Während der TSV Zaisertshofen im „Spiel der Woche“ sein Chancen-Plus nicht nutzt, ist der SC Unterrieden knallhart effektiv und erzielt in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer.
Von Robert Prestele|13.08.23 - aktualisiert:
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Die Entscheidung in der 92. Minute: Stefan Bartenschlager (links) nutzt die letzte Möglichkeit zum Siegtreffer für Unterrieden in der Nachspielzeit. Damit stellte der SVU den Spielverlauf auf den Kopf. Fotos: Robert PresteleFoto: Robert Prestele
Beim Heimspiel-Erfolg des SC Unterrieden im Nachbarschafts-Duell gegen den TSV Zaisertshofen half Fortuna kräftig mit. Insbesondere im ersten Abschnitt nämlich erspielten sich die Gäste ein deutliches Übergewicht an hochkarätigen Tormöglichkeiten. Allerdings ging Unterrieden trotzdem in Führung und kam nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich sogar noch zum glücklichen Siegtreffer in der Nachspielzeit.
Kein Abwarten, kein Abtasten: Beim "Spiel der Woche" zwischen dem SC Unterrieden und dem TSV Zaisertshofen ging es gleich in die Vollen
Bereits von der ersten Minute an erlebten die Fans zwei Mannschaften auf Betriebstemperatur. Kein Abwarten, kein Abtasten - beide Mannschaften starteten schwungvoll in die Partie.
Den Gästen aus Zaisertshofen gelang dies besonders in der ersten Hälfte indes wesentlich druckvoller und auch torgefährlicher. Oftmals mit Diagonalpässen initiierte der TSV Zaisertshofen über die linke Seite aussichtsreiche Angriffe auf das Tor der Hausherren. Das führte auch zu einer Mehrzahl von sehr guten Tormöglichkeiten, die Zaisertshofen jedoch allesamt nicht in Zählbares ummünzen konnte.
Sinnbildlich dafür war ein Angriff der Gäste in der achten Minute. Ein Weitschuss aus ca. 20 Metern knallte zunächst an die Unterrieder Querlatte und prallte dann zurück in den Strafraum zu einem Zaisertshofener Stürmer. Sein Nachschuss aber landete am linken Pfosten, ehe Heim-Keeper Alexander Beck das Leder dann sicherte.
Unterrieden hielt spielerisch durchaus dagegen, hochkarätige Tormöglichkeiten waren bei den Hausherren allerdings Mangelware. Dann aber brachte eine taktische Umstellung im Spiel des SC Unterrieden die Wende im Spiel.
Zunächst die Abwehr organisierend, beorderte sich Spieler-Trainer Roland Wohnlich, Mitte der ersten Hälfte, selbst in die Offensive. Kurz vor dem Pausenpfiff sorgte er dann persönlich für die Führung zugunsten seines Teams.
Mit einer schmeichelhaften 1:0-Führung für den SC Unterrieden gegen den TSV Zaisertshofen ging es in die Halbzeitpause
Am gegnerischen Strafraum angespielt, schlenzte er einen raffinierten Heber in Richtung Zaisertshofener Tor, dessen Keeper den Schuss wohl als ungefährlich einschätzte. Der Ball aber wurde immer länger und senkte sich schließlich am langen Eck in die Maschen.
Mit dieser für Unterrieden sehr schmeichelhaften 1:0-Führung wurden unmittelbar danach die Seiten gewechselt.
In der zweiten Hälfte gelang es den Gästen indes nicht, die gleiche Dominanz im Angriff zu entfalten, wie im ersten Abschnitt. Unterrieden war nun auch nach vorne besser im Spiel und jetzt hatten beide Teams so ihre Möglichkeiten. Mit Fortdauer des Spiels hätte hüben wie drüben ein Tor fallen können.
Erst in der 82. Minute jedoch gelang dem TSV Zaisertshofen dann endlich der verdiente Ausgleich. Der eingewechselte Peter Lindner schloss einen schnellen Konter der Gäste gekonnt zum mehr als gerechten 1:1-Ausgleich ab. Dies deutete auf den Endstand hin. Damit hätte der SC Unterrieden vermutlich gut leben können, während der TSV Zaisertshofen wohl den Chancen der ersten Hälfte nachtrauerte.
Top-Chance für Zaisertshofen: Der Volley-Schuss von Julian Egger
(blaues Trikot / Nr. 3) verfehlte aber knapp sein Ziel. Foto: Robert Prestele
Allerdings, es gab ja noch die Nachspielzeit. Und da reagierte Unterrieden bei einer Kann-Freistoß-Entscheidung sehr clever. Blitzschnell ausgeführt zirkulierte der Ball über rechts per Querpass in die Mitte zu Stefan Bartenschlager. Gerade erst eingewechselt, ließ sich der nicht zweimal bitten und versenkte das Leder halbhoch zum entscheidenden Siegtreffer für die Gastgeber in der Nachspielzeit.
Dies stellte den Spielverlauf einigermaßen auf den Kopf und wurde dem engagierten Auftreten des TSV Zaisertshofen nicht gerecht.
Top-Chance für Zaisertshofen: Der Kopfball von Sebastian Schuster verfehlte aber knapp sein Ziel. Foto: Robert Prestele
„Der Sieg war heute durchaus glücklich. Zeitweise hätten wir uns nicht beschweren können, wäre Zaisertshofen in Führung gegangen. Dann aber waren wir zweimal zur Stelle. Aber so ist halt Fußball“, analysierte Unterriedens Coach Roland Wohnlich pragmatisch.
„Das war eine ganz bittere Niederlage heute. Wir waren klar im Spiel und haben auch verdient ausgeglichen. Dann aber kam der Gegentreffer in der Nachspielzeit“, war Gäste-Trainer Markus Böhm bedient.
So haben sie gespielt:
SC Unterrieden Beck, J. Wohnlich, Boos, Wilhelm, R. Wohnlich, Santjohanser, Weinmann, Ballwieser, P. Nägele, Müller, M. Nägele, Bartenschlager
TSV ZaisertshofenD. Egger, N. Schilling, J. Egger, Schuster, Schmid, J. Schilling, Mayr, D. Wiedemann, Baur, Reif, Schäffler, Lindner, F. Wiedemann
Tore 1:0 Roland Wohnlich (43.), 1:1 Peter Lindner (82.), 2:1 Stefan Bartenschlager (90.+2)