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Ulm

08.12.2016

Beim Spiele-Erfinder sprudeln die Ideen von allein

Reiner Walter Knizia, 1957 in Illertissen geboren, ist ein Spieleautor. Von seinen über 600 veröffentlichten Spielen wurden bisher mehr als 20 Millionen Exemplare verkauft.
Bild: Anne-Lena Leidenberger

Reiner Knizia ist der Schöpfer von Spielen wie „Carcassonne“, „Keltis“ und „Wer war’s“. Was den gebürtigen Illertisser antreibt.

Gerade aus London angereist und nur für einen Tag in der Stadt. Reiner Knizia, gebürtiger Illertisser, kehrt nicht mehr oft in seine Heimat zurück – längst ist das Schwabenland nicht mehr der Lebensmittelpunkt des Spielerfinders. Als einer der erfolgreichsten seiner Art weltweit ist er ständig beschäftigt. Mehr als 600 Spiele und Bücher entstammen seiner Feder, darunter bekannte Brettspiele wie „Wer war es“ und „Keltis“.

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Der 59-Jährige trägt am Abend der Vernissage in der Ulmer Sparkasse eine Fliege im Zauberwürfelmuster - und entführt die Zuschauer passend dazu in die Welt der Spiele. Wenn er von seiner Arbeit spricht, merkt man mit wie viel Leidenschaft er tut, was er tut. Als unsichtbaren Spielerfinder bezeichnet er sich selbst. „Die Ideen sprudeln“, sagt Reiner Knizia, „das ist der Teil, der Spaß macht“.

Der mühsame Part folge danach, nämlich der lange Rattenschwanz an Produktion und Umsetzung, den die Entwicklung eines Spiels nach sich ziehe. Man entwerfe, verbessere, verwerfe - bis man mit dem Endprodukt zufrieden sei. Sein erstes Spiel entwickelte er im Alter von zehn Jahren. Dieses wurde damals im Friseurladen einer Bekannten verkauft. Eine Leidenschaft war geboren – eine Leidenschaft, die bis heute anhält. Mehr als 20 Millionen Mal wurden seine Kreationen verkauft und mit diversen Preisen ausgezeichnet. Sowohl klassische Brettspiele, als auch Hybrid-Spiele, die elektronischen Fortschritt und klassische Spielelemente verbinden, werden von Knizia und seinem Team entwickelt.

Beim Spiele-Erfinder sprudeln die Ideen von allein

„Spiele sind ein Spiegel unserer Zeit“, sagt der Spielerfinder. In ihnen komme zum Ausdruck, was eine Gesellschaft bewegt und beschäftigt. Das Spiel gebe es schon immer - früher in Form weniger Steine, im Smartphone-Zeitalter eben oft elektronisch. Für Reiner Knizia ist das eine Tatsache über die er ganz ohne Nostalgie oder Verbitterung spricht. Ein kleines Spiel kann er unter Zeitdruck in drei Monaten entwerfen, realistisch sind sieben bis acht Monate. Für ein großes Spiel benötigt er von der Planung bis zur Umsetzung mehr als ein Jahr, so Knizia.

Das Spieleerfinden sei eine Kunst, keine Wissenschaft, sagt der Spielerfinder, der selbst Mathematik in Ulm studierte. Auf die Frage welches sein Lieblingsspiel sei lacht er nur. Und sagt: „Wenn sie mehrere Kinder haben, was ist dann ihr Lieblingskind?“ .

Ausstellung Weitere Einblicke in die Arbeit des Spieleautors erhalten Besucher der Ausstellung „Reiner Knizia - die Welt der Spiele“ noch bis zum 7. Januar im Forum der Sparkasse Neue Mitte. Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 16.30 Uhr und samstags von 8.30 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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