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Weißenhorn

09.11.2019

Die Leseecke ist ein Lieblingsplatz im Kindergarten Nord

Martina Scheffold ist Sprachfachkraft am Kindergarten Nord in Weißenhorn. Für die „hervorragende Leseförderung“ hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels der Einrichtung ein Gütesiegel verliehen.
Foto: Andreas Brücken

Pädagoginnen in der Weißenhorner Einrichtung engagieren sich, um bei den Kleinen die Leselust zu wecken. Eine Auszeichnung würdigt das.

Sie sind ähnlich bekannt wie die großen Werke der Literatur: Die Wimmelbücher von Ali Mitgutsch, die Abenteuer von Rabe Socke oder die legendäre Raupe Nimmersatt. Kinderbücher gehören auch im städtischen Kindergarten Nord in Weißenhorn fest zum täglichen Programm für die Kleinen. Für viele Buben und Mädchen ist die Bücherecke zu einem Lieblingsplatz geworden, wenn die Erzieherin Martina Scheffold zum Buch greift, um vorzulesen.

Für das Engagement für die Leseanfänger hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Einrichtung jüngst mit dem Gütesiegel „Buchkindergarten für herausragende Leseförderung“ ausgezeichnet. Aus insgesamt 820 Bewerbungen hat die Jury 208 Einrichtungen mit diesem Prädikat versehen. Schirmherr des Gütesiegels, das in diesem Jahr erstmals verliehen wurde, ist der Kinderbuchautor und Illustrator Paul Maar, der unter anderem durch die Sams-Bücher bekannt wurde.

Kinder haben Schwächen bei Wortschatz und bei Grammatik

Ein ganz besonderes Ereignis sei es gewesen, auf die Frankfurter Buchmesse eingeladen zu werden, um den Preis entgegen zu nehmen, sagt die Kindergartenleiterin Evi Simnacher, die aus ihrer Begeisterung für Bücher keinen Hehl macht: „Allein das Angebot für Kinder ab drei Jahren war auf der Messe überwältigend.“ Auf den Lorbeeren der Auszeichnung wollen sich die Pädagogen jedoch nicht ausruhen. Vielmehr sehen die Erzieher den Preis als Motivation, ihr Konzept weiterzuführen. Martina Scheffold, die als Sprachfachkraft im Kindergarten arbeitet, sieht dringenden Bedarf: „Die Lesekompetenz der Kinder geht seit Jahren zurück“, sagt sie und meint damit, dass immer mehr Kinder Probleme haben, einen vorgetragenen Text zu verstehen oder wiederzugeben. Auch Evi Simnacher stellt immer öfter fest, dass der Wortschatz und die Grammatik der Buben und Mädchen Schwächen aufweisen: „Wenn etwa ein Kind eine Schere will, sagt es nur ’kann ich Schere..?’.“

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, steht in der Einrichtung ein Tauschregal für Bücher. Auch die städtischen Büchereien Weißenhorn und Neu-Ulm versorgen die Kinder regelmäßig mit neuem Lesestoff, der sich unter anderem an den Jahreszeiten orientiert: „Derzeit lesen wir Geschichten von Sankt Martin“, sagt Simnacher. Auch aus dem Rathaus der Fuggerstadt kam eine Buchspende für jede Gruppe des Kindergartens. Doch nicht nur für die Jüngsten wollen die Verantwortlichen des Kindergartens den Zugang zur Literatur erleichtern: In einigen Tagen soll eine Bücherausstellung mit zweisprachigen Texten für Eltern stattfinden.

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