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Energie

01.11.2016

Bekommt Pfaffenhofen ein Fernwärme-Netz?

Kann von einer örtlichen Biosgasanlage  aus Fernwärme installiert werden? Das will der Pfaffenhofer Marktrat überprüfen.
Bild: Marcus Merk (Symbolbild)

Die Debatte über eine neue Heizung im Bauhof zeigt Möglichkeiten für den Ort auf. Die Räte im Marktrat diskutierten angeregt darüber.

Sie ist 30 Jahre alt, verbraucht viel Energie und könnte an kalten Wintertagen auch mal ausfallen: Die Heizung des Pfaffenhofer Bauhofs soll im Frühjahr erneuert werden. Darum ging es in einer Sitzung des Pfaffenhofer Marktrats. Mehrere Wärmespender standen dabei zur Auswahl. Eine Entscheidung traf das Gremium allerdings nicht: Man will zuerst untersuchen, ob ausgehend von einer örtlichen Biogasanlage eine Fernwärmeleitung installiert werden kann. Das sei möglicherweise umweltfreundlicher als die bislang ins Auge gefassten Alternativen, hieß es. Wie in der Sitzung klar wurde, gibt es dabei allerdings viele offene Fragen. Diese sollen nun beantwortet werden, danach erst wird es einen Beschluss geben.

Was ist sinnvoll: Wärmepumpe, Erdgas oder Pellets?

Vier Vorschläge hatten die Markträte auf den Tischen: Eine Wärmepumpe, eine Erdgas-Heizung, eine Pellets- und eine Hackschnitzelanlage. Jede biete Vor- und Nachteile, hieß es. Das zeigte sich schon beim Blick auf die zu erwartenden Kosten. Die Wärmepumpe könnte für rund 85000 Euro installiert werden, ihr Betrieb werde in zehn Jahren mit insgesamt 137000 Euro zu Buche schlagen.

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Erdgas ist günstiger: Die Einrichtung soll laut Schätzung rund 46000 Euro kosten, der Betrieb 116000 Euro (ebenfalls in zehn Jahren). Bei Pellets (Schüttgut) liegen die Ausgaben bei 85000 Euro (Installation) und 146000 Euro (Betrieb), bei Hackschnitzeln bei 95000 und 133000 Euro. Wirtschaftlich betrachtet spreche einiges für Erdgas, hieß es zunächst.

Einspruch kam von Rat Karlheinz Thoma (SPD): Er plädierte dafür, bei der Heizung auf den Klimaschutz zu achten. Der Markt habe eine Vorbildfunktion zu erfüllen, schließlich sollten auch die Bürger in umweltfreundliche Heiztechniken investieren. Erdgas scheide für ihn deshalb aus, sagte Thoma. „Das würde uns schlecht zu Gesicht stehen.“ Da Pellets und Hackschnitzel aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden könnten, seien diese Techniken letztlich klimafreundlicher. Das Heizen mit Hackschnitzeln ist wohl allerdings recht aufwendig, war in der Sitzung zu erfahren. So müsste eigenes Schnittgut in einer Halle getrocknet werden.

Ein Rat fordert ökologisches Denken

Eine andere Idee hatte Anton Rupp (CSU): Es gebe noch andere Wärmequellen im Ort, sagte er mit Blick auf eine große Biogasanlage. Von der aus könnte grundsätzlich eine Leitung in den Markt gelegt werden – insofern der Betreiber dafür zu gewinnen sei. Für den Bau eines solchen Wärmenetzes ließen sich möglicherweise auch staatliche Fördergelder beantragen. Rupp: „Wir könnten viel sparen und dabei etwas für den Klimaschutz tun.“

Bürgermeister Walz überlegte: Die Anlage befinde sich etwa eineinhalb Kilometer außerhalb des Orts, da sei es fraglich, ob sich der Aufbau einer Leitung bei nur einem Abnehmer rentiere. Vielleicht gehe ja hinsichtlich von potenziellen Kunden „was zusammen“, sagte Rupp. Man werde in der Sache nachhaken, versprach der Bürgermeister.

Die Räte beschlossen, Geld für die Heizung in den Haushaltsplan für 2017 einzustellen. Ob ein Fernwärmenetz möglich ist, soll nun eingehend geprüft werden. Ebenso wie die Idee, eine Solaranlage auf das Dach des Bauhofs zu setzen.

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