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Barfüßer: Am Neubau führt kein Weg vorbei

Kommentar Von Michael Ruddigkeit
02.08.2019

Mit dem alten Barfüßer-Gebäude verschwindet wahrscheinlich bald ein Stück Stadtgeschichte. Wichtig ist, dass etwas Gescheites nachkommt.

Die Neubaupläne für den Barfüßer bewegen die Gemüter. Ob in den sozialen Netzwerken oder auf der Straße: Zur Brauereigaststätte an der Donau hat fast jeder etwas zu sagen. Denn der Barfüßer in Neu-Ulm ist nun mal eines der bekanntesten Lokale in der Region. Und dort gehen Ende des Jahres die Lichter aus, wie Wirt Eberhard Riedmüller in dieser Woche bekannt gab. Auch wenn seit einiger Zeit klar war, dass die Gaststätte irgendwann schließen würde, kam der Zeitpunkt für viele doch überraschend. Viele Gäste finden das Aus schade. Und viele Bürger wünschen sich, dass das das alte Gebäude erhalten bleibt. Denn es ist ein seit Jahrzehnten gewohnter Anblick und auch ein Stück Stadtgeschichte. Doch vermutlich führt am Neubau kein Weg vorbei.

Die Stadt Neu-Ulm müsste Millionen in die Sanierung stecken

Das frühere Offizierscasino gehört zwar der Stadt Neu-Ulm, deshalb kann sie letztlich bestimmen, wo es langgeht. Aber um das alte Gebäude weiter gastronomisch nutzen zu können, müsste es für mehrere Millionen Euro saniert werden. Dieses Geld wird die Stadt an dieser Stelle nicht in die Hand nehmen wollen und können. Zumal sich abzeichnet, dass die Gewerbesteuereinnahmen einbrechen und sogar für bereits beschlossene wichtige Vorhaben die finanziellen Mittel knapp werden.

Lesen Sie dazu auch: Im Barfüßer in Neu-Ulm ist Ende des Jahres Schluss

Aber selbst wenn die Stadt das Geld für die Sanierung locker machen könnte: Dann bräuchte sie immer noch jemanden, der das Lokal übernimmt und erfolgreich führt. Riedmüller wird es nicht machen. Mit seiner Ankündigung, das Lokal am 1. Januar zu schließen, hat er gezeigt, dass es ihm ernst ist. Für den erfolgreichen Großgastronomen kommt nur ein Neubau infrage. Darauf werden sich die Stadträte einlassen müssen, wenn sie keine jahrelange Brache wollen.

Die Stadträte sollten auf einen Wettbewerb dringen

Allerdings können sie ja maßgeblich mitbestimmen, wie das Grundstück bebaut werden soll. Ein Architektenwettbewerb für das Millionen-Vorhaben wäre sicher sinnvoll, damit in dieser Lage ein ansprechendes Gebäudeensemble entsteht und kein „seelenloser Klotz“, wie manche Bürger befürchten. Gewohnheitsbedürftig wird es auf jeden Fall, vor allem, weil Hotel und Gaststätte deutlich höher werden sollen als als das bisherige Gebäude. Schmerzhaft ist zudem, dass die alten Bäume größtenteils gefällt werden sollen.

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