Mit dem Thema „Vom Sternenstaub bis zum Urzeitkrebs“ hatte der Förderkreis diesmal die wissenschaftliche Latte etwas höher gelegt. Vorsitzender Manfred Schweigert und sein Team hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um Neugier und Wissensdurst von etwa 2000 großen und kleinen „Entdeckern“ zu stillen. Die Veranstalter nahmen auch die drei Türkheimer Schulen mit ins Boot, die mit „Wissenschaft zum Anfassen“ punkteten.

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Von einem „einmaligen Projekt im Landkreis“ schwärmte denn auch die für die Organisation der Wissenschaftstage verantwortliche Sandra Zacher-Schweigert. Deren Meinung teilte auch Hildegard Ohlmann von der Grundschule. Für die Rektorin sind die Wissenschaftstage eine gute Gelegenheit, auch außerhalb des Lehrplanes Themen aufzugreifen, die Kinder brennend interessieren und faszinieren.

Die Besucher der Türkheimer Wissenschaftstage waren fasziniert

Für Faszination sorgten bei etwa 300 Schülern, ihren Eltern, wie auch bei zahlreichen Besuchern ein Vortrag mit dem Thema „Das Phänomen Leben – was hat das Universum mit mir zu tun?“. Auf diese Frage hatte der Kosmologe, Mathematiker und theoretische Physiker Dr. Josef M. Gaßner aus Landshut viele logische Antworten. In verständlicher Sprache eröffnete er einen veränderten Blickwinkel auf unsere Welt, schwärmte von einem „Universum voller faszinierender Objekte" und informierte über den aktuellen Stand der Forschung. Der Referent, ein Freund, Schüler und Mitarbeiter des bekannten Plasma-Physikers Professor Harald Lesch, der sich als Autor und Moderator zahlreicher Wissenschaftssendungen im ZDF einen Namen gemacht hat, erklärte anschaulich, wie aus toter Materie Leben entstand. Gaßner schilderte die Entwicklung von toter Materie zu lebenden Organismen, von Einzellern über den ersten Schritt des Menschen auf der Erde bis zum ersten Gehversuch auf dem Mond. „Wir sind Kinder der Sterne, bestehen zu 92 Prozent aus chemischen Elementen und nur die Strahlung der Sonne hält uns am Leben“, so das Credo des Kosmologen.

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Das war bei den Wissenschaftstagen geboten
Bild: Franz Issing

Gaßner befasste sich unter anderem auch mit dem Einfluss der Planeten auf das Sonnensystem und warnte vor kosmischer Bedrohung aus dem All. „Alle 50 Millionen Jahre schlägt ein großer Asteroid auf der Erde ein und vernichtet bis zu 90 Prozent allen Lebens“ berichtete er und resümierte: „Danach wären wir längst überfällig.“

Bei den Türkheimer Wissenschaftstagen gab es auch einen Mitmachtag

Auch an die Nachwuchsforscher war bei den Wissenschaftstagen gedacht. Bei einem von den drei Türkheimer Schulen organisierten „Mitmachtag“ in der Aula und der Turnhalle des Gymnasiums konnten sich Kinder ihre Arme mit Dino-Tattoos, Sternen oder Planeten bemalen lassen oder aus großen Sandbecken „Urzeitschätze“ wie Muscheln und versteinerte Haifischknochen und andere Fossilien sieben. An einem anderen Stand wurde mittels Tablett der Urknall simuliert, während eine Bilder-Collage die „Entstehung der Erde im Wandel der Zeit“ dokumentierte. Zur Entstehung des „blauen Planeten“ hatten Schüler auch ein Erklärungs-Video erstellt. Rätselspaß für jedermann bot ein Dino-Quiz. Die Besucher staunten bei einem simulierten Vulkanausbruch und bewunderten die bunten Bilder eines Malwettbewerbs, den die drei Schulen ausgeschrieben hatten.

Doch damit nicht genug der Attraktionen. In einem Aquarium einzellige Lebewesen wie Algen und Pantoffeltierchen beobachten und ihren vielzelligen Genossen, den Rädertierchen und Wasserflöhen, beim Fressen zuschauen – Mikroskope machten es möglich und eröffneten eine ganz neue Wasserwelt. Bei so viel „Wissenschaft zum Anfassen“ durften auch „Sciencebattles“ und „Knoff-hoff-Shows“, wie sie Joachim Bublat vor 20 Jahren im ZDF „zelebrierte“ nicht fehlen. Dabei klärten Lehrer und eine Schüler-AG spielerisch über die Entstehung des Lebens auf.

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