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Burlafingen/Thalfingen

02.08.2017

Darf man hier einfach weiterfahren?

Gesperrt, oder nicht – das ist hier die Frage. Viele Autofahrer blicken verdutzt drein, wenn sie zwischen Steinheim und Burlafingen unterwegs sind. Und entscheiden sich schließlich doch, vorbeizufahren.
Bild: Andreas Brücken

Sperrblöcke auf der Fahrbahn zwischen Steinheim und Burlafingen irritieren manche Verkehrsteilnehmer. Des Rätsels Lösung blinkt gelb.

Schwere Baumaschinen sind derzeit auf der Verbindungsstraße NU 8 zwischen dem Schulzentrum in Pfuhl und der Donaubrücke bei Thalfingen unterwegs. Weil der Asphalt auf dieser Strecke erneuert werden muss, ist die Straße gesperrt. Für Irritationen bei den Autofahrern dürfte jedoch eine dafür eingerichtet Straßensperrung an ganz anderer Stelle sorgen: Das Staatliche Bauamt Krumbach stellte den Autofahrer nämlich kurzerhand auf der Strecke zwischen Steinheim und Buralfingen nahe des Brandstätter Sees einen Sperrblock in den Weg. Doch irgendwie wissen Verkehrsteilnehmer nicht so recht: Darf ich weiterfahren oder lieber nicht?

Die meisten tun es trotzdem. Obwohl oben auf der Sperre ein Verkehrszeichen mit rotem Kreis und weißer Innenfläche bedeutet, dass hier die Durchfahrt verboten sei. So ist die Beschreibung auch in der Straßenverkehrsordnung nachzulesen.

Wer sich trotzdem daran vorbeimogelt, muss mit einem Bußgeld zwischen 15 und 20 Euro rechnen. Dennoch weichen die meisten Autofahrer der Sperrung aus, überqueren dabei sogar die Linksabbiegerspur des Gegenverkehrs und die anschließende Sperrfläche, die weiß auf die Straße gemalt ist. Auch dafür sieht der Bußgeldkatalog eine Zahlung zwischen 35 bis 300 Euro vor.

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Man muss schon ortskundig sein, um zu wissen, dass die Straße nach Thalfingen zwar gesperrt ist, die nach Pfuhl und Burlafingen aber nicht. Der unübersehbare Sperrblock auf der Straße gilt also nur all den Autofahrern, die in den Elchinger Ortsteil wollen? Ja, sagt Alexander Fischer vom Straßenbauamt. Für ihn ist die Sache gar nicht verwirrend. Im Gegenteil: Sie sei eindeutig. Denn des Rätsels Lösung liege in den drei gelben Leuchten auf dem Sperrblock. Die stünden dafür, dass es sich bei dem Sperrblock nur um eine „Vorwegsperrung“ handelt, sagt Fischer. Rote Lechten seien dagegen ein absolutes Durchfahrtsverbot. Für ihn ist die Sache klar – und sollte es auch für alle Autofahrer sein.

Auf Nachfrage, ob eine großformatiges Hinweisschild am Wegesrand – wie es etwa am anderen Ende der Baustelle an der Donaustraße angebracht ist – für mehr Klarheit gesorgt hätte, bringt Fischer die Psychologie der Autofahrer ins Spiel. Der würde nämlich eine noch so große Grafik am Straßenrand gar nicht bemerken. Ein unübersehbares Hindernis, wie etwa die Sperrung auf der Fahrbahn, sei dagegen effizienter. Zudem seien Straßensperrungen auch immer mit der Polizei abgesprochen, die auch in diesem Fall der Maßnahme zugestimmt hätte, erklärt Fischer weiter.

Werner Lipp von der Neu-Ulmer Verkehrspolizei beruhigt schon mal die Autofahrer, die bisher glaubten, verbotswidrig vorbeigefahren zu sein: Es sei durchaus erlaubt, eine durchgezogene Linie zu überfahren oder auf der entgegenkommenden Abbiegespur zu fahren, „falls es die Situation erfordert“. Zwar hätte man die weiße Markierung durch eine gelbe Baustellenführung „aufheben“ können, doch das wäre letztlich für den Autofahrer recht verwirrend geworden.

Offenbar noch verwirrender als der Sperrblock auf der Straße. Der irritiert sowieso nur noch wenige Tage, denn am Freitag wird dem Spuk ein Ende gesetzt. Dann soll der Abschnitt der Baustelle zwischen Pfuhl und Thalfingen fertiggestellt sein.

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