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Altenstadt

20.01.2021

Aldi-Zentrallager schließt: Erhalt der Arbeitsplätze hat oberste Priorität

Aldi Süd schließt sein Zentrallager in Altenstadt. 200 Jobs sind in Gefahr.
Foto: dpa

Plus Durch die Schließung des Aldi-Zentrallagers sind 200 Jobs in Gefahr. Der Bürgermeister hofft nun auf die Zugkraft des Standorts Altenstadt, um diese zu erhalten.

Der Altenstadter Bürgermeister war von der Nachricht, dass Aldi Süd seinen Standort in Altenstadt schließt, genauso überrascht, wie die rund 200 Mitarbeiter, die dort nach Angaben des Konzerns beschäftigt sind. Deren berufliches Schicksal hat für Bürgermeister Wolfgang Höß nun "oberste Priorität". Die Hoffnungen des Bürgermeisters liegen dabei vor allem auf einer Sache.

Gegen 11 Uhr überbrachte die Geschäftsführung die Hiobsbotschaft an die Altenstadter Belegschaft. Bis dahin wurde die Entscheidung geheim gehalten. Auch Höß habe von nichts gewusst und erst am Nachmittag erste Gerüchte gehört, die sich dann zum Abend hin bestätigt hatten.

Wolfgang Höß

Erst am Mittwochvormittag gab es nun ein rund zweistündiges Gespräch zwischen Höß und weiteren Vertretern des Gemeinderats und der Geschäftsführung der Regionalgesellschaft. Ihm sei wichtig gewesen, dass Mitglieder aller Fraktionen des Gemeinderats bei dem Gespräch dabei waren. Auch um zu zeigen, wie wichtig das Thema der Gemeinde ist, dabei insbesondere der Erhalt möglichst aller Arbeitsplätze.

Aldi-Schließung: Altenstadts Bürgermeister hofft auf baldige Nachnutzung des Standorts

Hoffnung macht dem Bürgermeister in diesem Zusammenhang die gute Verkehrsanbindung in Altenstadt. "Der Standort ist top, da braucht man gar nicht darüber sprechen." Zur Auffahrt an die A7 sind es nur wenige Meter. Es werden sich sicher bald Interessenten melden, die den Standort übernehmen wollen, vermutet Höß. Und da bei einer Nachnutzung wohl auch bauliche Eingriffe nötig sein werden, müssten Gespräche darüber wohl ohnehin im Schulterschluss mit der Gemeinde stattfinden.

Welche Optionen Aldi den Mitarbeitern bietet

Dass bei einer Nachnutzung auch die Aldi-Mitarbeiter bedacht werden, ist dem Bürgermeister ein wichtiges Anliegen. Auch Aldi macht deutlich, dass man sich um Möglichkeiten der Weiterbeschäftigung bemühe. In Frage kommen dafür auch die anderen Regionalgesellschaften, die Aldi Süd Dienstleistung (Sitz in Mühlheim an der Ruhr) oder Aldi Süd Standorte im Ausland. Von den weiteren Regionalgesellschaften liegt Kleinaitingen am nächsten, aber immer noch eine Stunde Fahrzeit entfernt. Für Altenstadter Mitarbeiter würden die eventuell von Aldi angebotenen Jobs wohl zwangsweise einen Umzug bedeuten. Ob diese Optionen dann für viele Angestellten überhaupt in Betracht kommen, ist fraglich.

Aldi gibt außerdem an, Kontakt zu anderen Unternehmen in der Region aufzunehmen, um gemeinsam mit diesen Optionen zur Weiterbeschäftigung zu evaluieren, schreibt der Konzern auf eine Anfrage unserer Redaktion.

Zu seinem Gespräch mit der Geschäftsführung der Regionalgesellschaft sagt Höß noch: "Denen geht das auch nahe." Die Schließung des Standorts im Illertal sei wohl an oberster Stelle entschieden worden. Die Geschäftsführung in Altenstadt hatte dann nur die undankbare Aufgabe, die schlechte Nachricht den Mitarbeitern zu überbringen.

Nicht nur Altenstadt macht dicht

Neben Altenstadt stehen bei Aldi Süd noch weitere Regionalgesellschaften auf der Abschussliste. Die Gruppe besteht bislang aus 29 solcher Gesellschaften. In den kommenden zwei Jahren werden vier davon geschlossen. Als erstes gehen am 30. Juni in Wittlich (Rheinland-Pfalz) die Lichter aus, Altenstadt soll am 31. Oktober folgen und die Standorte Ketsch (Baden-Württemberg/Rhein-Neckar-Kreis) und Montabaur (Rheinland-Pfalz) im kommenden Jahr.

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