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Ulm

29.11.2020

Albverein gibt Wanderführer heraus: Wasser, Technik und Natur

So sieht das Buch aus.
Bild: Sebastian Mayr (Repro)

Plus Der vom Schwäbischen Albverein herausgegebene Wanderführer „Wasser für die Alb“ setzt auf ein ungewöhnliches Konzept. Der Plan geht auf.

Wer mit Volker Korte wandern geht, lernt nicht nur die schönen Ecken der Schwäbischen Alb und des Umlands kennen. Der Ingenieur im Ruhestand und ausgebildete Wanderführer hat immer auch Geschichten im Gepäck: Wie etwas entstand, was früher an einer bestimmten Stelle war und welche ungewöhnlichen Anekdoten mit einem Ort auf der Route verbunden sind.

Autor Volker Korte ist auch Wanderführer beim Schwäbischen Albverein.
Bild: Sebastian Mayr (Archivfoto)

Was für die Touren gilt, die Korte beim Schwäbischen Albverein anbietet und auch schon als Leserwanderungen mit der Neu-Ulmer Zeitung organisiert hat, gilt auch auf Papier: Im Wanderführer „Wasser für die Alb. Quellen, Brunnen und Hülen“ nimmt Volker Korte seine Leser mit auf 15 Wanderungen – und in die Vergangenheit. Es ist ein ungewöhnlicher Ansatz, der sich für den Leser lohnt.

Neue Buchserie „Kultur erwandern in Schwaben“

„Kultur erwandern in Schwaben“ heißt die neue Serie des Albvereins und des Ulmer Verlags Klemm + Oelschläger, die mit diesem Führer beginnt. Ein zweiter Band ist für Februar 2021 geplant. Anlass für den Auftakt der Buchreihe ist ein doppelter Jahrestag: Der Schwäbische Albverein kann im Februar 2021 sein 150-jähriges Bestehen feiern. Und genauso alt ist die Albwasserversorgung: Im Februar 1871 floß erstmals Wasser bergauf, von Hütten an der Schmiech nach Justingen, Ingstetten und Hausen. Heute gehören alle vier Orte zur Stadt Schelklingen.

Kortes Buch beschreibt locker und kenntnisreich 15 Wanderwege rund um die historische Wasserversorgung. Aber erst ab Seite 67: Die erste Hälfte des Bands ist der Geschichte gewidmet. Wer sich für Technik und Vergangenheit interessiert, kann viel lernen. Über den Streit zwischen den „Nassen“, die für eine neue Wasserversorgung kämpften, und den „Trockenen“, die dagegen waren. Über den Ingenieur Carl Ehmann, über Gastarbeiter aus Tirol und über Pumpen und Antriebstechniken jener Zeit – als Ingenieur weiß Korte, wovon er spricht. Der Autor zitiert auch aus Zeitungen des Jahres 1871, die von Wasser berichten, „welches faulig schmeckte und gelb wie Stroh war“.

Touren und Historisches von der Schwäbischen Alb

Die Touren führen zu Denkmälern der Technikgeschichte – manche von ihnen sind noch heute in Betrieb. Kartenausschnitte, GPX-Daten zur Satellitennavigation, Höhenprofile, Einkehrtipps und Hinweise zur Anreise mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln erleichtern die Planung. Auf Bus und Bahn setzt der Schwäbische Albverein bei vielen Wanderungen: Eine ganze Tourenserie gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Ding dreht sich um Ausflüge mit umweltfreundlicher Anreise.

Einige der 15 Touren im Wanderführer beschreiben Rundwege, bei anderen ist der Rückweg mit dem Bus oder der Bahn vorgesehen. Die meisten Wanderungen sind knapp zehn und gut 15 Kilometer lang, aber auch zwei „Ausreißer“ mit um die 20 Kilometern Länge gehören zum Paket.

„Wasser für die Alb. Quellen, Brunnen und Hülen“ von Volker Korte. Verlag Klemm + Oelschläger, Ulm. 128 Seiten, 14,80 Euro.

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