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Anleger

23.07.2016

Baugenossen sehen Wachstum kritisch

Vereinigung hat mehr als 1000 Mitglieder. Warum Geschäftsführer Fliegner das nicht unbedingt freut

Der Baugenossenschaft Neu-Ulm (BGNU) geht es gut. Das wurde zumindest auf der Jahreshauptversammlung im Edwin-Scharff-Haus vorgetragen. Die Bilanz hat sich im Vorjahr um 1,5 Millionen auf 21,5 Millionen Euro verbessert. Die Dividende liegt nach wie vor bei vier Prozent. Die Zahl der Mitglieder hat laut Geschäftsführer Uwe Fliegner „die Schallmauer von 1000 durchbrochen“.

Dennoch ist der Vorstand mit der gegenwärtigen Situation nicht recht glücklich. Und auch der Blick in die Zukunft ist nicht gänzlich sorgenfrei. „Soll ich mich über den Mitgliederzuwachs wirklich freuen?“, wandte sich Fliegner an die 124 Besucher der Hauptversammlung. Es seien nämlich nicht wirklich Genossen, die da dem Unternehmen beiträten, sondern „renditefokussierte“ Kapitalanleger. In einer Zeit, da die Banken fast keine Zinsen mehr zahlten, locke naturgemäß die relativ hohe Dividende der BGNU. Der Vorstand hatte deshalb schon 2014 die Reißleine gezogen und die Menge der Geschäftsanteile zu je 40 Euro für Neumitglieder auf 100 begrenzt.

Auch die Probleme am Wohnungsmarkt sind laut Fliegner nicht zu übersehen. Der BGNU lägen mehr als 500 Anfragen nach bezahlbarem Wohnraum vor, „die nicht bedient werden konnten“. Bauland stehe kaum mehr zur Verfügung, und nachverdichten lasse sich eine Wohngegend auch nicht endlos.

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Hoffnung auf Ulmer Hofgut

Die Genossenschaft sei deshalb schon mit der Stadt Neu-Ulm im Gespräch, um im neuen städtischen Baugebiet „Ulmer Hofgut“ in Ludwigsfeld zum Zuge zu kommen. Nach der Sommerpause würden dort die Grundstücke vergeben. Aber auch auf dem freien Immobilienmarkt sehe sich die BGNU um. Insbesondere sei sie auf der Suche nach privat angebotenen Grundstücken im Landkreis Neu-Ulm, „die sich für ein lohnendes Bauträgergeschäft eignen könnten“.

„Die Mission unseres Unternehmens“, sagte Fliegner, „hat sich nicht geändert“. Es gehe einzig darum, die Mitglieder der Genossenschaft mit guten, sicheren und sozial verantwortbaren Wohnungen zu versorgen. Da habe sich in der jüngsten Vergangenheit wieder viel getan. Die drei für 8,7 Millionen Euro im Braun-Areal errichteten Neubauten seien komplett vermietet oder verkauft, „wobei wir unterm Strich ein dickes Plus verzeichnen konnten“. Im kommenden Herbst sei mit der Vermietung der 24 Wohnungen im Neubau an der Luitpoldstraße für neun bis elf Euro je Quadratmeter zu rechnen. Dieser Preis sei wirtschaftlich nötig, „weil wir mit Baukosten um vier Millionen Euro im frei finanzierten Wohnungsbau rechnen“.

Weitere 78 Wohnungen an der Eck-, der Silcher- und der Schützenstraße in Neu-Ulm wurden mit Kosten um 2,3 Millionen Euro saniert und komplett mit Balkons versehen. Für die nächste Zukunft sei geplant, die Gebäude Silcherstraße 20 bis 26 und 45 umfangreich zu modernisieren.

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