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08.03.2018

Das Rathaus braucht Nachwuchs

Wer kommt, wenn städtische Mitarbeiter in Ruhestand gehen?
Bild: Archivfoto Roland Furthmair

Die Sendener Verwaltung stellt im Hauptausschuss ein Konzept für die Personalentwicklung vor. An dem Papier vermissen die Räte aber einiges.

Wie muss sich die Stadt Senden künftig im Hinblick auf ihr Personal aufstellen? Mit diesem Thema hat sich am Dienstagabend der Hauptausschuss befasst: Die Verwaltung stellte ihr Personalentwicklungskonzept vor. Viel Konkretes gab es aber nicht: Die Bestandsaufnahme sei lediglich ein „Auftakt“, sagte Bürgermeister Raphael Bögge.

Innerhalb der nächsten zehn Jahre, so viel ist sicher, werden insgesamt 65 Mitarbeiter aus Stadtverwaltung und städtischen Einrichtungen in den Ruhestand gehen – von Reinigungskräften über Hausmeister und Lehrer bis zu Ingenieuren. Da müsse die Stadt gegensteuern, sagte Walter Gentner, Geschäftsbereichsleiter der Verwaltung, in der Sitzung. „Es wäre fatal, wenn wir nicht rechtzeitig für Nachwuchs sorgen.“ Auch erhöhe sich in manchen Bereichen der bürokratische Aufwand, ergänzte Kämmerer Manuel Haas. Unter anderem müssten von Gesetz wegen manche Verwaltungsvorgänge künftig ausführlicher dokumentiert werden, da brauche die Verwaltung mehr Personal.

Es sei aktuell nicht leicht, entsprechendes Personal zu bekommen, heißt es in dem Konzept, etwa was die mittlere Ebene der Entscheidungs- und Sachbearbeitungskräfte angehe. Um qualifizierte Fachkräfte in den öffentlichen Dienst zu bekommen, möchte die Verwaltung auch die Option der Verbeamtung nutzen. Die Wirtschaftsschule wird in den nächsten Jahren mehr Lehrer brauchen, denn durch den laufenden Modellversuch bekommt die WiSS nun zusätzliche Klassen. Die Kindergärten erhalten schon 2018 mehr Personal: Nachdem in beiden städtischen Kindergärten zusätzliche Gruppen eingerichtet werden, kommen zwei neue Stellen dazu. Zu Neueinstellungen in Witzighausen sowie dem geplanten Kindergarten an der Weberei gibt es noch keine Zahlen.

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In der Musikschule und dem technischen Betriebshof stehen derzeit keine strukturellen Veränderungen an, altershalber frei werdende Stellen sollen wiederbesetzt werden. Zudem enthält das Konzept allgemeine Betrachtungen über Führungsleitlinien und Qualitäten von Führungskräften, etwa soziale Kompetenz, Persönlichkeit oder strategisches Denken.

Claudia Schäfer-Rudolf (CSU) hätte sich mehr davon erwartet. So fehlten etwa Angaben dazu, sagte sie, ob künftig mehr oder weniger Outsourcing betrieben werden soll oder wie sich die Veränderung von Zuständigkeiten der Kommune auf die personelle Situation auswirke. „Ich hätte gern gesehen, wo Einsparpotenziale sind“, sagte ihr Fraktionskollege Michael Hanser. Das Konzept zeige lediglich „ganz normale Führungselemente auf“, fasste Hans Manfred Allgaier (CFW/FWG) zusammen. Die Analyse habe „inhaltlich noch Luft nach oben“, fand auch Maren Bachmann (SPD). Das Konzept sei zu allgemein und nicht ausgereift.

Vieles lasse sich noch nicht konkret beziffern, sagte Bögge. Das Personalentwicklungskonzept sei ein laufender Prozess. Der öffentliche Dienst habe sich mit Fragen der Mitarbeiterentwicklung lange Zeit gar nicht befasst. Die Verwaltung nehme aber gerne Anregungen des Stadtrats auf.

Heinz-Peter Ehrenberg (Grüne) sagte: „Es hat mich erschreckt, zu sehen, wie viele hoch qualifizierte Mitarbeiter in den nächsten Jahren ausscheiden.“ Er wolle künftig zweimal im Jahr über die Personalentwicklung diskutieren. Weil die Gehälter im öffentlichen Dienst im Vergleich zur freien Wirtschaft oft geringer sind, müsse die Kommune andere Anreize schaffen, um sich für Arbeitnehmer attraktiv zu machen, forderte Maren Bachmann.

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