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Sitzung

09.06.2011

Zahlreiche Einwände gegen die Pläne von „Alba R-plus“

Gemeinderat Wiedergeltingen beschäftigt sich mit dem Gelände der Kienle Mühle sowie einer erneuten Nutzung des Jugendzentrums

Wiedergeltingen Zwar gibt es in Wiedergeltingen ein Jugendzentrum; den Treffpunkt sinnvoll mit Leben zu füllen, ist nach der Auffassung vieler allerdings in den vergangenen Jahren nicht gelungen. Zu den jüngsten Initiativen gehörte im Sommer 2009 die des Kreisjugendrings mit einem neuen Betreuer. Das erklärte Bürgermeister Michael Schulz im Gemeinderat jedoch für gescheitert.

Umso mehr freute die Gemeinderäte der Vorstoß von Pfarrgemeinderatsvorsitzender Regina Besch zum Neuaufbau der Jugendarbeit. „Jugendliche brauchen einen Raum, wo sie in ihrer Freizeit ,abhängen’ können, der Pfarrstadel ist dazu nicht geeignet“, meinte sie. Besch betonte den überkonfessionellen Charakter des Vorhabens, das die ungeteilte Unterstützung bei den Räten fand. Nun will sich der Bauausschuss mit Besch und engagierten Jugendlichen vor Ort umsehen und über Sanierungsmaßnahmen befinden, die vor der erneuten Nutzung in Angriff genommen werden müssen. Dabei ist daran gedacht, dass einfachere Verschönerungsarbeiten von Jugendlichen selbst durchgeführt werden.

Das die Sitzung beherrschende Thema war der Bebauungsplan der Recyclingfirma Alba R-plus auf dem Gelände der Kienle Mühle, für den verschiedene Stellungnahmen eingegangen waren. Allein die Zahl der Einwände, auf die Martin Eberle vom Planungsbüro Wilhelm Daurer einging, war ein Zeichen dafür, dass das Vorhaben Anlass zu sehr kritischer Betrachtung – vor allem von fachlicher Seite – gegeben hatte.

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Ein weiterer Anhaltspunkt war der in der Zwischenzeit anberaumte Runde Tisch mit den Beteiligten von Alba R-plus, Markt Türkheim und Planungsbüro, der wohl dazu diente, mögliche Stolpersteine bereits im Vorfeld aus dem Weg zu räumen. So hatte die gewünschte Nutzung der auf Türkheimer Terrain verlaufenden westlichen Anfahrt für den Schwerlastlieferverkehr ein striktes Nein im Bauausschuss des Marktrats hervorgerufen (wir berichteten).

Lediglich zwei bis drei Lastwagen dürfen den Schotterweg nutzen

Unter Hinweis auf die Historie, nach der es sich bei dem schotterbefestigten Weg um eine „gewidmete Ortsverbindungsstraße“ handle, war es der Wiedergeltinger Seite gelungen, einen Kompromiss zu erzielen, nach dem bei Vollauslastung von Alba R-plus lediglich zwei bis drei Lastwagen diesen Weg befahren werden. Die restlichen der maximal 20 prognostizierten schweren Fahrzeuge müssen die östliche asphaltierte Zufahrt benutzen. Gegenstand des Verhandlungsergebnisses ist auch die statische Prüfung der sowohl auf der östlichen wie westlichen Seite befindlichen Brücken. Auch ein auf ein Mindestmaß beschränkter Ausbau der westlichen Anfahrt unter Schonung der Baumallee ist geplant. An den Kosten sollen sich alle Verhandlungsparteien beteiligen.

Das Landratsamt, das eine Ausweisung der Gewerbefläche als Sondergebiet bevorzugt hätte, stellte klar, dass die Erweiterung eine endgültige Größe darstelle, und erteilte so potenziellen Ausdehnungswünschen vorsorglich eine Absage. Das Wasserwirtschaftsamt verwies auf die fehlende Trinkwasserversorgung, sodass Firmenmitarbeiter sich aus Mineralwasserflaschen bedienen müssen. Ein Brauchwasserbrunnen ist zwar vorhanden, allerdings auf die Nutzung durch die Firma Kienle beschränkt. Eine Mitbenutzung wurde inzwischen beantragt.

Unter Hinweis auf das Landschaftsschutzgebiet der angrenzenden Wertachauen hatte auch die Ortsgruppe des Bund Naturschutz Einwände formuliert und insbesondere die nach ihrer Ansicht zu vagen Aussagen zur Flächenversiegelung im Bauantrag kritisiert. Massiven Widerstand erntete das Projekt bei Wolf-Günther Hebeler und Ulrike Schötz, die die Gutsverwaltung Zollhaus vertraten. Sie erhoben Einspruch wegen Eingriffe in „ökologisch wertvolles Gebiet“ und zu erwartenden Emissionen. Außerdem machten sie den fehlenden Bedarf für eine Ausweitung des Gewerbes im Zusammenhang mit dem Sägewerk zu einem Gewerbepark geltend.

Die von Martin Eberle erarbeitete Beschlussvorlage sah in Kenntnisnahme der Einwände keine wesentliche Veränderung der Planung vor, weil die Vorbehalte bereits berücksichtigt seien. Dieser Auffassung erteilte der Gemeinderat sein einstimmiges Votum. Die zweite Auslegung des Bebauungsplanes erfolgt ab Mitte Juni.

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