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Ulm

12.05.2016

Bahn frei für noch mehr Wissenschaft

Mit dem Beginn der Rodungsarbeiten verändert sich das Erscheinungsbild der Albert-Einstein-Allee. Die Gebäude der Universität rücken in den Blickpunkt. Straßenbahnschienen werden kommen.
Bild: Andreas Brücken

Ein Millionenprojekt jagt auf dem Eselsberg das andere. Der Ulmer Chefstadtplaner Jeschek skizzierte nun wo die Reise von Ulms Jobmotor in den kommenden Jahren hingeht.

Sieben Jahre nach der Veröffentlichung des „Masterplans“ für die Ulmer Wissenschaftsstadt skizzierte der Ulmer Chefstadtplaner Volker Jescheck vor Gemeinderäten, wo die Reise des Areals auf dem Eselsberg hingeht. Die Straßenbahn, die ab 2018 hoch zur Universität fahren wird, sei der wichtigste „Urbanisator“. Das heißt: Durch die Schienenverbindung werde das eigentlich abgelegene Gelände ein richtiges Stück der Stadt.

Mit dem Beginn der Rodungsarbeiten veränderte sich bereits das Erscheinungsbild der Albert-Einstein-Allee. Die Gebäude der Universität rücken gefühltermaßen dichter an die zentrale Erschließungsstraße und die Wissenschaftsstadt wird städtischer. Die Nutzung der freien Fläche neben der Chirurgie könne nur ein Provisorium sein, so Jeschek. „Die Bebauung wird dichter.“ Als Ersatz für die entlang der Straßenbahntrasse entfallenden ebenerdigen Stellplätze wird im Bereich des westlichen Kreiselbauwerks („P 16“) im Wald ein neues Parkhaus mit etwa 500 Stellplätzen entstehen.

Nicht zuletzt durch die Ansiedlung von immer mehr Unternehmen, gebe es zunehmend eine Nachfrage nach Wohnraum in der Wissenschaftsstadt abseits von Studentenwohnheimen. Jeschek ist überzeugt, dass mit der kommenden Straßenbahnanbindung diese Nachfrage noch größer werde. „Es ist ja einer der ganz wenigen Standorte mit Alpenblick“, wie der Stadtplaner bemerkte. Darauf müsse Ulm eher früher als später reagieren.

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Das Thema Wohnraum hängt wiederum mit einem Manko der Wissenschaftsstadt, den viele Studenten und Beschäftigte monieren: Es gibt keinen Supermarkt, der Biergarten am Botanischen Garten übernimmt nach Schließung der Kantinen die Nahversorgungsfunktion. Es sei allerdings ein kompliziertes Unterfangen, einen Supermarkt anzusiedeln. Der, so Jeschek, sei aber wichtig, um so etwas wie ein Stadtteilzentrum („urbane Mitte“) inmitten der Wissenschaftstadt zu schaffen.

Die Hoffnung, dass in günstigen, flexiblen „Container-Büros“ der nächste Bill Gates eine Firma gegründet, hätten sich bisher nicht erfüllt. Der frühere Baubürgermeister Alexander Wetzig formulierte einst das Konzept eines „Science Camps“. Als Zielgruppe wurde an junge Unternehmen gedacht, die temporäre Betriebsstandorte benötigen, einen variablen Flächenbedarf haben und das Provisorium lieben. Der tatsächliche Bedarf konnte jedoch bisher nicht bestätigt werden, sodass die Vorentwürfe nun wohl im Papierkorb landen.

Was sonst noch geplant ist:

Forschungsneubau Ein Zentrum für Quanten-Biowissenschaften (ZQB). wie jüngst berichtet, soll das 23-Millionen-Euro-Gebäudes schräg gegenüber des Forschungsgebäudes N27. Spatenstich noch diesen Sommer, Eröffnung 2019.

Lehrgebäude Ein Lehr-und Trainingsgebäude („To Train U“) soll im Institutsgebiet „Universität Ost“ auf dem Oberen Eselsberg in Ulm entstehen. Das Baugrundstück befindet sich neben dem Forschungsgebäude N27 für biochemische Grundlagenforschung am James- Franck-Ring.

Es soll eine innovative Ausbildungsstätte für Studierende der Universität geschaffen werden, inklusive Hörsaal mit 400 Plätzen. Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen verschiedener Gesundheitsberufe am Standort Ulm sollen hier abgehalten werden. Simulationspatienten und Übungsmodelle werden angeschafft. Die Gesamtbaukosten betragen etwa 14 Millionen Euro ohne Erstausstattung. Der Baubeginn für März kommenden Jahres geplant, die Fertigstellung 2019.

Wasserstofftankstelle Südlich der Helmholtzstraße ist die erste Wasserstofftankstelle Ulms im Bau. Die ursprüngliche Planung sah vor, die Wasserstofftankstelle in eine konventionelle Tankstelle an der A8 zu integrieren. Nun wurde die Tankstelle am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) realisiert und dient auch der Erprobung der neuen höchst anspruchsvollen und teuren Technik. Die nächst gelegenen Wasserstofftankstellen sind in Stuttgart und München.

Hochschule Ulm Die Ulmer Hochschule verlässt Böfingen. Als Ersatzbau für das marode Gebäude in der Eberhardt-Finckh-Straße soll ein Neubau an der Albert-Einstein-Allee errichtet werden. Damit wird gleichzeitig die Hochschule Ulm auf zukünftig zwei Standorte konzentriert. Die Baukosten werden mit 34 Millionen Euro beziffert. Ein Baubeginn wird im ersten Viertel des Jahres 2018 angestrebt. Der Grund dafür („Bauunterlage“) wird noch dieses Jahr bereitet.

Leitstelle Baubeginn für eine neue Leitstelle des Roten Kreuzes westlich der Neuen Chirurgie soll im kommenden Jahr sein.

Campus Im Sportpark Nord entsteht durch das Land als Bauherr für 500000 Euro ein Rasenspielfeld mit international gültigen Maßen. Mit dem Bau der 2003 eingeweihten Sporthalle Nord war als weiteres Ziel der Ausbau von Freisportanlagen, mit Rasenspielfeld, Kleinspielfeld, Beachvolleyball und Tennisplätzen geplant. Ein entsprechender Bebauungsplan liegt vor. Das einzige vorhandene Kleinspielfeld ist einer Baustelleneinrichtungsfläche zum Opfer gefallen. Eine Wiederherstellung nach Abschluss der Sanierung am bestehenden Standort sei nicht erwünscht, da das Grundstück vorgehalten wird, um mögliche Erweiterungen der Universität zu ermöglichen.

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