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Pfuhl

23.10.2013

2,6 Millionen Euro für Turnzentrum

Der Vorsitzende des TSV Pfuhl Johannes Stingl (rechts) sammelte die Stimmzettel ein.
Bild: Gerrit R. Ranft

TSV Pfuhl plant Beu einer neuen Halle. Verein müsste 50000 Euro selbst investieren

von Gerrit-R. Ranft

Neu-Ulm Der Turn- und Sportverein (TSV) Pfuhl errichtet mit vorerst auf 2,6 Millionen Euro geschätzten Baukosten auf dem Gelände des Schulzentrums an der Heerstraße ein neues Turnzentrum. Mit überwältigender Mehrheit hat die Mitgliederversammlung am Montagabend den Vorstand beauftragt, „alle zur Realisierung des Projekts notwendigen Schritte zu unternehmen“.

Der Verlauf der außerordentlichen Mitgliederversammlung im dicht besetzten Pfuhler Museumsstadel ließ keinerlei Zweifel daran aufkommen, dass der TSV nach dem Verlust der Halle an der Augsburger Straße ein neues Turnzentrum anstrebt. Die in der Aussprache vor der Abstimmung eingebrachten Sorgen und Ängste berührten denn auch nicht die Notwendigkeit der Turnhalle.

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Besorgnis erregte allerdings, dass sich der 2600 Mitglieder starke Verein Schulden um 330000 Euro aufbürdet. Hinzu kommen vermutlich mehr als eine halbe Million Euro zur Vorfinanzierung eines Zuschusses der Bayerischen Landessportverbands (BLSV) und Eigenleistungen um 50000 Euro. Auch der zunächst auf 20000 Euro veranschlagte Unterhalt könnte am Verein hängen bleiben. Mancher fürchtete um die Auslastung des künftigen Turnzentrums, möchte es auch lieber irgendwo im Ort statt draußen am Schulzentrum errichten. Die Mutter eines Turnkindes sorgte sich um ausreichende Wärmedämmung, weil ein Architekt eine Stahlkonstruktion mit Fertigbauteilen vorgeschlagen hatte.

Der Vereinsvorstand um Ursula Hörger und Johannes Stingl hatte sich gründlich auf diesen entscheidenden Abend vorbereitet. Hörger schilderte zunächst die Entwicklung des vor 119 Jahren von 13 jungen Männern gegründeten Vereins. Anfangs sei im Garten, später im „Maxl-Bräu“ geturnt worden. Eine Holzturnhalle wurde errichtet, dann die Jahnhalle mit Bewirtung, schließlich versprach die Stadt mit der Eingemeindung Pfuhls 1979 eine große Halle, die aber nie gebaut wurde.

Stattdessen durften die Turner die alte Tennishalle an der Augsburger Straße nutzen, die laut Hörger „nun abgewirtschaftet ist“ und im Frühjahr geschlossen wurde. Am 19. September habe der Stadtrat mit 31:7 Stimmen einen Zuschuss von 60 Prozent der Baukosten für eine neue TSV-Halle beschlossen. Die Bauherrschaft solle der TSV selbst übernehmen.

Zweiter Vorsitzender Stingl erklärte den 161 versammelten stimmberechtigten Mitgliedern, auf was sich der Vorstand da einlasse: Die Grundstücksfrage sei zu klären, ein Architekt mit der detaillierten Kostenrechnung zu beauftragen, bei Stadt, Landkreis und BLSV seien Zuschüsse zu beantragen. Ein Drittel der Vereinsrücklagen sollten für den Neubau eingesetzt, ein Bankdarlehen um 400 000 Euro aufgenommen und der Unterhalt des Neubaus geregelt werden. Um diese vielfältigen Aufgabe bewältigen zu können, setzt der Gesamtverein einen Bau- und Finanzausschuss ein.

Der Babenhauser Architekt Martin Gleich hatte auf Bitten des Vorstandes schon ein paar Ideen für den Hallenneubau am Schulzentrum entwickelt. Nach seiner Berechnung könnten die veranschlagten 2,6 Millionen Euro reichen, um einen Winkelbau mit 45 und 27 Metern Seitenlänge für die Turner und die Cheerleaders zu errichten. Die Halle könne aus Fertigteilen entstehen, die in ein Stahlkorsett eingebaut würden, werde aber nicht unterkellert. Die Stärke der Wärmedämmung könne sich nach den verfügbaren Finanzen richten. Die Hallenhöhe ordne sich den bestehenden Schulbauten unter.

Nach knapp zwei Stunden mit Vorträgen und intensiver Aussprache stand das in geheimer Abstimmung erzielte Ergebnis fest. Von 161 Stimmberechtigten votierten 148 mit „Ja“ und 13 mit „Nein“. Angesichts der Zustimmung von 92 Prozent für den Bau des Turnzentrums brach die Versammlung in frenetische Jubelrufe und mächtigen Beifall aus.

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