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Schizophrenie

20.06.2015

Der Laborbaumeister

Dennis Kätzel

Neurowissenschaftler aus Oxford richtet Abteilung an der Uni Ulm ein

„Wenn man Schizophrenie verstanden hat, hat man einen Großteil des menschlichen Gehirns verstanden“, sagt Dr. Dennis Kätzel, „denn es gibt kaum einen Hirnbereich und kaum eine Hirnfunktion, die von dieser Krankheit nicht beeinflusst sind.“ Im kommenden Wintersemester wird der Neurowissenschaftler, der aktuell am University-College London und der University of Oxford arbeitet, eine Juniorprofessur an der Universität Ulm antreten.

An das Ulmer Institut für Angewandte Physiologie gelockt haben ihn die Unterstützung des Rückkehrprogramms für medizinische Spitzenforscher und der German Scholars Organisation, teilt die Universität mit.

Während seines Studiums der Humanbiologie, Philosophie und klinischer Psychologie an der Universität Marburg sei Kätzel von der bis dato weitestgehend unverstandenen Erkrankung Schizophrenie fasziniert gewesen. Bis heute kann dieses psychiatrische Krankheitsbild, das sich unter anderem durch Wahnvorstellungen und Halluzinationen auszeichnet, nicht ursächlich behandelt werden, heißt es in einer Mitteilung der Uni weiter. Was im Gehirn von Erkrankten passiert, versucht Dennis Kätzel im sogenannten Mausmodell nachzuvollziehen. Dabei werden die Nerven von Nagern untersucht – Kätzel verwendet die Methode der Optogenetik: Damit ließen sich Neuronen im Hirn durch Licht an- und ausschalten – so könnten Forscher die Funktion einzelner Zelltypen direkt identifizieren, erklärt Kätzel, dessen Doktorvater, Professor Gero Miesenböck, als Wegbereiter der Optogenetik gilt.

In Ulm wird der Professor unter anderem ein Forschungslabor aufbauen. In diesem will er das Verhalten von genetisch veränderten Mäusen untersuchen, um die Schizophrenie weiter zu ergründen. (az)

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