1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. "Der kleine Mann löffelt die Suppe aus"

09.03.2010

"Der kleine Mann löffelt die Suppe aus"

Ulm/Neu-Ulm Gekocht hat die heiße Brühe aus Schulden und Korruption der Staat - und nun sollen die Bürger die bittere Kost schlucken: So spricht Nico Chidroglou aus Ulm von der Krise.

Der Besitzer des Ulmer Restaurants "Saloniki", hält die Ereignisse in seiner Heimat für eine "riesengroße Ungerechtigkeit". Laut Chidroglou sind griechische Politiker Schuld an der Misere. Großverdiener könnten sich Steuerfreiheiten erkaufen. Aber dieses Geld würde dem Staat jetzt fehlen. Als Beispiel führt er die Casinos an, die in Griechenland so gut wie keine Steuern bezahlten. Die Strafen dafür seien so gering, dass die Betreiber diese einfach in Kauf nehmen würden, ärgert sich Chidroglou.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Gastwirt: Steuererhöhung in Griechenland trifft die Falschen

Nun erhöhe der griechische Staat die Steuern und friere die Renten ein. Diese Maßnahme trifft nach Meinung von Nico Chidroglous aber "die Falschen". Alles werde teurer, dies gehe vor allem den armen Leuten an den Geldbeutel. "Diese Menschen bezahlen brav ihre Steuern und sollen jetzt auch noch die Suppe auslöffeln, die sie sich gar nicht selbst eingebrockt haben."

"Der kleine Mann löffelt die Suppe aus"

Seit 45 Jahren lebt der gelernte Metzger jetzt in Deutschland, hält nach eigenen Angaben aber ständig Kontakt zu seiner Tochter und seinen Verwandten in der Heimat. Was diese ihm derzeit aus Saloniki berichten, mache ihm zwar Sorgen, betreffe ihn aber nicht direkt. Er bezahle ja hier in Deutschland seine Steuern. Das Gyros in seinem Gasthaus werde also nicht teurer, sagt er und lächelt.

Rentner findet Steuermodell in der Heimat ungerecht

Ähnlich kritisch beobachtet Rentner Georgios Kavadias die Lage in der Heimat: "Griechenland ist ein Land ohne Gesetz", meint er. Er findet das Steuermodell ungerecht. Ein Arzt, sagt Kavadias, verdiene in Griechenland viel Geld, bezahle aber genau so viel Steuern wie ein Maurer oder ein Bäcker. Auch er wundert sich nicht darüber, dass dem Staat jetzt das Geld fehlt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren