Newsticker

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Dicke Luft in Ludwigsfeld

Ludwigsfeld

26.10.2017

Dicke Luft in Ludwigsfeld

Solche Schlote, die Holz verbrennen, wo Gas- oder Ölverbrennung vorgeschrieben ist, stören viele Ludwigsfelder.
Bild: Gerrit R. Ranft

Anwohner ärgern sich über den Rauch aus Holzofenkaminen. Das ist nicht das Einzige, worüber sie sich auf der Bürgerversammlung beim Oberbürgermeister beschweren.

Der Zorn ist groß in Ludwigsfeld, die Geduld von Oberbürgermeister Gerold Noerenberg in aller Regel auch. Auf der Bürgerversammlung mit gut 60 Teilnehmern – darunter elf Stadträte – am Dienstagabend brodelte es immer mal wieder heftig in der Gemeinschaftshalle: Straßenverkehr, Umweltärger und immer wieder Anliegerbeiträge erregten die Gemüter. Auch das neue Lessing-Gymnasium war Thema.

Straßenverkehr: Auf der Memminger Straße werde gerast, vor allem nachts und mit Motorrädern, so die Bürger. Demnächst wird „geblitzt“, versprach Noerenberg. Es freue ihn „außerordentlich, dass der Freistaat nun endlich bereit ist, weitere Blitzanlagen aufstellen zu lassen“. Dass die Grüne Welle zwischen Breslauer Straße und Europastraße nicht funktioniere, liege am ständig wechselnden Verkehrsaufkommen, argumentierte Abteilungsleiter Tobias Frieß. Aber sein Amt arbeite ständig an dem Problem. Die für den öffentlichen Verkehr gesperrte, aber vielfach als Schleichweg genutzte Alte Römerstraße werde von der Polizei überwacht. Sie könne aber nicht ständig dort sein, hieß es.

Umwelt: Die „stattlichen Bäume im Glacis, im Kollmannspark, an der Kleinen Donau“ bereiten Sorge, weil sie mit Schlingpflanzen überwuchert werden und deshalb mit der Zeit absterben. Im Hinblick auf das Stadtjubiläum 2019 müsse sich die Verwaltung dort mal kümmern, so ein Wortbeitrag. Der Sprecher war auch bereit, dem Grünflächenamt die Bäume in Not mal vorzustellen. „Das nehmen wir mit“, versprach der OB. An der Ecke Memminger Straße/Egerstraße werde der dort gelagerte Dreckhaufen ständig größer. Die Verwaltung werde sich auch das mal anschauen, sagte Noerenberg. Einen älteren Herrn, der einen Bolzplatz für seinen Fußball spielenden Enkel forderte, verwies der Oberbürgermeister an den Drosselweg. Das sei doch kein Bolzplatz, entgegnete der Sprecher, die Pfuhler hätten gleich mehrere – und viel schönere. Nächster Gesprächspunkt: Im Nebelhornweg sind auf manchen Flachdachhäusern nach und nach acht dort wohl nicht hingehörende Holzofenkamine entstanden. Sie verpesteten, argumentierte ein Anwohner, vor allem den Bewohnern der benachbarten Wohnblöcke die Luft. Nachdem der Applaus verklungen war, erklärte der Oberbürgermeister, er werde den Fall „in die Verwaltung einspeisen und mit der Bauordnung überprüfen“ lassen. Schließlich seien am Ludwigsfelder Baggersee auch noch Raubgräber unterwegs, wie der um die stattlichen Bäume besorgte Bürger später vortrug. Mit Spürgerät, Hacke und Schäufele suchten sie gezielt nach archäologischen Überbleibseln aus der Römerzeit. Das könne doch wohl nicht zulässig sein. Einen der zwei Täter habe der Sprecher auch bereits in einem der Ludwigsfelder Hochhäuser ausfindig gemacht. „Arbeiten wir auf“, sagte Noerenberg.

Straßenausbau: Das ständige Ärgernis der Anliegerbeiträge zum Straßenausbau kochte erneut hoch. Gleich drei Sprecher stritten sich darüber mit dem Oberbürgermeister. Sie wollten die Lasten – wie in München oder Baden-Württemberg – entweder ganz loswerden oder auf die komplette Stadt verteilen. Das sei rechtlich sehr schwierig, erwiderte Noerenberg. „Und ob es gerechter wird, ist auch nicht sicher.“ Denn er habe seine Zweifel, ob es korrekt sei, dass die Ludwigsfelder künftig auch für den Straßenausbau in Finningen aufkommen müssten. Auf jeden Fall aber werde es teurer, weil die Verwaltung zusätzliches Personal brauche, stellte er klar.

Lessing-Gymnasium: Planung und Bau hatten sich verzögert, weil der Freistaat erst die Mehrkosten zwischen dem acht- und neunjährigen Ausbildungsgang habe klären wollen. Die Entscheidung falle demnächst. Auf keinen Fall aber werde der Neubau vom Austritt der Stadt aus dem Landkreis beeinträchtigt. „Dann bauen eben wir und nicht der zurzeit zuständige Landkreis.“ Zuvor hatte der Oberbürgermeister acht Minuten lang noch mal „das übergreifende Thema Kreisfreiheit Neu-Ulms“ angesprochen. Es gehe um die strategische Bedeutung eines solchen Schritts, nicht nur ums Geld.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren