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Neu-Ulm

25.01.2019

Altlasten kosten die Stadt Neu-Ulm viele Millionen

Die Entsorgung von Altlasten in den Ulmer Riedteilen in Neu-Ulm wird teurer als befürchtet.
Bild: Alexander Kaya

Die Beseitigung von Schadstoffen in den Ulmer Riedteilen wird für die Stadt Neu-Ulm deutlich teurer als befürchtet.

Rückschlag für eines der größten Neu-Ulmer Bauprojekte der nächsten Jahre: Die Entsorgung der Altlasten in den Ulmer Riedteilen wird erheblich aufwendiger und teurer als gedacht. Darüber informierte Kämmerer Berthold Stier die Stadträte bei den Haushaltsberatungen im Finanzausschuss.

Statt vier Millionen Euro, wie bisher geplant, stehen im Vermögenshaushalt für 2019 jetzt 6,3 Millionen Euro. „Das tut richtig weh“, räumte Stier ein. Diese Summe muss die Stadt für die Beseitigung der Schadstoffe auf dem Areal des künftigen „Gewerbe-Campus Filchnerstraße“ aufbringen, auf dem sich die Firma Continental ansiedeln will (wir berichteten). Die Zeit drängt, denn das Unternehmen will bereits 2021 mit seinem Geschäftsbereich Fahrerassistenzsysteme dorthin ziehen. Daran hängen 700 Arbeitsplätze. Den Ulmer Standort auf dem Eselsberg gibt Conti dafür auf.

Insgesamt soll im Neu-Ulmer Süden ein 13 Hektar großes Areal zwischen Muthenhölzle und Ludwigsfeld neu bebaut werden. Neben dem Gewerbe-Campus ist das Neubaugebiet „Wohnen am Illerpark“ vorgesehen – mit Wohnungen und Einfamilienhäusern für insgesamt 1400 Menschen. Auch in diesem Bereich kommen die Altlasten die Stadt teuer zu stehen. Bisher waren für die Beseitigung ab 2021 zwei Millionen Euro eingeplant, jetzt sind es 3,1 Millionen.

Mit diesem Ausmaß an Kosten hat die Stadt nicht gerechnet

Auf dem Grundstück befand sich früher eine Flakbatterie, die nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgebaut und als wilde Müllkippe genutzt wurde. Im Boden sind nach Angaben der Stadt zum Teil „heftige Verunreinigungen“ wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und polychlorierte Biphenyle (PCB) oder Cyanid.

Dass die Entsorgung teuer werden würde, damit hat die Stadt gerechnet – aber nicht mit dem jetzt bekannten Ausmaß. „Ich war schockiert, als ich das gelesen habe“, räumte Rudolf Erne (SPD) ein. Er beantragte, diesen Punkt im Haushalt mit einem Sperrvermerk zu versehen und über das Thema zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich im Stadtrat zu diskutieren. Das hat der Finanzausschuss einstimmig beschlossen. „Wir kommen an dieser Sanierung nicht vorbei“, sagte Johannes Stingl (CSU). Er habe gewisse Hoffnungen, dass die 6,3 Millionen Euro doch noch unterschritten werden können.

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